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Tomb Raider  


Info
Autor 2+
 1.5
 2
 2
Gesamt (75 votes) 2+
 1.9
 1.8
 2.2
Name:Tomb Raider
Genre: 3rd Person Action Adventure
Produkt: Vollversion
Release: 1996/10
Publisher: Eidos
Entwickler: Core Design
Offiz. Sites: Game, Demo
Links: Lara-Web
Links: Map-Site
Hardware: 90Mhz, 8MB RAM, keine 3D-Karte nötig, HD 5 MB, Sound: 16-Bit Sound
System: Dos oder Windows
Steuerung: Maus/ Tastatur
Sprache: Deutsch
Addon: ja
Serie: ja
Patch: 1.0
Bemerkung: auch für PS erhältlich und nGage
USK: 16
Tomb Raider (review von nali_warcow)

Was sind schon zehn Jahre? In der Computerindustrie fast eine Ewigkeit. Schlagworte wie PCI Express, 512 MB Grafikspeicher, SLI Option, Pixelfüllraten und Shadereffekte bestimmen inzwischen Reviews und Packungstexte. Was die grafische Leistung angeht, so hat der PC innerhalb der letzten zehn Jahre einen enormen Sprung vollzogen. An eine Zeit die ganz ohne 3D Karten auskam, erinnern sich viele kaum noch und ein ganzer Teil der aktuellen Spieler hat diese gar nicht miterlebt. Da landet sicherlich das eine oder andere Spiel in der Ecke mit den Worten "Was ist das für eine %&$§$ Grafik", andere greifen allerdings immer mal wieder zu alten Klassikern. Insbesondere bei der Tomb Raider Serie, die jedoch nach dem vorletzten Titel "Tomb Raider: Angel of Darkness" sehr an Zugkraft verloren hat. Hier haben die ersten Titel eine deutlich größere Fangemeinde. Während Eidos mit "Tomb Raider Legends" ein "back to the roots" ankündigte und das Spiel inzwischen im Handel ist, soll dieses Review einen kleinen Blick auf die Anfänge der 3D Action-Jump & Runs werfen.

Im Oktober 1996 wurde von Core Design mit "Tomb Raider" der Grundstein gelegt, ohne den Spiele wie "God of War" oder moderne "Prince of Persia" Titel sicherlich anders aussehen würden. Tomb Raider bot seinerzeit eine fesselnde Mischung aus Action, Sprungeinlagen und eine für viele (männliche Spieler) sehr attraktive Hauptdarstellerin und alles anfangs noch ganz ohne 3D Beschleunigerkarten. Dennoch muss sich der alte Titel nicht vor dem neusten Teil der Serie verstecken. Ganz im Gegenteil. Wem Gameplay wichtig ist, der wird mit dem ersten Teil noch immer deutlich besser bedient. Selbst Anfang 2006, nach knapp zehn Jahren, ist der Kauf von Tomb Raider kein Problem. Bei Onlinehändlern finden Interessenten das Spiel noch immer im Sortiment. Die so genannte Director's Cut Version, die man noch vereinzelt in den Regalen vorfindet, beinhalten eine zweite Bonus CD mit vier Zusatzleveln. Allerdings gibt es diese auch als kostenlosen Download sollte man nur das Original und nicht die DC-Edition besitzen.

So kann Tomb Raider auch heute noch gespielt werden

Kompliziert wird es, wenn das Spiel auf heutigen, modernen Rechnern gespielt werden soll. Als Tomb Raider 1996 auf den Markt kam, gab es zwar schon Windows 95, allerdings lief das Spiel noch im reinen MS-DOS-Modus. Auch beinhaltete Tomb Raider 1 noch keine 3D Unterstützung. Die wurde erst später nachträglich per Patch geboten, als 3D Karten populärer wurden. Da auch der 3D Modus unter DOS lief, wurden entsprechende Treiber gebraucht, die genau für die jeweilige Grafikkarte zugeschnitten waren. Von DirectX war in Tomb Raider noch nichts zu sehen. Dementsprechend wäre das optimale System für das Original ein alter, vielleicht 200 MHz schneller DOS Rechner mit 3Dfx Voodoo Karte, aber mit einigen Tricks lässt sich das Game auch auf 3+ GHz Rechnern mit DirectX 9 Karten und Windows XP spielen. Benötigt werden nur einige Tools, mit denen sich einige Optionen ergeben.

Möglichkeit 1: VGA Modus in der MS-DOS-Eingabeaufforderung von Windows XP

Sollte sich der Spieler mit dem reinen, alten VGA Modus zufrieden geben, kann das Spiel einfach auf der gewünschten Partition installiert und gestartet werden. Dank Autostart muss auch nicht erst noch das Setup von der Disk gestartet werden. Wer allerdings auch Sound im Spiel möchte, braucht das kostenlose Tool "VDM Sound". Einfach installieren und danach Tomb Raider per Rechtsklick -> Run with VDM Sound über "Tomb.exe" starten. Dadurch wird im DOS Modus eine Soundblaster Karte emuliert, die auch problemlos vom Tomb Raider Setup erkannt wird.

Möglichkeit 2: VGA Modus in der "DOS-Box"

Auch mit der "DOS-Box", die man als kostenlose Version herunterladen kann, funktioniert Tomb Raider. Wichtig ist es nach der Installation in der Datei "dosbox.conf" dafür zu sorgen, dass das CD oder DVD Laufwerk des Rechners auch in der DOS-Box mit einem Eintrag zur Verfügung steht, der etwa so aussieht:

mount d f:\ -t cdrom

"d" steht dabei für den Buchstaben, den das CD/DVD Laufwerk in der DOS-Box erhalten soll und "f" für den, den das Laufwerk unter Windows besitzt. Dann einfach die DOS-Box starten und so installieren/ starten, wie dies unter DOS gemacht wird.

Möglichkeit 3: 3DFX Modus mit Glidos

Wer Tomb Raider - und andere 3Dfx Spiele - im schöneren 3Dfx Modus spielen will und gleichzeitig gegen geringe Kosten nichts einzuwenden hat, der kann sich Glidos für 10$ kaufen. Bezahlt wird über PayPal und es erfolgt eine umständliche Aktivierung bei jeder Installation. Wie auf der Webseite beschrieben und mit der kostenlosen Variante antestbar, kann Tomb Raider dann im schöneren Glide-Modus gespielt werden. Allerdings gibt es auch noch eine vierte, kostenlose Möglichkeit.

Möglichkeit 4: Glider-Treiber über DirectX für alle Grafikkarten (Empfehlung)

Es gibt aber auch ein kostenloses Glide-Tool, das unter dem Namen dgvoodoo läuft. Wie in der Readme beschrieben, werden die Dateien ins Windows-Verzeichnis kopiert. Danach wird dann das Setup "dgvoodoo setup" ausgeführt. Als Plattform wird hier auf DOS umgestellt und im Tab "Global" wird "Working in VDD Mode" aktiviert. Der Tab "Glide" wird entsprechend dieser Abbildung konfiguriert. Als nächstes wird der Tomb Raider Voodoo Patch benötigt. Je nach Version findet man diesen entweder auf der Disk im Verzeichnis "3D Grafik" oder von der Herstellerseite herunterladen. Zuerst das Spiel installieren und dann die Datei "Tomb.exe" mit der aus dem Upgrade ersetzen. Danach einfach ein Doppelklick auf "Tomb.exe" und das Spiel startet im 3D Modus, wenn die Einstellungen bei dgvoodoosetup.exe richtig sind. Möchte man im Spiel auch Sound haben, dann muss analog zu Möglichkeit 1 noch VDM Sound installiert und das Spiel über "Run with VDM Sound" gestartet werden.

Update 09.06.07

Wer es noch einfacher haben möchte, der sollte der Tomb Raider-Fanseite "Tomb Raider Chronicles" einen Besuch abstatten. Dort gibt es einen "Advanced Tomb Raider Installer". Dieses kleine Tool sorgt für eine reibungslose Installation und Einrichtung der ersten Tomb Raider Teile unter Windows XP, wobei sowohl das Original "Tomb Raider" als auch die Erweiterung "Unfinished Business" im Software-, Glidos- oder über dgVoodoo gespielt werden kann. Sämtliche benötigten Treiber und Tools (wie etwa VDM Sound) sind bereits enthaltn. Unter Windows Vista funktioniert der Installer jedoch nicht und Tomb Raider kann hier lediglich über Emulatoren wie "Dox Box" oder "Virtual PC" zum Laufen gebracht werden. Spieler mit modernen Grafikkarten, wie etwa eine GeForce 7950, werden Probleme haben Tomb Raider im DOS-Modus spielen zu können. Schon beim automatischen Start des Setups ist nur ein schwarzer Schirm zu sehen. Eine Lösung für dieses Problem ist ebenfalls auf der angesprochenen Fan-Seite im Forum zu finden, zusammen mit einer Installationsanleitung.

Frau auf Entdeckungstour

Schon das Intro zeigt anschaulich, was den Spieler erwartet. In einem Schneesturm bahnen sich zwei verhüllte Personen ihren Weg durch eine eisige Landschaft. Irgendwann erreichen beide ein großes Tor, das jedoch verschlossen ist. Mutig klettert die Abenteurerin nach oben und findet den entscheidenden "Schalter", so dass sich das große Tor öffnet. Doch zumindest für den Begleiter endet die Reise an dieser Stelle, da er von den herausstürmenden Wölfen zerfleischt wird. Doch Lara nimmt es locker und erledigt die Viecher ganz cool und lässig mit ihren beiden Pistolen. Sie schreitet durch das große Tor und das Abenteuer beginnt. Lara hatte sich einverstanden erklärt, sich für Natla auf die Suche nach einem Artefakt zu begeben, das hier in Peru zu finden sei. Allerdings stellt sich schon bald heraus, dass es mit dem magischen Gegenstand einiges mehr auf sich hat, als anfangs vermutet. Nachdem Lara sehr unfreundlich von einem Handlanger begrüßt wurde, beginnt die Abenteurerin mit weiteren Nachforschungen, die sie bis nach Atlantis führen. Präsentiert wurde die Handlung mit seinerzeit sehr schön vorgerenderten Zwischensequenzen im Breitbildformat. Diese liegen jedoch nur im Interleaved-Format vor, so dass heutzutage recht unschöne schwarze Zwischenzeilen auffallen. Außerdem gibt es vereinzelte Sequenzen in Ingamegrafik, in denen kurze Auseinandersetzungen gezeigt oder Charaktere eingeführt werden. Insgesamt ist die Hatz zwar nett präsentiert, allerdings liegt das Hauptaugenmerk beim Gameplay, das aus Kletter- und Sprungpassagen inklusive kurzer Kämpfe gegen unterschiedlichste Gegner - von Fledermäusen bis zum T-Rex - besteht.

Gut versteckter Eingang

Noch ist es Lara nicht ganz klar, was die unbekannte Maschine in Gang setzen wird. Zum Betrieb werden jedoch noch einige Zahnräder benötigt, wie unschwer zu erkennen ist. Also geht es zurück zum Eingang, vorbei am kleinen Zulauf zum Wasserfall und vorsichtig an den Steinen hinab. Unten angekommen warten einige Wölfe auf die Heldin, doch mit den beiden Knarren sind die Tierchen schnell ruhig gestellt. Hat schon was, wenn die Trefferquote auch im Sprung oder Laufen bei 100% liegt. *g* Über einige kleine Felsen erreicht Lara schließlich ein mit üppigem Grün bewachsenes Tal. Eine riesige Ebene eröffnet sich ihr und plötzlich laufen zwei angriffslustige Raptoren auf sie zu. Das wird schon etwas heikel. Eine Rolle nach links und dann nach hinten. Einfach um den Baum herum und weiter während des Laufens die Waffen sprechen lassen. Ein Raptor ist erledigt und der andere hat kurzzeitig abgelassen. Aber da setzt Lara nach und wenig später liegt auch Nr 2 am Boden. Weiter geht es tiefer ins verborgene Tal. Doch was ist das? Der Boden wackelt ja plötzlich und ein riesiger T-Rex taucht aus dem Hintergrund auf und macht sich zielstrebig in Richtung Lara auf. Scheinbar wurde das nächste Mittagessen gerade ausgesucht. Da muss zu härteren Geschütze gegriffen werden und die Shotgun mit begrenzter Munition wäre wohl durchaus angebracht. Mit Salti und Rollen versucht Lara dem Monstrum auszuweichen und es gleichzeitig in die Knie zu zwingen. Endlich, kurz bevor der eigene Lebensbalken bei Null ankommt, geht der T-Rex zu Boden und rührt sich nicht mehr. Nun noch fix ein Heilpack hervorgekramt, bevor die weitere Erkundung des Tals in Angriff genommen werden kann. Auf der Suche nach den Zahnrädern wird Lara hier im Tal fündig. Eins davon ist in einem Wassertümpel vorborgen und für ein anderes geht es an einer Felsformation nach oben. Etwas klettern, hangeln und ein gewagter Sprung über eine zum Teil eingestürzte Brücke und alle Teile befinden sich in ihrem Besitz. Endlich wieder bei der Maschine angekommen zeigt sich auch schnell, was nun bewerkstelligt wurde. Damit wurde der Fluss des Wassers umgelenkt und der Wasserfall somit "ausgetrocknet", so dass nun eine dahinter verborgene Höhle sichtbar geworden ist.

Sightseeing

Für alle Einsteiger und Neulinge von Tomb Raider gibt es im Spiel einen kleinen Trainingsabschnitt. Dieser wurde allerdings nicht direkt ins Gameplay implementiert, sondern kann als zusätzlicher Abschnitt aus dem Hauptmenü heraus ausgewählt werden. Unter Laras Anweisungen lernt der Spieler in ihrer großen Villa alle Aktionsmöglichkeiten des Spiels kennen. Auch ist der eine oder andere Geheimraum zu finden. Das eigentliche Abenteuer erlebt der Spieler dann in insgesamt 15 umfangreichen Leveln, die in sehr unterschiedlichen Schauplätzen angesiedelt sind. In der verlassenen Stadt Villacomba trifft der Spieler noch auf die leichtesten Gegner, wie Wölfe und Vögel. Aber auch ein großer T-Rex und Bären wollen an der Heldin knabbern. Danach steht ein Abstecher in ein römisches Setting, inklusive großer Höhlen, Bauten, Abwasserkanäle und einem Kolosseum auf dem Programm. Neben Kletterpassagen müssen auch anspruchsvolle Tauchpassagen und Prüfungen gemeistert werden, bevor sich der Spieler im sandigen Ägypten austoben darf. Lara turnt auf und um einen Obelisken, eine Sphinxstatue und durchquert eine heilige Stadt. Nach vielen Feuerfallen, gemeinen Sprüngen und starken Mumien-Gegnern steht aber auch ein Abstecher in die versunkene Stadt Atlantis auf dem Programm. Der Spieler wird durch sehr unterschiedliche Level und einer sehr wohl dosierten Mischung aus Kletteraufgaben und gut eingebetteten Kämpfen bei Laune gehalten. Mal müssen Schlüssel gefunden, Schalter betätigt oder nur durchdachte Sprungpassagen gemeistert werden. So gilt es beispielsweise sich in zwei Türmen über wegbrechende Bodenplatten nach oben zu arbeiten und jeweils einen Schalter zu betätigen, so dass im mittleren Durchgang die Tür aufgeht, um weiter zu kommen. Ober aber durch das Betätigen von Schaltern werden Objekte wie Säulen umpositioniert und ermöglichen das Erreichen ganz neuer Level-Abschnitte. Je nach Bedarf wird durch einen Kameraschwenk gezeigt, wo sich in den großen Leveln ein Tür geöffnet oder Plattform bewegt hat. Große Kisten kann Lava umher schieben und so nicht nur Durchgänge frei räumen, sondern sich damit auch eine geeignete Sprungplattform bauen oder einfach auf einen Bodenschalter schieben, damit sich eine Tür nicht wieder schließt. An einer Stelle gilt es sich unter einen gigantischen Hammer zu positionieren und im richtigen Moment zur Seite zu springen, bevor Lara davon zerquetscht wird. Der Mühe Lohn ist eine Kiste, die durch die Erschütterung herunterfällt und womit sich die Heldin über den großen Hammer weiter nach oben vorarbeiten kann. Aber auch Kletteraktionen in luftiger Höhe wollen bewältigt werden, bei denen jeder Sturz nach unten der letzte Fehler war. Andere Passagen wurden dank Fallensysteme anspruchsvoll ins Spiel eingebaut und sorgen für etwas Zeitdruck. Da gilt es schnell zu handeln, bevor die Falle wieder zuschnappt oder die Tür sich wieder schließt. Auch die Tauchpassagen sind teilweise sehr anspruchsvoll gehalten und Lara verbraucht den begrenzten Luftvorrat nahezu vollständig, bevor sie ihr Ziel erreicht. Unter Wasser müssen Schalter betätigt oder Schlüssel auf dem Grunde gefunden werden. Teilweise muss allerdings auch erst für den richtigen Wasserpegel und die korrekte Strömung gesorgt werden. So gibt es Räume, in denen das Wasser abgelassen werden muss, damit eine dort befindlich Kiste auf dem Boden landet, so dass die Heldin damit an einen normalen Wandschalter kommt, der nicht unter Wasser betätigt werden kann. Aber auch andere Prüfungen und Kopfnüsse stellen sich dem Spieler in den Weg. So gilt es einen Raum mit einer ganzen Masse an Damokles-Schwertern unbeschadet zu durchqueren. Der Spieler kommt dabei immer wieder ins Staunen. Die Räume sind teilweise gigantisch groß und wenn der Charakter dann irgendwo 100 Meter in der Luft turnt und sich nur an einer schmalen Kante festhält, dann wirkt das schon sehr eindrucksvoll. Solche großen Räume und eindrucksvolle Bauten bietet das Spiel nicht nur ein oder zwei Mal, sondern jeder Level weiß in irgendeiner Form mit mindestens einem großen Raum zu gefallen. Mal gilt es sich in Schwindelerregende Höhe vorzuarbeiten und ein anderes Mal klettert Lara durch eine gigantische, römische Arena. Diese großen Hallen und unterirdischen Kammern waren schon bei ihrem Betreten ein ganz besonderer Augenschmaus und man weiß, dass hier im weiteren Verlauf einige waghalsige Klettereinlagen warten. Selbst der neuste Tomb Raider Titel kommt da mit der ganzen modernen Grafikpracht nicht gegen an und präsentiert leider durchweg simplere und übersichtlichere gehaltene Schauplätze und Räume. Allerdings wiederholt sich das Gameplaymuster auf Dauer in den Leveln immer wieder, trotz der verschiedenen Settings und Aufgaben. Gerade am Anfang eines jeden Abschnitts hat der Spieler gar keine Ahnung, warum er überhaupt hier ist und worin das Ziel des Abschnitts besteht. Entweder gibt es ein bestimmtes Artefakt zu finden oder einfach nur den Zugang zum nächsten Abschnitt. Der liegt eventuell gar nicht so weit weg, kann aber erst durch umfangreiche Schalteraktionen nach längerer Spielzeit im Level geöffnet oder erreicht werden. Doch trotz des wiederholenden Gameplays machte es sehr viel Spaß, die Umgebung zu erforschen und gleichzeitig immer wieder kleine und große Erfolgserlebnisse zu erhalten. Da Tomb Raider anfangs ausschließlich im VGA Modus gespielt werden könnte, womit so mancher Schalter und Eingang nicht klar erkennbar war, war mitunter raten und viel ausprobieren angesagt. Ist das da oben in der Ecke ein Grafikfehler, vielleicht ein Schalter oder der dringend benötigter Schlüssel? Muss man in diesem Raum nun irgendwie hochkommen oder geht es vielleicht in einem anderen Raum weiter? Trotz dieser Verwirrungen, die einen durchaus in den späteren Leveln immer mal wieder heimsuchte, war das Klettern und Erkunden doch das Herzstück des Spiels und hat sehr stark motiviert. Lediglich in Abschnitten, wie der Zisterne, hätten einige Spieler sicherlich gerne eine Karte gehabt, da die Räume hier doch alle sehr ähnlich aussehen. Während das Spiel heutzutage von Freaks innerhalb von knapp drei Stunden durchgespielt wird, saß und sitzt der Spieler beim ersten Versuch doch deutlich länger daran. Die Maps sind erstaunlich groß, sehr weitläufig und beinhalten mitunter gut versteckte Secrets. Etwa 20 Stunden hält das Abenteuer so den Spieler bei Laune. Mit allen Secrets wird es deutlich länger. Da die Verstecke meist recht lohnenswerte Munition und Heilpacks beinhalten, konnte man sich durch gründliches Absuchen der Umgebung den einen oder anderen Vorteil sichern und es so in späteren Abschnitten etwas einfacher haben. Gerade im Vergleich zu späteren Tomb Raider Titeln traf der Spieler nicht auf sonderlich viele Gegner pro Level und die tierischen Widersacher hinterlassen auch keine Munition oder Gesundheitspack.

Per Director's Cut Version oder als kostenlosen Download erhält der Spieler vier Zusatzlevel. In jeweils zwei Abschnitten macht Lara einen kleinen Abstecher zurück nach Ägypten und nach Atlantis. Während die Level in Ägypten ganz nett gestaltet wurden und eine angenehme Mischung aus bekannten Levelelementen und kleinen neuen Passagen bietet, wirken die Atlantis-Level doch insgesamt deutlich lustloser. Hier sind einige Texturen doch teilweise sehr schlecht aufgelöst und bestehen zum Teil nur aus einer Farbe bzw. Farbmatsch. Liegt vielleicht auch mit daran, dass mir schon der Atlantis-Abschnitt im Hauptspiel nicht sonderlich zugesagt hat.

Steuerung & Präsentation

Tomb Raider bot seiner Zeit eine extrem einfach von der Hand gehende Steuerung, obwohl dem Spieler alle Möglichkeiten in der 3D Welt offen standen. Mit wenigen Tasten ließ sich Lara unproblematisch durch die Level lenken, springen und Aktionen ausführen. Umsehen konnte sich der Spieler, wenn er stand, ansonsten erfolgte die Kameraführung vollkommen automatisch. Dies funktioniert auch recht gut, lediglich in engen Räumen kann es etwas unübersichtlich werden. Die zusätzliche Gehen-Taste verhinderte den einen oder anderen Sturz von einer Kante. Lediglich die Positionierung vor Schaltern und Gegenständen auf dem Boden war teilweise etwas fummelig, da Lara pixelgenau stehen muss. So lange der Spieler nicht unter Zeitdruck steht, macht dies nicht ganz so viel aus. In einigen zeitkritischen Passagen verflucht man aber diese Kleinigkeit, die leider bei Objekten auf dem Boden auch noch im zehn Jahre später folgenden Tomb Raider Legend zu finden ist. Gerade wenn man modernere 3D Actiongames gespielt und da auch die Vorzüge eines Gamepads kennen gelernt hat, erscheint die Steuerung dann inzwischen doch schon etwas angestaubt, leicht ungenau und schwammig. So kann sich Lara nicht festhalten, wenn sie im senkrechten Winkel an eine Kante springt oder im Sprung ein Objekt berührt. Außerdem verzeiht die Steuerung keine Fehler bei der Eingabe, wenn der Anlauf einen Tick zu kurz war oder der Spieler zu spät die Sprungtaste gedrückt hat. Zum Release von Tomb Raider 1 war das alles kein großes Mankor, doch inzwischen haben sich die Zeiten etwas gewandelt und neben Grafik haben die Actionspiele in Sachen Bedienung merkliche Verbesserungen erfahren. Wird im 3Dfx Modus gespielt, dann kommt noch eine etwas zu schnelle Drehung hinzu, die sich jedoch durch Änderungen in den 3D Einstellungen etwas kompensieren lässt. Keine Probleme bereitet Anvisieren und Erledigen der Gegner. Einfach die Waffen gezückt und egal ob Lara läuft oder springt, der Gegner wird stets erfasst. Dank Autoaim muss lediglich die Feuertaste betätigt werden, Lara erfasst jeweils den nächsten Gegner voll automatisch. Das zur Verfügung stehende Waffenarsenal bietet von den einfachen Pistolen mit unendlich viel Munition über Shotgun, Uzis und Magnum das richtige Kaliber für jeden Gegner. Für kleinere Vögel muss kein dickes Geschütz aufgefahren werden, das sollte sich der Spieler lieber für größere Bären, schnellere Löwen oder gefährlichere Mumien aufheben. Sehr viele Tricks kannte die KI zwar in Tomb Raider nicht, allerdings hatten die Feinde doch recht unterschiedliche Angriffs- und Bewegungsmuster. So beispielsweise Affen, die den Spieler auch über Kletterpassagen und auf Blöcken erreichen konnten. Frust kam in der PC Fassung selten auf, da an jeder Stelle schnell und einfach gespeichert werden konnte. Grafisch zeigt das Spiel sehr deutlich, was sich in den letzten Jahren primär gewandelt hat. Unglaublich für manche heutzutage, dass es Zeiten gab, in denen ohne 500€-3D Beschleuniger gezockt wurde. Der niedrig aufgelöste VGA Modus war schon zum Release eine Qual und lediglich eine Art Notanker für sehr schwache Rechner. Alle anderen spielten im hochauflösenden VGA Modus, der zur damaligen Zeit ausgesprochen gut ausgesehen hat. Allerdings hatte das Spiel - obwohl es gut aussah - seine Probleme. So gab es. wenn im Softwaremodus gespielt wird, eine ganze Reihe an Darstellungsproblemen. Die Texturen "blätterten" von der Wand, wenn der Spieler sich dicht daran entlang hangelt und es gab Clippingfehler. Da steckten Blöcke merkwürdig in der Wand, Heilpacks waren durch die Decke zu sehen und Objekte steckten scheinbar ineinander. Auch waren so manche Details nur schwer zu erkennen, was die Suche nach Schaltern, Vorsprüngen, etc. erheblich erschwerte. Aber auch die eine oder andere Falle ging im Texturmatsch unter. So kam es auch immer wieder zu Situationen, in denen man lange Zeit nach einem Weg suchte, wo es weitergeht und dann bemerkt man, dass sich hinter dem scheinbaren Grafikfehler ein Schalter verbirgt oder die Textur keine feste Wand, sondern nur Dekoration ist und man vorbeikommt. Trotz dieser Mankos wusste Tomb Raider unglaublich zu motivieren. Außerdem besserte sich die Lage recht bald mit nachgereichter 3D Unterstützung, die zur damaligen Zeit für eine unglaubliche Grafikpracht sorgte. Auch die ganzen Darstellungsprobleme tauchen im Glide-Modus nicht auf, die Texturen wirken merklich schöner und Objekte sind gut zu erkennen. Lediglich die geringe Weitsicht fällt etwas unangenehm auf. Insgesamt lässt sich das Spiel damit auch heute noch angenehm spielen. Neben damals schicken Rendersequenzen gab es auch ein wenig Sprachausgabe, die sich allerdings auf die kurzen Zwischensequenzen beschränkt. Ansonsten gab Lara lediglich ein "ah" oder ein "no" von sich. (Jetzt mal das Gestöhne nicht betrachtet, wenn Lara irgendwo runterfiel oder gegen eine Wand knallte.)

Mehr Spaß nach dem Einzelspielermodus - Generelle Infos für alle Tomb Raider Teile bezüglich des Editors

Mit Tomb Raider 5: Die Chronik bekamen viele Tomb Raider Fans endlich das, was sie sich schon lange gewünscht hatten: einen Editor, den es auch einzeln zum Download gibt. Damit war es nun möglich, selber eigene Level für Tomb Raider zu erstellen. Allerdings erforderte dies doch einiges an Einarbeitungszeit und das Lesen vieler Tutorials. Eine sehr gute Anlaufstelle, wenn man sich damit näher beschäftigen will oder auf der Suche nach Leveln ist, ist "Laras Levelbase". Wichtig ist es, wenn man Custom-Level spielen will, sich die entsprechenden Infos durchzulesen. Es gibt da doch einige wissenswerte Aspekte. Zur einfacheren Handhabung sollte auch der "Tomb Raider Level Manager" installiert werden. Auf der Seite selbst findet der geneigte Spieler knapp 1500 Level, die sich auch nach Bewertungen sortieren lassen. Wie bei allen Mapdatenbanken gibt es auch hier einige schwächere Exemplare, doch wer etwas genauer hinschaut und die Such- & Sortierfunktion benutzt, findet echte Perlen im Fan-Sortiment. Auch ganze Episoden, bestehend aus fünf oder mehr Maps, stehen zum kostenlosen Download bereit. Schade nur, dass der Editor erst veröffentlicht wurde, als das Interesse der Spieler schon deutlich nachgelassen hat.

Meinung

Es ist schon eine erstaunliche Erfahrung, wenn man ein fast zehn Jahre altes Spiel jetzt erneut spielt und mit anderen aktuellen Titeln vergleicht. Interessant auch, dass sich in einigen Bereichen in den letzten Jahren gar nicht so viel getan hat. So schöne Momente Tomb Raider 1 auch hat(te), in Sachen Steuerung ist man jetzt Besseres gewohnt. Vom Leveldesign und Gameplay betrachtet ist Tomb Raider dagegen noch immer erstklassig. Anspruchsvolle Kletterpassagen werden in sehr schönen und großen Arealen geboten. Da mag ein Tomb Raider Legend noch so schön aussehen, die Level sind deutlich anspruchsloser und linearer. In Sachen Gameplay bleibt Tomb Raider Teil 1 unerreicht. Hin und wieder einige Gegner und Actionpassagen lockern gekonnt das Gameplay auf, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten oder gar wie in Legend zum Moorhuhnshooter zu mutieren. Die Feinde tauchen auch glücklicherweise nicht in solchen Massen auf, wie in den späteren Teilen der Serie und beschränken sich zu 99% auf tierische Widersacher. Auch die Erforschung der Level macht Spaß und liefert nützliche Gegenstände in Form von Secrets. Einzig Tomb Raider 4 ist in meinen Augen heutzutage das insgesamt schönere Spiel. Gespielt haben sollte man den ersten Teil jedoch auf jeden Fall. Dank 3D Modus sieht das Spiel dann auch gar nicht so schlecht aus. Ein zeitloser Klassiker, der sich auch heute noch zu spielen lohnt.


Geschrieben am 27.04.2006, Testkonfiguration: AMD64-3500+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Audigy2ZS
 



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