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Titan Quest  

Rückseite ]

Info
Autor 2
 1.5
 1
 2
Gesamt (98 votes) 2+
 1.6
 1.5
 1.9
Name:Titan Quest
Genre: Action Rollenspiel
Produkt: Vollversion
Release: 2006/07
Publisher: THQ
Entwickler: Iron Lore
Offiz. Sites: Game, Demo
Hardware: 1.8Ghz, 512MB RAM, 64 MB D3D T&L&PixSha., HD 5000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte
System: Win XP/2000, DX9
Steuerung: Maus/ Tastatur
Multiplay: Lan/ Internet
Sprache: Deutsch/Englisch
Patch: 1.3
Bemerkung: inkl. Editor
USK: 12
Titan Quest (review von nali_warcow)

Alle Jahre wieder versucht ein Actionrollenspiel Diablo 2 vom Thron zu stoßen. Doch so sehr auch gerüttelt wird, in Sachen Spielbarkeit und Suchtfaktor hat es noch kein Diablo-Klon mit Blizzards Top-Titel aufnehmen können. Trotz besserer Grafik ist für viele Diablo 2 auch nach fünf Jahren noch immer DAS Actionrollenspiel. Entwickler Ironlore stellte vor kurzem ihre moderne Version von Diablo in die Läden. Titan Quest, so der Titel, versetzt den Spieler in ein antikes Setting mit ansehnlicher 3D Grafik. Gegen Skelette, Minotauren und Harpyien geht es in den Kampf. Wie gut Titan Quest geworden ist, wie es sich im Vergleich zu Diablo 2 schlägt und in welchen Punkten noch Nachbesserungsbedarf besteht, wird das folgende Review genauer beleuchten.

In Deutschland steht zwar eine lokalisierte Version in den Läden, allerdings beschränkte sich Publisher THQ auf eine reine Übersetzung der Texte. Die Sprachausgabe ist auch in der deutschen Version englisch. Die dem Review zu Grunde liegende Spielversion war allerdings ein US Import, die zwar mehrsprachig war, jedoch keine deutschen Texte beinhaltete. Das Handbuch war in der Fassung recht schlicht in Graustufen gehalten, erläuterte dafür aber auf über 60 Seiten sämtliche Grundlagen. Egal welche Fassung gekauft wird, das aktuellste Update sollte schnellstens aufgespielt werden. Dadurch werden eine Reihe an Fehlern behoben, die Performance verbessert und Abstürze beseitigt. Außerdem kam mit Version 1.11 eine Backupfunktion für den Charakter hinzu. Gerade in der ungepatchten Version traten recht häufig Fehler in Form von Abstürzen auf, wodurch die Charakterdaten unlesbar wurden. Sonstige technische Probleme gab es mit Version 1.11 nicht und auch der Kopierschutz arbeitete erfreulich unauffällig im Hintergrund. Gerade im Vergleich zu vielen anderen Spielen hatte Titan Quest kein Problem, wenn die Anwendung für einige Zeit minimiert wurde. Viel mehr noch, das Spiel schaltete in einen "Hintergrundmodus" und lud die Spieldaten beim Fortsetzen einfach wieder neu in den Speicher.

Im Testverlauf zeigte sich der aktuellste Patch (1.11) als recht störrisch. Ein frisch installiertes Titan Quest (Version 1.0 – US Version) lies sich nicht dazu überreden, direkt auf Version 1.11 gepatcht zu werden. Weder das automatisch runtergeladene Update noch der manuelle Patch von Version 1.0 auf 1.11 funktionierten. Nur über den Umweg 1.0 auf 1.08 und von 1.08 auf 1.11 lies sich das Spiel auf den aktuellen Stand bringen.

Die Titanen sind los

Ein stimmungsvolles Renderintro zeigt das eigentliche Problem in der antiken Welt, die der Spieler betritt. Die Titanen - ehemalige Götter - sind aus ihrem Gefängnis, in dem sie vor langer Zeit von den Göttern eingesperrt wurden, ausgebrochen. Diese ehemaligen Götter setzen alles daran, die Herrschaft an sich zu reißen und Tod und Zerstörung über die Welt zu bringen. Genau in dies Auseinandersetzung der Götter schlittert der Spieler. Das Abenteuer beginnt dabei in Griechenland. Die Menschen haben noch keine Erklärung dafür, wieso plötzlich überall die merkwürdigsten Kreaturen die Gegend unsicher machen und wie die Heuschrecken über die sterblichen Wesen herfallen. Doch nach und nach lichtet sich der Schleier, die ersten Nachforschungen bringen Licht ins Dunkel. Der Spieler hat die leidvolle Aufgabe, einen Weg zu finden, um diese Bedrohung abzuwenden und die Titanen zu besiegen. Nach einem sehr schönen Intro landet der Spieler im kleinen Ort Helos, der von bösen Kreaturen bedroht wird. Mit der Zeit lüftet sich das Geheimnis immer weiter und der Spieler folgt einer Spur nach der anderen hinterher, um die Ursache zu beseitigen. Allerdings wird die Reise durch drei Welten nicht sonderlich spannend und motivierend erzählt. Lediglich NPCs dienen mit unterschiedlich langen Dialogen dazu, die Hintergrundgeschichte zu präsentieren. Im weiteren Spielverlauf gibt es leider keine weiteren Videos oder besondere Zwischensequenzen. Der Spieler kommt vielmehr von Pontius zu Pilatus und betätigt sich als "Problemlöser", der nebenbei einer Fährte folgt. Im Vorbild Diablo 2 reiste der Spieler zwar auch "nur" einer Spur hinterher, doch durch die Videos wurde die Hatz nach dem gehörten Dämonen sehr ansprechend präsentiert. Wer sich für Mythologie interessiert, der kann auch an der Präsentation von Titan Quest Spaß haben und mit fiebern. Aber zumindest im Coop-Modus oder beim erneuten Durchspielen, um den Helden weiter zu verbessern, neue Skills zu lernen, Erfahrungspunkte zu sammeln und bessere Waffen zu finden, ist die Hintergrundgeschichte eher nebensächlich.

Monster verkloppen, Erfahrung sammeln, Charakter verbessern…

Wie schon angesprochen ist Titan Quest vom Gameplay her sehr ähnlich wie Diablo oder Sacred. Als kleiner, schwacher Held verschlägt es den Charakter in die Antike. Noch ganz grün hinter den Ohren bekommt der klassenlose Held seinen ersten Auftrag. Ein Bauer bittet ihn darum, sein Pferd auf dem Feld vor den angreifenden Satyren zu retten. Für die drei schwachen Gegner sollte das Messer reichen, das der Charakter in der Hand hält. Aber nicht nur der Farmer hat Probleme, auch das Dorf Helos leidet unter dem kontinuierlichen Ansturm der Feinde. Diomedes, der Dorfälteste, bittet ihn ebenfalls um Hilfem denn im Umland des Dorfes treibt ein Schamane sein Unwesen. Auf dem Weg dahin stellen sich selbstverständlich einige seiner Schergen in den Weg. Doch dank der ersten besseren Waffen, Heiltränken und einem Level Up kommt der Grünschnabel schnell voran. Gerade der Bogen ermöglicht es, die Feinde schon auf Entfernung anzugreifen, so dass die Gesundheit geschont werden kann. Ehe sich der Held versieht, steht er dann auch schon im Lager des Anführers und der Kampf beginnt. Zuerst werden nach und nach die kleineren Begleiter ausgeschaltet und danach der Meister selbst vernichtet. Angeschlagen, aber lebend, geht es nach dieser Tat wieder zurück zum Auftraggeber, um die Belohnung abzuholen und weitere Informationen über die mysteriösen Vorfälle in der Gegend zu bekommen…

Wie Spieler es aus Sacred, Dungeon Siege oder Diablo kennen, präsentiert auch Titan Quest eine Mischung aus Action und Charakterentwicklung. Immer bessere Ausrüstung für den Charakter, immer mächtigere Fähigkeiten und stärkere Feinde warten auf den Helden. Schon bald reichen simple Waffen und Rüstungen nicht mehr, dann müssen es besondere, magische Objekte sein. Aber auch Ringe, Amulette und Runen sorgen ebenfalls für einen ungeheuren Sammeltrieb in bekannter Hack 'n' Slay Manier.

Drama in drei Akten

Allein oder im Coop geht es dabei in den Kampf in drei großen Welten. Das Abenteuer beginnt in Athen, führt den Spieler nach Ägypten und endet schließlich in Asien. Entsprechend besucht der Spieler nicht nur antike Tempel und die Hängenden Gärten, sondern durchstreift auch Wüsten, Grabanlagen und Pyramiden, bevor das Abenteuer in Eislandschaften, Wäldern und der Chinesischen Mauer endet. Die drei unterschiedlichen Welten sind dabei sehr groß ausgefallen und halten den Spieler einige Zeit bei Laune. Gut 30 bis 35 Stunden sind für das erste Durchspielen einzuplanen. Es geht allerdings auch eine Spur schneller, wenn der Spieler nicht jeden Winkel der Welt erkundet, jede Höhle säubert und jedes Nebenquest erledigt. Dann hat es der Spieler allerdings auch ein wenig schwerer, da der Charakter entsprechend weniger Erfahrung gesammelt hat und die Monster ihm stärker zusetzen. Doch egal ob Einzel- oder Mehrspielermodus, bereits gesäuberte Gebiete und Areale können beliebig oft erneut besucht werden. In beiden Spielmodi werden jeweils nur die erledigten Aufträge, der Charakter und die erkundete Karte gespeichert. Die Welt selbst wird bei jedem Spielstart neu bevölkert und der Held startet am zuletzt aktivierten "Lebensbrunnen". Diese Brunnen sind in regelmäßigen Abständen überall in der Welt verteilt. Immer wenn ein Spielstand geladen oder der Charakter gestorben ist, geht es von diesem Punkt aus weiter. In Bezug auf den Tod sind die Entwickler ein wenig gnädiger als Blizzard. Der Charakter verliert zwar ein wenig Erfahrung - und ein wenig mehr auf höheren Spielstufen - doch die Ausrüstung bleibt erhalten und muss nicht erst wieder aufgesammelt werden. Neben den Brunnen gibt es auch Portale, wie dies auch in den Konkurrenztiteln Diablo, Sacred und Dungeon Siege der Fall ist. Allerdings ist der Abstand zwischen den jeweiligen Portalen mitunter etwas größer, so dass der Spieler - im Gegensatz zu Diablo - nicht jedes Gebiet direkt ansteuern kann. Aber dafür ist die Welt auch deutlich größer. Für die schnelle Reise zum nächsten Händler kann der Spieler überall ein kostenloses Portal erstellen, das bei der Rückkehr wieder verschwindet. Im Gegensatz zur Konkurrenzen aus dem Hause Blizzard ist die Welt jedoch "fest" und wurde vom Entwickler Ironlore per Hand designt. Wer aber eine wirkliche Welt, wie in Sacred erwartet, in der sich der Spieler relativ frei bewegen und auch einfach mal etwas abseits des Weges nach Aufträgen und Feinden Ausschau halten kann, wird enttäuscht. Hier wird eine ähnliche Linearität geboten wie in Dungeon Siege oder Diablo. Im Gegensatz zu Diablo 2 sind die Landschaften zwar nicht so eckig ausgefallen, doch ist die strenge Linearität und Aufbau auf Basis von "Schläuchen" und "größeren Arealen" nicht zu übersehen. Da stellt sich dann schon die Frage, wieso es eine per Hand designte Welt sein muss, wenn diese im Endeffekt nicht anders aufgebaut ist als aus dem Zufallsgenerator. Die Möglichkeit einen anderen Weg zu nehmen wie beispielsweise in der MP Welt "Ulträa" von Dungeon Siege, gibt es nicht. Bei einer Spielzeit von 30 Stunden ist dies jedoch sicher verzeihbar, doch wenn dann allerdings ein neuer Anlauf unternommen oder der Coop-Modus gezockt wird, wäre zumindest ein wenig Variation schön. Erstaunlich ist, dass es zwar einige abgelegene Bereiche und Höhlen in der Welt gibt, doch manche davon wirken sehr auf die Schnelle eingebaut und belohnen den Spieler mitunter gar nicht für die zusätzliche Erkundung/ Säuberung des Dungeons. Auch hier macht es Diablo 2 besser. Insbesondere weil die Gegner dort besser auf den Spieler und den Helden abgestimmt sind.

Wie die Welt, so sind auch alle Feinde in Titan Quest von den Entwicklern per Hand platziert worden. Gerade dabei hätte den Entwicklern auffallen müssen, dass sie doch einige Gegnertypen zu wenig haben. Der Spieler freut sich über jeden Szenenwechsel im Game, weil dann endlich mal wieder ein neuer Gegnertyp kommt. Zu lange kämpft der Charakter gegen immer den gleichen Feind. Sonderlich groß ist die Vielfalt in den einzelnen Arealen auch nicht. Mehr als ein oder zwei Gegnertypen trifft der Held dort nicht an. Aus der Erfahrung eines reinen Magiers (Pyromane, also kein Heilzauber) waren die Feinde im normalen Modus von Titan Quest auch durchweg viel zu einfach. Lediglich gegen Ende des Spiels wurde der Schwierigkeitsgrad ein wenig angehoben. Wenn im Laufe des kompletten Spiels nicht ein Heil- oder Energietrank (für Magie) gekauft werden muss, im Laufe des Spiels teilweise über 100 Heiltränke im Inventar waren und nach einem erschreckend einfachen Endkampf noch immer gut 50 bis 60 Heiltränke im Inventar verbleiben, dann stimmt da das Balancing irgendwie nicht. Die ganzen normalen Gegner des Spiels waren durchweg zu simpel gehalten. Weder zeigten sie besondere Angriffsmuster noch waren die stärkeren Varianten eine Bedrohung. Hier gab es zwar wie in Diablo 2 stärkere Gegner mit "blauen Namen", doch Effekte wie Blitzverzauberung oder besonders knifflige Feinde wurden nicht präsentiert. So fehlt auch ein wenig der Respekt vor den Feinden und ein besonderes Vorgehen war nicht nötig. Die Gegner stürzen sich vielmehr wie die Lemminge auf den Helden und verfolgten ihn auch nur ein kurzes Stück, bevor sie sich umdrehen und zurücklaufen.

Bei der Feind-Palette greifen die Entwickler auf zahlreiche Figuren der Antike und Mythologie zurück und mischten einige "klassische" Rollenspielfeinde hinzu. Zombies und Skelette sind genauso vorhanden wie Schildkröten, kleinere Drachen, unterschiedliche echsenartige Gegner, Yetis und allerlei Spinnen. Aber auch Harpyien, Zentauren, Minotauren, Zyklopen, Hyänen, wandelnde Statuen und Terrakotta-Krieger stellen sich dem Spieler in den Weg. In gewohnter Actionrollenspieltradition gibt es die Feinde in unterschiedlichen Varianten. Eine Skelettmagier verschießt Blitze und sein Kollege später Feuerbälle. Auch in Sachen Farbvarianten wird für ein wenig Abwechslung gesorgt. Während einige neue Varianten im späteren Spielverlauf merklich schlagkräftiger werden, bleiben andere - wie beispielsweise Skelette - bis zum Ende sehr schwach. Generell haben die Feinde zumindest im normalen Spielmodus keine sonderlich großen Resistenzen oder gar Immunitäten. Mit einem Feuermagier lies sich jeder Feind recht problemlos beseitigen. Selbst die eigentlich etwas besseren und stärkeren Anführer gingen meist recht fix zu Boden. Mitunter sogar eher als ihre tapferen Mitkämpfer. Ganz so dramatisch ist es dann am Ende jedoch auch nicht. Mit einer anderen Charakterklasse als dem Feuermagier ist es ein wenig schwerer und gerade auf den beiden höheren Spielstufen - episch und legendär - geht es nicht mit der "einfach rein rennen und Feuerball werfen"-Methode. Hier sind dann primär Resistenzen gegen den Angriff des Feindes gefragt und auch ein wenig taktisches Vorgehen. Was somit für die "Pro-Gamer" am Anfang viel zu simpel ist, ist ein schöner Schwierigkeitsgrad für Einsteiger und Gelegenheitszocker. Der Entwickler hat ja durchaus noch die Möglichkeit, durch Updates etwas am Schwierigkeitsgrad zu schrauben, bei Diablo 2 hat sich ja mit den ganzen Updates auch einiges in dieser Hinsicht geändert. Dann könnten auch vereinzelte Schwankungen im Level der Feinde behoben werden. Immer mal wieder bekommt es der Spieler mit Feinden zu tun, die entweder etliche Level über oder etliche unter ihm liegen. Da gab es bei den Leveldesignern wohl Unstimmigkeiten, welchen Level der Spieler selbst an dieser Stelle haben wird. Eine Ecke schwerer als die normalen Feinde sind die in relativ regelmäßigen Abständen auftauchenden Zwischengegner. Von recht starken Magiern über Zyklopen und besonders starken Wächtern bis hin zu einer Chimäre mit drei Köpfen reicht die Palette der Herausforderungen. Diese Gegner verfügen meist über sehr viele Hitpoints und ihre Angriffe können unvorsichtige Helden schnell ins Jenseits befördern. Außerdem haben einige die unangenehme Eigenschaft, Verstärkung in Form "normaler" Feinde herbeizurufen. Auf einem höheren Schwierigkeitsgrad machen sich Heiler des Gegners ganz unangenehm bemerkbar. Da der Spieler bei diesen "Zweikämpfen" meist in einem kleinen Areal eingeschlossen ist und sich der Gegner wieder regeneriert, gilt es, genügend Heiltränke im Gepäck zu haben. Insgesamt läuft aber auch hier das Spielprinzip auf einfaches Draufhauen hinaus, ohne besondere Spitzfindigkeiten. Es gilt lediglich, möglichst schnell herauszufinden, mit welcher Waffe bzw. mit welchem Angriffszauber dem Gegner besonders viel Schaden zugefügt werden kann. Mit genug Ausdauer und Geduld funktioniert mitunter auch eine simple "um den Gegner laufen und immer wieder kurz von hinten angreifen" Methode. Im Gegensatz zu den Zwischengegnern präsentiert sich der eigentliche Kampf doch sehr einfach, wenn ein "Trick" bzw. Grundlage im Gameplay Design bekannt ist und genutzt wird. Der Zugang zum "Arena" Endkampf wird nicht hinter dem Spieler geschlossen. Er kann sich hier - im Gegensatz zu den anderen Zwischengegnern - jederzeit zurückziehen. Was den Kampf jedoch sehr leicht macht, ist das Verhalten der Feinde. Der Boss verfolgt den Helden nur bis zum Ausgang, dreht sich dort um und läuft wieder in die Arena. Mit einem kurzen reinschauen, Fernschüsse abgeben und wieder verschwinden lässt sich der finale Gegner - ohne selber Schaden zu nehmen - besiegen. Ein ähnliches Verhaltensmuster gibt es auch bei den normalen Widersachern im Spiel. Diese verfolgen den Spieler auch immer nur ein kurzes Stück und drehen dann automatisch wieder um. Bedingt durch Fallen, die Feuerbälle und Eissplitter verschießen, sowie Monstergeneratoren, lassen sich im späteren Spielverlauf einige Passagen jedoch nicht nur durch einzelnes Weglocken der Gegner meistern. Allerdings kann sich der Spieler auch hier das Leben durch die Wegrenn-Methode vereinfachen.

Im Laufe des Abenteuers gilt es nicht nur viele Monster zu verkloppen, sondern auch allerlei Aufträge zu lösen. Die Geschichte wird an Hand eines Hauptquests erzählt, das kontinuierlich um zusätzliche Aufträge erweitert wird. Nachdem die ersten Infos gesammelt wurden, wird der Held auf die große Reise geschickt, um den Ursachen für die ganzen Probleme auf den Grund zu gehen. Von einem NPC wird der Spieler zum nächsten in einer anderen Gegend geschickt, wo wieder ein Problem oder eine Aufgabe auf ihn wartet, bevor hier neue Erkenntnisse gesammelt werden können. Wer dabei die Dialoge der NPCs verfolgt, bekommt auch eine durchaus zusammenhängende Geschichte mit Hintergrundinfos präsentiert. Wen dies nicht interessiert, der klickt die Gespräche einfach durch und erledigt nur die Aufgaben. Aber nicht nur für das Hauptquest, sondern auch die zusätzlichen, optionalen Quests, wird eine Aufgabenmischung aus Personen finden, Monster ausschalten und Gegenstände beschaffen geboten. Die Welt von Titan Quest wird durch einige NPCs bevölkert, die dem Spieler kleinere Anliegen vortragen. Sei es, dass ein besonders starker Gegner die Umgebung unsicher macht, ein Händler seine Waren verloren hat oder die Tochter entführt wurde. Von diesen Quests gibt es dann jeweils einige Varianten. Mal gilt es die Tochter zu finden, später ist es der vermisste Soldat und wieder etwas später die entführte Schwester. Einem Händler wurde eine Schmuckkette von Monstern geklaut, ein Soldat hat sein Schwert verloren oder ein Magier braucht Zutaten. In jedem größeren Ort der Spielwelt warten einige solcher Aufträge. Doch auch in der Welt finden sich vereinzelt Personen, die ein Problem haben. Somit hat Titan Quest in Bezug auf die Spielzeit ausreichend viele Nebenquests. Sehr viele davon wird bzw. sollte jeder Spieler erledigen, weil es dafür Erfahrungspunkte gibt. Nicht nur die Feinde bringen Erfahrungspunkte, auch die Mehrheit der Aufträge bringen einen ordentlichen Batzen Erfahrung. Darin liegt allerdings auch ein wenig die Schwäche der Aufträge. Dass diese relativ gleich sind und nur wenig unterschiedliche Muster aufweisen, stört in einem Actionrollenspiel zwar weniger, aber der Gegenwert, die Belohnung, ist nicht sonderlich motivierend. Viel zu selten gibt es einen wirklich guten Gegenstand oder ein mächtiges Item. Ab und zu gibt es einen Skillpunkt für den Charakter, aber Belohnungen wie in Diablo, bei dem beispielsweise der Schmied eine Waffe verzaubert oder ein Gegenstand personalisiert wird, gibt es nicht. Wenn es einen Gegenstand gibt, dann war dieser in neun von zehn Fällen eher unterdurchschnittlich. Einem Stufe 16 Helden wurde beispielsweise als Belohnung ein "mächtiger Ring" versprochen. Was gab es? Einen Ring mit +6 Stärke, den sich der Spieler schon nach kurzer Spielzeit bei jedem Händler kaufen konnte.

Langzeitspaß

Ist Titan Quest schließlich durchgespielt und der Endgegner besiegt, darf der Spieler den nächsthöheren Schwierigkeitsgrad anwählen. Schon auf Elite werden die Gegner eine ganze Ecke kniffliger, da die Lebenspunkte und der Schaden, den die Feinde austeilen, merklich angestiegen ist. Insbesondere die Resistenzen des Helden gewinnen an Bedeutung und er kann nicht mehr einfach so in eine Horde Gegner rennen und diese im Schnellverfahren ausschalten. Der Coop-Modus über LAN und Internet bietet da eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam als Team gegen die zahlreichen Feinde anzutreten. Wer ein etwas schwereres Spiel wünscht, kann auch gleich von Anfang an den normalen Modus im Coop spielen, da sich die Feinde an die Anzahl der Spieler anpassen und so auch der normale Schwierigkeitsgrad ein wenig fordernder wird. Im Spiel können sich die Spieler dann jeweils zu einer Partie zusammenschließen und teilen dadurch Erfahrung und Gold. Lediglich um die Items, die die Feinde hinterlassen und die in den Kisten zu finden sind, muss gestritten werden. Für Tauschgeschäfte wird ein entsprechendes Ingamemenü angeboten, worüber der Handel risikolos abgewickelt werden kann. Ob Titan Quest jedoch im jetzigen Zustand auch nur annähernd an den Dauerbrenner Diablo 2 im Internet ankommen wird, darf stark bezweifelt werden. Entwickler Ironlore hat den gleichen "Anfängerfehler" wie Blizzard mit Diablo 1 vor zehn Jahren gemacht: Die Charaktere werden auch bei Internetpartien auf der Festplatte des jeweiligen Spielers gespeichert. Cheatern sind damit Tür und Tor geöffnet, wodurch lediglich Partien mit "guten Freunden" online Spaß machen. Außerdem sollten die Entwickler in Sachen Performance nachbessern. Im Mehrspielermodus kam es selbst im LAN-Testverlauf zu merklichen Rucklern und Aussetzen, die auf beiden Systemen im reinen Einzelspielermodus nicht auftraten. Erfreulich für kurze LAN Partien, wenn ein Freund vorbeikommt und einfach mal eben einige Stunden Titan Quest gespielt werden soll: Die Spieler brauchen nicht alle eine eigene CD. Erst das Spiel auf dem einen Rechner starten, danach kann die Spiel DVD rausgenommen und damit Titan Quest auf dem nächsten Rechner gestartet werden. Wer länger und regelmäßig im LAN spielen will, der kauft sich natürlich mehrere Exemplare.

Was bei Shootern schon lange gang und gäbe ist, kommt bei Rollenspielen erst langsam in Mode. Editoren gehören noch längst nicht zu Grundausstattung eines Spiels. Hier profitiert Titan Quest auch davon, dass die Entwickler die Welt per Hand selber gestaltet haben. Genauso wie bei Dungeon Siege ist es für Titan Quest möglich, mit dem mitgelieferten Editor ganze Welten zu erstellen, mit Monstern zu bevölkern und Quests einzubauen. Alles was der Spieler benötigt ist eine original Titan Quest DVD und ein entsprechend installiertes Spiel. Über eine zusätzliche Verknüpfung kann sich jeder Zocker daran machen, selber eine Welt zu gestalten. Im Gegensatz zum Editor in Dungeon Siege ist die Titan Quest Variante merklich einfacher zu bedienen. Eine Anleitung und Beispiele dazu liegen dem Spiel ebenfalls bei. Als kleinen Bonus für deutsche Spieler hat THQ außerdem die Editoranleitung übersetzt und stellt die PDF-Datei auf der Webseite des Spiels zum Download bereit. Schon mit wenigen Mausklicks kann so jeder Landschaften gestalten, Monster verteilen und die eigene Welt im Einzel- und Mehrspielermodus testen. Für komplexe und große Welten wird zwar noch immer einiges an Zeit benötigt, doch der erste Rohentwurf geht relativ flott von der Hand. Dies liegt daran, dass der Spieler die Welt nicht aus lauter kleinen Mosaiksteinchen - wie in Dungeon Siege - erstellen muss, sondern mit 3D Werkzeugen die Landschaft direkt in Echtzeit bearbeiten kann. Heben, Senken, Angleichen und andere Tools machen es möglich. Es wird zwar einige Zeit dauern, bis wirklich umfangreiche Mods und Welten für Titan Quest von Hobby-Entwicklern im Netz erhältlich sind, aber die Zeichen dafür stehen recht gut.

Charakterklassen und -entwicklung

Wer schon einmal ein (Action)Rollenspiel gestartet hat, der kennt die eigentliche Startprozedur. Gerade die ersten Minuten verbringt der Zocker damit, sich Gedanken über den Charakter zu machen. Wie soll er aussehen? Welches Geschlecht und wie sieht es mit Rassen, Klassen und Fertigkeiten aus? Welche Besonderheiten gibt es bei der jeweiligen Auswahl zu beachten? Bei Titan Quest hat der Spieler anfangs jedoch abgesehen vom Geschlecht und Namen des angehenden Helden keine weitere Auswahl zu treffen. Ganz ohne eine Spezialisierung geht es in Abenteuer. In welche Richtung sich der Charakter entwickeln soll und welche "Klasse" der Spieler nimmt, kann erst im späteren Spielverlauf bestimmt werden. Zuerst mit Level Eins und später mit Level Acht kann sich der Spieler jeweils eine von acht Meisterschaften aussuchen. Durch diese Meisterschaften wird die Klasse des Helden definiert, wobei jede Meisterschafft einen eigenen Skilltree beinhaltet. Aufgrund der freien Kombination der acht Meisterschaften kann der Spieler somit 36 verschiedene Heldenklassen ausprobieren und spielen. Ein Nahkämpfer, der gleichzeitig auf Feuerzauber zurückgreift? Oder ein wenig Blitz und Eis in Kombination mit Jägerfertigkeiten? Am Stärksten sind natürlich entsprechend spezialisierte Charaktere, bei denen sich die beiden Meisterschaften ergänzen. Im normalen Modus sollte kaum ein Charakter ernsthafte Probleme bekommen, aber gerade auf den beiden höheren Schwierigkeitsgraden sind entsprechende Begleiter eine gute Wahl, wobei sich eine optimale Party gegenseitig zu unterstützen weiß und nicht aus vier Feuermagiern bestehen sollte. Die acht Meisterschaften sollten für jeden Spielertyp etwas bereithalten. Die jeweils 20 Fähigkeiten pro Meisterschaft ermöglichen es außerdem, den Charakter noch weiter zu spezialisieren. Nicht alle Fähigkeiten sind aktiv, einige sind rein passiver Natur, wie beispielsweise beim Kämpfer die Chance den Gegner kurzzeitig zu lähmen, oder verbessern Attribute und Werte des Helden. Der Kämpfer hätte in dem Bereich beispielsweise die Möglichkeit, die Anforderungen der Stärke- und Geschicklichkeitswerte für Waffen und Rüstungen zu senken, wohingegen ein Feuermagier die Chance bekommen kann, dass der Schaden verdoppelt wird. Von den jeweils 20 Fähigkeiten pro Meisterschaft hängen einige miteinander zusammen, wodurch der Spieler gezielt eine Fertigkeit verbessern kann. Der Magmaball des Feuermagiers besteht aus einer aktiven und zwei passiven Fertigkeiten. Ein Skillpunkt auf die aktive Fähigkeit steigert den Grundschaden. Die eine der passiven Fähigkeiten dagegen reduziert die Aufladezeit bis der Magmaball erneut geschleudert werden kann und die andere Fähigkeit sorgt für mehr Splitterfragmente beim Auftreffen. Die meisten Fähigkeiten lassen sich zwischen sechs und zwölf Mal steigern, bis das jeweilige Maximum erreicht ist. Auf hoher Stufe ist dann auch ein sehr früher Spruch im späteren Spielverlauf noch recht nützlich. Dafür gibt es jedoch keine so große Auswahl an Fähigkeiten, was insbesondere beim Magier auffällt. Wer meint aus unterschiedlichen Feuer-, Eis- und Blitzzaubern wählen zu können, wird enttäuscht. Allerdings gilt es nicht nur die Skillpunkte (drei pro Levelaufstieg) in die Fähigkeiten zu investieren, sondern auch in die eigentliche Meisterschaft. Erst wenn der Meisterschaftslevel eine bestimmte Stufe erreicht hat, werden neue Fähigkeiten freigeschaltet. Nebenbei bringt ein zusätzlicher Meisterschaftslevel auch weitere Boni für den Charakter, die meisterschaftsspezifische Attribute verbessern. Wer also den Meisterschaftslevel des Feuermagiers steigert, kann sich über mehr Intelligenz, Gesundheit und Energie (auch als Mana bekannt) freuen.

Neben den drei Skillpunkten pro Stufenanstieg bekommt der Charakter außerdem zwei Attributspunkte, die auf fünf Attribute verteilt werden können: Gesundheit, Energie, Stärke, Intelligenz und Geschicklichkeit. Allerdings steigert ein verteilter Punkt das jeweilige Attribut um vier Punkte. Sprich: Hat der Spieler eine Stärke von 50 und investiert einen Attributspunkt, dann wird Stärke auf 54 angehoben. Dadurch erreichen die Charaktere schon sehr früh im Spiel Attributswerte von über 100. Gerade bei besonders hoch ausgebauten Attributen bringen Items mit einer prozentualen Steigerung eines Attributs (beispielsweise +20% Stärke) einen richtigen Schub.

Neben den Attributen gibt es auch die unterschiedlichsten anderen Charaktereigenschaften, von Widerstand gegen Elementarangriffe über offensive und defensive Eigenschaften bis hin zur Regenerationsrate von Gesundheit und Mana. Die Heldenentwicklung in Titan Quest erlaubt sehr unterschiedliche Charaktere, bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten und ermutigt den Spieler mit Meisterschaften und Fähigkeiten zu spielen. Der Spieler hat dabei nicht nur die Möglichkeit, die letzte Änderung kostenlos Rückgängig zu machen, sondern kann auch beim nächsten Mystiker verteilte Skillpunkte wieder entfernen lassen. Dies geht jedoch nur mit Skillpunkten, die auf Fähigkeiten verteilt wurden. Der Meisterschaftslevel bzw. die Meisterschaft selbst, kann nicht verändert werden. Zwar verlangt der Herr für seine Dienste ein wenig mehr Gold (pro entfernten Skillpunkt), doch Gold ist meist reichlich im Inventar des Helden vorhanden. Außerdem hat der Spieler dadurch die wunderbare Gelegenheit, andere Skills auszuprobieren und braucht keine Angst vor "verschwendeten Punkten" zu haben. So kann für einen anderen Schwierigkeitsgrad oder durch den Wechsel vom Einzelspiel in den Coop-Modus ganz nach Belieben der Held - in einem gewissen Rahmen - verändert und angepasst werden. Wichtig zu wissen, woran sich gerade Diablo Spieler gewöhnen müssen, ist, die doch insgesamt recht lange Aufladezeit, bis ein Spruch oder Fertigkeit erneut zur Verfügung steht.

Ringe, Amulette, Waffen und magische Objekte

Welcher Spieler kennt es nicht. Ein "Ping" ertönt und schon wird ganz automatisch auf die Taste gedrückt, wodurch Gegenstände auf dem Boden angezeigt werden. An Gegenständen und sammelbaren Objekten mangelt es Titan Quest auf gar keinen Fall. Die Gegner hinterlassen eine Fülle an Waffen, Rüstungen und anderen Objekten. Allerdings funktioniert das Drop-System in Titan Quest ein wenig anders als im großen Vorbild Diablo. Die zahlreichen Gegner hinterlassen zwar viele Objekte, doch über 95% sind für den Spiel vollkommen unwichtig. Jeder besiegte Feind hinterlässt seine Waffen und Ausrüstung auf dem Schlachtfeld, die er im Kampf getragen hat. Bei diesen ganzen Gegenständen handelt es sich jedoch um die simpelsten Objekte, ohne irgendwelche Verzauberung oder besonderen Eigenschaften. Kurz: Nur Schrott, den ein Held eventuell in den ersten Spielminuten brauchen könnte. Ab und zu hinterlassen die Feinde auch mal Gold oder Tränke. Ansonsten heißt es für den Helden jedoch Truhen durchsuchen und Knochenhaufen umdrehen, wenn magische Gegenstände gefunden werden wollen. Die Chance, dass ein Feind auch nur einen leicht verzauberten Gegenstand hinterlässt, ist sehr gering. Selbst die im Spiel immer mal wieder auftauchenden Zwischengegner hinterlassen wenig bis gar nichts in dieser Richtung. Um eine "Belohnung" in Form von Waffen und Ausrüstung zu bekommen, müssen die in der Nähe befindlichen Kisten durchsucht werden. Meist wird der Gamer dabei jedoch enttäuscht. Es werden viele magische Gegenstände gefunden, doch gelbe Items sind in Titan Quest nicht so der große Brüller (Im Gegensatz zu Diablo, wo dies schon sehr gute Ausrüstungsgegenstände waren). Mitunter befinden sich in den schönsten und größten Truhen schlechtere Items, als in dem Knochenhaufen wenige Schritte weiter. Somit hapert es im Spielverlauf ein wenig an Belohnungen und somit Motivation für den Spieler. Eher durch Zufall in irgendeiner kleinen, modrigen Truhe am Wegesrand, als durch einen harten Bossfight, werden bessere Gegenstände entdeckt. Egal ob in Diablo 2 nun Andariel beseitigt, der hohe Rat besiegt oder die besondere Truhe am Ende eines Dungeons geöffnet wurde, von Ausnahmen abgesehen wurde der Spieler hier durchweg mit einem Uniquen oder besseren Gegenstand belohnt, so dass man sich sagen konnte, es war gut den Dungeon besucht oder den besonderen Feind ausgeschaltet zu haben. Gerade auch in abgelegenen Dungeons von Titan Quest, die der Spieler nicht unbedingt durchforsten muss, gibt es zu wenig Belohnung und einen zu geringen Anreiz in Zukunft erneut abseits des Weges zu schauen. Allerdings kommt der Spieler nicht umhin kräftig in Kisten zu wühlen. Die besseren, sprich uniquen, elitären oder gar Set-Items können gar nicht gekauft oder in einem Glücksspiel erworben werden. Beim Schmied können die unterschiedlichsten leichten magischen Waffen und Ausrüstungsgegenstände erworben werden. Ringe, Amulette, Helme, Rüstungen, Beinschienen und diverse Waffen sind im Angebot. Je nach Charakter kann der Spieler aus Knüppel, Dolch, Speer, Bogen, bis hin zu Schwert und Axt aus Massen an Ein- und Zweihandwaffen wählen. Wie es aus anderen Spielen bekannt ist, so lassen sich mit besonderen Eigenschaften der Items die unterschiedlichsten Werte des Helden - von der Lebensenergie, über Resistenzen bis hin zu Angriffsboni und zusätzlichem Elementarschaden - steigern. Ebenfalls ist es möglich, die Items durch Sockelung zu verbessern, was allerdings ein wenig anders als in Diablo abläuft. In Titan Quest kann jeder Gegenstand durch einen Talisman oder ein Relikt verbessert werden. Dazu sind keine besonderen Gegenstände mit einem speziellen Sockel notwendig. Außerdem können neben Waffen und Rüstungen auch Ringe und Amulette verbessert werden. Runenwörter gibt es in Titan Quest nicht. Allerdings findet der Spieler vom Talisman bzw. Relikt jeweils nur Fragmente in der Welt. Jeweils fünf gleiche Fragmente eines Talismans und drei eines Relikts ergeben ein vollständiges Item. Kombiniert werden können jedoch nur gleiche Relikte und Talismane. Allerdings lohnt sich dies für den Spieler, da nicht nur die Boni addiert werden, sondern bei vollständigen Exemplaren auch noch ein Bonus hinzukommt. Ergibt ein Fragmentstück eines Relikts von "Herakles Macht" jeweils +4 Stärke, so bringt das vollständige Exemplar - bestehend aus drei Fragmenten - insgesamt +12 Stärke. Als Bonus kommt außerdem hinzu, dass die Gesamtstärke des Helden noch einmal durch +4% ein wenig gesteigert wird. Je nach Relikt und Talisman können diese nur in bestimmte Items eingesetzt werden. Nicht mehr benötigte Gegenstände können bei den Händlern verkauft werden, die nicht nur in Städten sondern ab und zu auch in der Wildnis anzutreffen sind. Während Krieger überwiegend beim Schmied im Angebot stöbern, suchen Magier lieber ihren speziellen Händler auf, da nur dieser die magischen Stäbe im Sortiment hat. Das Besondere an den Stäben sind Feuer, Eis oder Blitzangriffe. Je nach Stab kann der Spieler somit auf einen unendlichen Vorrat an Feuerbällen, Eisgeschossen oder Blitze zurückgreifen, wobei eine Anwendung des Spruchs nicht auf den Energievorrat des Helden geht. Eine zwischenzeitliche Neuaufladung der Stäbe ist nicht notwendig. Dafür gibt es allerdings auch nur die drei unterschiedlichen Zauber, die jedoch mit besseren Stäben auch deutlich mehr Schaden beim Gegner anrichten. Insgesamt ist das Angebot der Händler zwar breit gefächert, doch wirklich gute Gegenstände haben diese nur sehr selten im Angebot. Die besseren, sprich seltenen (grüne Schrift), epischen (blau) und legendären (lila) Items findet der Held nur in Kisten oder bekommt diese mit etwas Glück von einem Zwischengegner. Da sich Items auch nicht im Laufe der Zeit abnutzen oder vom Gegner beschädigt werden (beispielsweise Rüstung), läuft der Charakter schon recht bald mit einem ganzen Berg an Gold in der Tasche herum. Der Testmagier hatte am Ende etwa 4,5 Millionen Gold in der Tasche, aber keine Möglichkeit, diesen Betrag auch nur ansatzweise sinnvoll ausgeben zu können.

Alles eine Frage der Handhabung

Wie fast alle Actionrollenspiele, so wird auch Titan Quest in Kombination Maus und Tastatur gespielt. Beide Maustasten können individuell mit Zaubern und Angriffsmöglichkeiten belegt werden. Im Kampf reicht es dann, die Maus über den Feind zu bewegen und die entsprechende Taste gedrückt zu halten. Ein Dauerklicken ist glücklicherweise nicht notwendig. Entsprechende Infos über den gerade anvisierten Feind werden entsprechend eingeblendet. Für schnelle Aktionen kann der Spieler außerdem auch auf zehn Hotkeys zurückgreifen, die standardmäßig auf 1 bis 0 liegen. Mit 9 wird dabei automatisch ein Heil- und mit 0 ein Energietrank zu sich genommen. Wer wie bei Diablo bis zur letzten Sekunde damit wartet, wird in Titan Quest nicht alt. Hier benötigen die Tränke ein wenig, bis die volle Wirkung entfaltet wird. Sehr erfreulich, dass sich Kleinigkeiten wie Tränke nicht nur im Inventar stapeln lassen, sondern auch alle Heiltränke auf einer Taste liegen und nicht immer in einen Gürtel - oder einer anderen Bereitschaftsleiste - gezogen werden müssen. Da es zahlreiche Gegenstände im Spiel gibt und Massen an unbrauchbaren Gegenstände zusätzlich herumliegen haben, die Entwickler für eine kleine Filterfunktion gesorgt. Je nach Taste - X oder ALT - werden alle Gegenstände oder eben nur bessere Gegenstände angezeigt. Dadurch wird die Itemflut ein wenig eingedämmt. Nicht so gut klappt das Einsammeln von Items. Zum einen sind die Hotspots der Items - aber auch der Feinde - sehr klein und leicht klickt der Spieler dabei daneben. Auch im Kampf wird ein Gegner leicht verfehlt und dann rennt der Charakter an die falsche Stelle oder sammelt einen unnützen Gegenständ ein. Öffnet der Spieler eine Kiste oder lassen die Gegner etwas fallen, dann kann der Gegenstand erst aufgenommen werden, wenn dieser "ruhig" auf dem Boden liegt. Dadurch wird gerade das Durchsuchen von Kisten und Truhen in die Länge gezogen. Am Unangenehmsten ist es jedoch, wenn der Charakter nicht das aufnimmt, was er soll. Bei geringen Frameraten weigerte sich der Held im Testverlauf immer wieder, Objekte zu nehmen. Mitunter half es die Taste zum Anzeigen der Namen der Gegenstände loszulassen, doch manchmal musste der Held auch erst ein Stückchen weg laufen und dann den Gegenstand erneut anwählen. Mitunter ging es auch nur, wenn der Gegenstand auf dem Boden und nicht der "Text" angewählt wurde.

Zu Beginn des Spiels erscheint das Inventar des Helden als recht klein, da es im Spiel auch keine Kiste oder Ähnliches gibt, um Gegenstände, die der Held gerade nicht braucht, sich aber für die Zukunft zurücklegen will, zu deponieren. Im weiteren Spielverlauf kommen jedoch noch insgesamt drei "Taschen" hinzu, wodurch der Inventarplatz jedoch merklich vergrößert wird. Nur gestaltet es sich als recht umständlich, im Inventar Ordnung zu halten, da die Taschen jeweils eigene Felder haben und es somit kein "großes Inventarfeld" für alle Objekte gibt. Da die drei Taschen auch nicht alle gleichzeitig angezeigt werden, wird es somit etwas unübersichtlich. Aber auch beim Aufsammeln neuer Objekte kommt viel zu früh die Meldung, dass kein Platz mehr vorhanden ist. Das stimmt nur bedingt, da meist zahlreiche freie Felder vorhanden sind, allerdings die Gegenstände so ungünstig verteilt werden, dass der neue Gegenstand nicht hinein passt. Hier gilt es dann selber umzusortieren, da es leider keine entsprechende Automatikfunktion gibt. Ansonsten gab es an der Steuerung nichts auszusetzen. Das Spiel ist insgesamt sehr übersichtlich und klar strukturiert. Zu Gegenständen im Inventar oder beim Händler gibt es nicht nur hilfreiche Popups, worin die entsprechenden Eigenschaften genannt werden, sondern auch die jeweiligen Werte des Gegenstands angezeigt, die der Charakter gerade trägt. Bei Händlern gibt es außerdem die Möglichkeit, falsch gekaufte oder irrtümlich verkaufte Gegenstände ohne Verlust gleich wieder zu ver- oder einzukaufen. Ein Wort sollte auch noch zu den zahlreichen kleinen Objekten. Mit Diablo 2 begannen die Entwickler solche Sammelobjekte in Massen in Rollenspiele einzubauen. Allerdings gestaltet es sich als sehr umständlich, darüber den Überblick zu behalten und die Inventarfelder sind extrem schnell damit gefüllt. Hier wäre es wirklich wünschenswert, wenn ein Entwickler für solchen Kleinkram, bei denen sich ein Sammeln lohnt, ein extra Menü/ Inventar anzubieten, das automatisch alle gleichen Objekte zusammengefasst auflistet. Wenn ein Held schon 10 schwere Rüstungen im Inventar mit sich herumschleppen kann, dann sollten einige Hundert Kleinigkeiten wie Talisman oder Relikt kein Problem darstellen. Dafür könnte das Inventar etwas kleiner werden, aber die Übersicht würde deutlich steigen. Kleiner, versteckter Aufruf an die Entwickler da draußen. :-)

Die Antike lebt!

Ab der ersten Spielminute sticht jedem Zocker ein Highlight von Titan Quest ins Auge: Die Grafik. Entwickler Ironlore hat es geschafft und die Antike in wunderbarer Pracht auf den Schirm zu zaubern und die gesamte Konkurrenz hinter sich zu lassen. Nicht nur der Charakter mit zahlreichen Ausrüstungsgegenständen ist sehr gut animiert und wird detailliert dargestellt, auch die zahlreichen Monster, NPCs und Landschaften wissen sehr zu gefallen. Die Texturen sind sehr ordentlich und es werden eine ganze Reihe an Schauplätzen ansehnlich präsentiert. Mit Griechenland, Ägypten und Asien werden drei sehr unterschiedliche und abwechslungsreiche Welten geboten. Tempel, antike Bauten, Wiesen, Wüste, Pyramiden, Küstenabschnitte, Schneelandschaften, Wälder, die Chinesische Mauer und unterirdische Höhlen laden zum Erkunden ein. Aufgrund der langen Spielzeit und der somit großen Welt sind jedoch auch zahlreiche "Wiederholungen" zu sehen. Insbesondere die Höhlen sehen sehr gleich und leider auch extrem kantig ist. Erfreulicherweise kämpft der Spieler jedoch überwiegend an der frischen Luft. Gerade im Kampf kommen die sehr gelungenen Animationen im Zusammenspiel mit der im Spiel integrierten Physikengine extrem gut rüber. Waffen fallen auf den Boden, Objekte rutschen den Hang hinunter und die Skelettknochen fliegen in der Gegend herum. Fackeln erleuchten die Gegend, Feinde kriechen aus dem Boden und die Wellen schlagen ans Ufer. Auch sehr schön ist es, dass die gesamte Welt des Spiels am Anfang kurz eingeladen wird und der Spieler danach ohne weitere Ladepausen spielen kann. Lediglich bei der schnellen Überbrückung großer Entfernungen mit Hilfe des Teleporters gilt es, sich einige Sekunden zu gedulden. Ansonsten wechselt das Spiel fließend zwischen großen Außenlandschaften und Tempel und Höhlen. Sehr schön anzusehen ist auch der langsame Tag- und Nachtwechsel, was einen immer wieder daran erinnert, wie lange man eigentlich schon vor Titan Quest sitzt. Lediglich in Sachen Performance gibt es leichte Probleme, wenn auf höchster Detailstufe gespielt wird. Im Test gab es im Zusammenhang mit geringen FPS-Zahlen Unannehmlichkeiten beim Aufsammeln von Gegenständen. Doch die Grafik kann entsprechend runter geregelt werden, dann sieht Titan Quest gar nicht mal so viel schlechter aus (lediglich in der Nahansicht), läuft dafür aber gerade auf schwächeren Rechnern merklich besser. Wissenswert für Leser, die nur die Demo gespielt haben: Die extrem starken Performanceeinbrüche beim Wechsel in Höhlen sind mit dem aktuellen Patch nahezu verschwunden. Der Sound des Spiels ist stimmig und sehr passend zum antiken Setting. Allerdings ist er nicht so markant wie bei Diablo und gerät daher recht schnell in den Hintergrund. Neben entsprechenden Effekten für Gegner, Waffen und Umgebungsgeräuschen kann der Spieler einigen Dialogen von NPCs lauschen, die die Hintergrundgeschichte erzählen oder sich einfach nur ein wenig die Seele vom Leib reden. Egal welche Version gekauft wurde, die Sprecher sind in allen Versionen englisch.

Meinung

So, war das jetzt ein "Alles ist in Diablo 2 besser"-Text und gibt es an Titan Quest auch positive Aspekte? Teilweise mag man durchaus den Eindruck haben, dass Titan Quest vor Fehlern und Designentscheidungen nur so strotzt und keinen Spaß macht. Dem ist aber glücklicherweise nicht so. Diese Ansicht kommt im Text nur so rüber, da sich das Spiel zwangsläufig mit Diablo 2 messen muss und hier und da Kleinigkeiten für Punktabzüge sorgen. Gerade im Bereich Balancing (Gegner & Loot) hat Diablo einen ganz klaren Vorsprung. Mit einigen Updates könnten die Entwickler auch bei Titan Quest den Spieler etwas besser belohnen und auch die Gegner ein wenig fordernder gestalten, so dass es Feinde im Spiel gibt, vor denen der Spieler allein schon vom Anblick her Respekt hat. Titan Quest kann sich wohlverdient als bester Diablo Klon bezeichnen und stellt gerade für Einsteiger und Gelegenheitsgamer eine sehr sinnvolle Investition dar. Noch nie wurde die Antike so schön präsentiert und der Spieler wird zudem auch einige Zeit daran seine Freude haben, denn etwa 30 bis 35 Stunden werden für einen Durchgang benötigt und die sehr interessanten Möglichkeiten bei der Charakterentwicklung ermutigen durchaus zu einem erneuten Durchspielen. Aber auch mit einem guten Freund im Coop-Modus macht das Spiel gleich eine Ecke mehr Spaß und im höheren Schwierigkeitsgrad fängt das Spiel erst richtig an. Bedingt durch den Editor können Fans auch noch für einige zusätzliche spannende Ausflüge in hoffentlich große Welten sorgen. Das Potential ist da, es muss nur genutzt werden. Lediglich für Onlinefreaks ist Titan Quest keine Option, da die Spielstände auf dem eigenen Rechner abgelegt werden, disqualifiziert sich das Spiel dadurch selbst. So etwas darf heutzutage nicht mehr passieren. Wer auf der Suche nach einem spaßigen und grafisch ansprechenden Actionrollenspiel ist und kleine Schwächen verzeihen kann, darf ruhigen Gewissens zu Titan Quest greifen. Insbesondere, wenn einige Läden das Spiel bereits schon für unter 30€ im Sortiment haben.


Geschrieben am 20.08.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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