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Tribes: Vengeance
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| Name: | Tribes: Vengeance |
| Genre: | Egoshooter |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2004/10 |
| Publisher: | Vivendi Games |
| Entwickler: | Irrational Games |
| Links: | www.tribalwar.com |
| Hardware: | 1.3Ghz, 256MB RAM, 64 MB D3D T&L, HD 5000 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 98/ME, 2000, XP, DX9 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Multiplay: | Lan/ Internet |
| Sprache: | Deutsch/Englisch |
| zensiert: | nein |
| Serie: | ja |
| Patch: | 1.1 |
| Bemerkung: | nur auf DVD |
| USK: | 16 |
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Wenn das Wort Onlineshooter fällt, dann werden Games wie Unreal
Tournament, Quake 3 oder Battlefield
genannt. Doch die Meisten vergessen dabei einen der Mitbegründer der Onlineshooter: Tribes.
Schon 1998 konnten sich die Spieler in "Starsiege Tribes" online beharken. Doch bis heute fristete
der Shooter eher ein Schattendasein und war mehr der "kleine Geheimtipp" unter den Spielern.
Schon vor Battlefield zeigt Tribes 2,
wie sich große Außenareale und Fahrzeuge kombinieren lassen. Nun steht der dritte Teil der Serie
schon einige Wochen in den Läden und muss sich gegen Konkurrenten wie UT
2004 oder BF Vietnam durchsetzen.
Erstaunlicherweise haben die Entwickler Irrational Games dabei nicht nur auf den Mehrspielermodus
gesetzt, sondern spendierten dem Spiel auch eine Story-Einzelspielerkampagne, die es locker
mit so manchem 08/15 Shooter aufnehmen kann. Wieso es dennoch nicht ganz für eine Spitzenwertung
gereicht hat, wird das folgende Review klären.
Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen ist zumindest bei Tribes auch das Speichermedium eins
der Zukunft und so kann man sich bei der knapp 5 GB großen Installation auf die Bequemlichkeit
einer DVD freuen. Damit ist das Spiel dann auch sehr schnell installiert und Einsteiger können
schon mal im Handbuch blättern, dass in der DVD Hülle Platz gefunden hat. Auf 40 Seiten werden
nicht nur die Optionen und Möglichkeiten des Spiels wie Bewegung, Spieltypen und Fahrzeugsteuerung
beschrieben, sondern auch für eine Waffenübersicht inklusive Schadensangaben, etc. hat es gereicht.
Weder Kopierschutz noch irgendwelche schwerwiegenden Bugs ließen das Spiel im Testverlauf abstürzen.
Wohl aber muss im Mehrspielermodus in der aktuellen Version noch kräftig nachgebessert werden,
Stichwort: Onlinecheater.
Ein Imperium und viele Probleme
Ganz untypisch für ein Spiel mit Schwerpunkt Onlineshooter ist die Story. Hier bekommen Einzelspieler
etwas geboten, was viele reine Singleplayer-Games übertrifft und so alles andere als loses Beiwerk
ist. Das Imperium (Nein, hat nix mit Star Wars zu tun. ;)) kämpft gegen eine ganze Reihe aufständischer
Stämme, kurz Tribes genannt. Die wahren Hintergründe über die Motive, Personen und Ereignisse
der einzelnen Parteien wird der Spieler erst während der Kampagne lüften. Nach einem kurzen
Intro wird es auch schon bald Ernst. Der Palast wird angegriffen und Prinzessin Victoria muss
auf sich allein gestellt den Weg bis zur Rettungskapsel erkämpfen. Doch kurz vor dem Ziel kommt
es dann doch ganz bitter. Victoria schafft es nicht und wird vom Rest der "Familie" getrennt.
Sie wurde von einem der Tribes gefangen genommen. Im weiteren Verlauf erlebt der Spieler nun
eine sehr spannend inszenierte Geschichte aus Lügen, Intrigen und Verrat. Immer wenn man schon
meint, man hat das Ende erreicht kommt eine erneute Wendung der Ereignisse und es geht weiter.
Dazu setzt Tribes: Vengeance sehr geschickt unterschiedliche Charaktere ein, in dessen Rolle
man dann schlüpft. Mal ist man als Victoria unterwegs und muss eine Rettungskapsel erreichen,
dann gilt es später beispielsweise als Tribesangehöriger Victoria zu retten, oder aber man flieht
als Kind durch den Palast und selbst einen Attentäter darf man kurzzeitig spielen. Es wird dabei
immer wieder für möglichst viel Abwechslung gesorgt, allerdings für einige auch stellenweise
etwas zu viel. Im Gegensatz zu anderen Shootern ist die Story nicht ganz so 08/15 und komplexer
aufgebaut, dessen Verständnis durch öftere Zeitsprünge in der Geschichte erschwert wird.
Das hat wohl einige Redakteure von Printmags so sehr verwirrt, dass diese plötzlich die Story
bemängeln. Tja, kaum ist ein Story mal besser als ein Doom
3 und schon schalten manche "Experten" ab.
Präsentiert werden die Ereignisse in Ingame-Spielgrafik-Sequenzen, die meist jeweils separat
geladen werden. Nicht nur die Story ist abwechslungsreich entworfen, auch bei den einzelnen
Leveln und Missionen haben sich die Designer bemüht, den Spieler durch möglichst unterschiedliche
Gebiete zu schicken, um diverse Aufgaben zu erledigen. Mal gilt es möglichst unbemerkt auf einer
recht offenen Karte Kontrollpunkte einzunehmen, dann muss man aus einem Gebäude fliehen oder
infiltrieren, es gilt Geschicklichkeitsprüfungen zu bestehen, an der Kanone eines Landungsschiffes
die Umgebung zu säubern, in einen Knast einbrechen, ein Attentat verüben, eine Stellung verteidigen,
mit einem Fahrzeug einen Zielpunkt erreichen oder in einer Arena gegen ein anderes Team kämpfen.
Dabei wird der Spieler durch Mischungen aus Kletter-/Sprungpassagen und Ballerabschnitte bei
Laune gehalten. Einsteiger werden hier nach und nach mit allen wichtigen Grundlagen des Spiels
vertraut gemacht. Angefangen bei der etwas gewöhnungsbedürftigen Nutzung des Kletterhaken, dem
Jetpack und die "Schlittermöglichkeiten", den Fahrzeuge und Spieltypen im MP und den unterschiedlichen
Klassen und Waffen. Bis auf sehr wenige Ausnahmen ist das auch alles wunderbar designt. Etwas
schöner wäre es gewesen, wenn es etwas mehr Außenabschnitte gegeben hätte, da die Innenabschnitte
zwar alle etwas anders aussehen, doch auf Dauer ziehen sich immer wieder ähnliche Innenabschnitte
etwas in die Länge und zeigen nicht die Pracht anderer Leve. Die Schnitzer in der Einzelspielerkampagne
liegen jedoch in der Ausbalancierung des Schwierigkeitsgrades. Nach vielen Versuchen hat man
irgendwann die Passagen mit den Kletterhaken geschafft. Doch der Schwierigkeitsgrad ist sehr
durchwachsen. Einige Level bestehen einfach nur aus Durchlaufen und in anderen wird es deutlich
schwerer. Hier sind insbesondere Level gegen Ende des Spiels zu nennen. Zum einen gilt es mal
eine Basis zu verteidigen und der Generator darf nicht zerstört werden. Keine Ahnung was sich
die Entwickler hierbei gedacht haben, aber kein Einsteiger oder Gelegenheitsspieler wird hier
auch nur im leichtesten Schwierigkeitsgrad den Hauch einer Chance haben. Die Basis ist nach
drei Seiten hin offen. Die erste Welle normaler Fußtruppen kann man noch wunderbar abwehren.
Doch danach kommen mehrere Wellen an Angriffsfliegern und Fußtruppen. Außerdem muss man nicht
mehr nur den Generator, sondern auch vier Übertragungstürme beschützen. Nur wenn man möglichst
effizient vorgeht, genau trifft und keinen Fehler macht, hat man eine Chance. Zwischendurch
muss man auch immer wieder Waffen wechseln, Panzerung/ Waffen aufladen, etc. und danach kommen
dann noch zwei Panzer nacheinander, während Gegner aus der Ferne mit Raketenwerfer die Ziele
beharken. Das sind etwa 5 bis 10 Minuten einer Mission, für die man sehr, sehr, sehr viel Zeit
einplanen kann. In einem anderen Level muss man eine Reihe an Aufgaben innerhalb sehr knapper
Zeitvorgaben bzw. Aufgabenstellungen schaffen. Da muss man beispielsweise für einige Minuten
eine Flagge verteidigen und kein Gegner darf diese auch nur berühren. Oder aber man muss fast
perfekt die Ski-Fertigkeit einsetzen, damit man im Slalom einige Rohre mehrere Male durchqueren
kann. So sehr einem diese Sachen auch auf den Mehrspielermodus vorbereiten, so sollten Spieler,
die einen nicht schweren Schwierigkeitsgrad wählen auch entsprechend behandelt werden und alles
noch einigermaßen schaffbar bleiben. Da kann man sich nur freuen, dass es eine Quicksavefunktion
gibt. Leider sind die Ladezeiten jedoch recht lang und selbst ein Reload im aktuellen Level
dauert entsprechend. Da probiert man es wieder 10 Sekunden an einer Stelle, schafft es nicht
und darf sich dann wieder etwa 40 Sekunden (mit 1 GB RAM) eine Ladesequenz anschauen. Nach etwa
15 bis 20 Stunden hat man dann die Endsequenz gesehen.
Ballern im Mehrspielermodus
Hat man sich als Einsteiger mit den Grundlagen des Spiels mittels der Einzelspielerkampagne
vertraut gemacht, dann kann man sein Glück entweder im WWW suchen oder aber es im LAN ordentlich
krachen lassen. Lediglich die reinen Offlinespieler, die in vielen Spielen den Offlinemodus
gegen Bots nutzen, müssen bei Tribes: Vengeance in die Röhre schauen. Hier hat man nur im Einzelspielermodus
eine recht gute AI Unterstützung in Form von Verbündeten bzw. Feinden auf der Karte. Im Mehrspielermodus
findet man keinerlei Hilfen. Das schlägt sich dann ggf. auch beim LAN-Spiel nieder, wenn man
nicht gerade sehr viele Spieler hat und einige Ausgleichbots nicht geschadet hätten. Auch wenn
die Maps im Vergleich zum Vorgänger doch eine ganze Ecke kleiner und actionreicher geworden
sind, so lebt das Spiel dennoch von vielen Spielern. Für Veteranen bedeutet es jedoch dennoch
eine kleine Anpassung an das neue, schnellere und actionreichere Spielgefühl. Ansonsten wird
in Tribes noch immer durch ein anderes Aimingverhalten unter Nutzung des Jetpacks gekämpft,
als in vergleichbaren Spielen. Die Karten des Mehrspielermodus sind meistens an Stellen aus
der Kampagne angelehnt und orientieren sich auch an dem ein oder anderen bekannten bzw. ähnlich
aussehenden Setting. Mal in Gebäude, dann unterirdisch in Höhlen oder auf größeren Freiluftkarten.
Zwar sind es nicht so viele Maps, doch Abwechslung ist vorhanden und dank mitgelieferten Editor
wird sicherlich in Zukunft auch kein Mangel herrschen. Das Hauptproblem sind im aktuellen Zustand
des Spiels jedoch die Cheater im Mehrspielermodus. Schon mit der Demo gab es die ersten Hacks
und Aimbots, so dass Spieler auf riesige Entfernungen Gegner in der Luft erwischen konnten.
Im Gegensatz zu anderen Games auf Basis der Unreal Engine gibt es noch keine wirksamen Anti-Cheat-Tools
für das Spiel. Hier ist dringend und möglichst schnell Nachbesserung seitens der Entwickler
nötig, wenn der Mehrspielermodus im Internet nicht jämmerlich zu Grunde gehen sollen. In der
Form ist er zwar mit den richtigen Leuten spaßig und unterhaltsam, aber die Cheater sind leider
überall.
Bei den Mehrspielermodi wird überwiegend auf bekannte Sachen gesetzt. In der Arena treten
zwei Teams gegeneinander an. Stirbt man, dann kann man in der aktuellen Runde nicht mehr mitspielen
und muss zuschauen. Hat ein Team keine Leute mehr im Spiel, dann gibt es einen Punkt für den
Gegner. Der Ball-Modus ist eine Variante von Bombing-Run aus UT2003/2004 mit dem Unterschied,
dass der Ballträger auch Waffen benutzen kann, was die Versenkung der Pille im gegnerischen
Tor doch etwas erleichtert. Der Treibstoffmodus ist der spaßigste Spieltyp von Tribes. Hier
gilt es jeweils Treibstoff auf der Karte an speziellen Punkten bzw. der Basis des Gegner zu
sammeln und damit den eigenen Tank in der Basis zu füllen. Wer zuerst bei 100% ist hat das Spiel
gewonnen. Bei dem Kaninchenmodus muss die Flagge des Gegners eingesammelt und möglichst lange
gehalten werden und schon im Einzelspielermodus ausprobiert werden darf. Wenn auch dort unter
deutlich härteren Bedingungen. Abschließend gibt es auch noch den Capture the Flag Spieltyp,
bei dem die feindliche Flagge in die eigene Basis muss und währenddessen es gilt, die eigene
Flagge gegen Angriffe zu verteidigen. Auf so manchen Karten findet man neben den Inventarstationen
und Fahrzeugen auch neutrale Punkte, die man einnehmen kann, wodurch das Team in die Vorzüge
eines weiteren Spawnpunktes kommt, welchen man frei wählen kann.
Waffen, Klassen & Fahrzeuge
Die Waffenauswahl ist bei Tribes: Vengeance nicht ganz so umfangreich, wie man es auf Grund
anderer MP Shooter vermuten würde. Welche Waffen man nutzen kann und wie viel Munition und Trefferpunkte
man hat, hängt von der gewählten Klasse ab. Jeder Spieler (oftmals auch in den Einzelspielermissionen)
kann an Inventar-Stationen jederzeit die aktuelle Klasse wechseln. Eine Klasse steht für jeweils
eine Panzerungsstärke und den damit verbundenen Vor- und Nachteilen. Wer schnell über die Karte
flitzen will, der nimmt was Leichtes, darf dann aber auch nicht mit vielen Hitpoints rechnen
und nur auf schwächere Waffen zurückgreifen. In der schweren Variante dürfen dafür dann keine
Fahrzeuge benutzt werden und die vielen Hitpoints müssen ausreichen. Egal ob man die schwere
Colosspanzerung oder mittlere Natural Panzerung hat, mehr als drei Waffen können nicht getragen
werden. Da muss man sich entscheiden, welche Waffen man in die drei Slots packen will. Soll
es die Nahkampfenergieklinge sein, der Scheibenwerfer mit Explosivmunition, ein Minigewehr oder
eine Strahlenschrotflinte. Oder lieber einen Mörser- bzw. Granatwerfer oder den zielsuchenden
Raketenwerfer? Alternativ steht auch ein Schutzschild zur Auswahl, genauso wie ein Scharfschützengewehr.
Mit dem Kletterhaken kann man so manche Gegenden erreichen, wozu das Jet-Pack nicht ganz ausreicht.
Neben Granaten und Medipacks kann man auch ein weiteres "Pack" mit sich führen und dadurch einen
kleinen Bonus bekommen. Möchte man lieber ein Energiepack, welches die Energieaufladung verbessert,
ein besseres Schild, höhere Geschwindigkeit oder ein Reparaturkit. Diese Kits verfügen über
passive und aktive Vergütung. Das Reparaturkit beispielsweise regeneriert die Gesundheit des
Spielers langsam automatisch. Aktiviert man das Kit, dann werden alle "freundlichen" Einheiten
und Fahrzeuge, Punkte, etc. repariert, die sich in unmittelbarer Nähe des Spielers befinden.
Nach der aktiven Nutzung dauert es etwas, bis man das Pack erneut einsetzen kann. Dazu gibt
es auch noch vier Fahrzeuge, angefangen bei einem Buggy, Panzer, Jägerkapsel (kleine fliegenden
Kugel) und ein Kampfschiff, womit man Einheiten blitzschnell von A nach B transportieren kann.
Handhabung des Spiels
Bei der Steuerung macht Tribes keine großen Änderungen im Vergleich zu anderen Spielen bei
der Basissteuerung. Egal ob man sich bewegt, feuert, ausweicht, Waffen wechselt, etc. all dies
ist genreüblich, kann aber auch jederzeit über die frei belegbare Steuerung angepasst werden.
Im Vergleich zu anderen Shootern ist das Jet-Pack und die Schlittermöglichkeit kein kleines
"Goodie", sondern elementarer Spielbestandteil. Im Kampf weicht man hier nicht nur
zur Seite aus, sondern auch nach oben und fliegende Gegner sind auf jeden Fall schwerer zu treffen.
Somit kann man auch mal schnell einer Granate oder Rakete ausweichen oder ein Hindernis in Form
einer Mauer schnell überwinden. Wichtig ist es hierbei darauf zu achten, dass man immer genügend
Energie (Lädt sich selbst wieder auf) im kritischen Moment hat, weil das Jet-Pack diese recht
schnell verbraucht. Längere Strecke läuft man in Tribes auch nicht, man schlittert diese. Dazu
befindet man sich möglichst in einer Geradeausbewegung bei einer kleinen Rampe bzw. Hang nach
unten. Nun drückt man Space und schon schlittert man deutlich schneller und nimmt ordentlich
Geschwindigkeit auf. Ideal wäre es, wenn man zwischen Jet-Pack zur Überbrückung von Hügeln und
Schlittern an Hängen laufend wechseln würde. So ist man besonders flink unterwegs. Wie schon
angesprochen ist die Steuerung bzw. das Aiming in Tribes nicht gerade jedermanns Sache. So mancher
würde es wohl als schwammig bzw. ungenau bezeichnen und es gehört einiges an Eingewöhnungsarbeit
hinzu, bis man endlich nicht immer vorbeifeuert. Der Einzelspielermodus ist hier eine Ideale
Lernhilfe, wenn man gegen Tribes-Spieler der ersten Stunde antreten will. Die Fahrzeugsteuerung
ist auch etwas gewöhnungsbedürftig geworden. Das Landungsschiff ist noch mit am einfachsten,
der kleine Ein-Mann-Flieger erfordert schon mehr Geschicklichkeit, wenn man auch noch was treffen
will. Die beiden Fahrzeuge sind auch nicht so einfach in der Handhabung und man wird anfangs
doch mal Bekanntschaft mit der Wand machen. Und an einen leichten, wendigen Panzer mit Sprungdüsen
muss sich der ein oder andere Spieler eventuell auch erst gewöhnen. Leider klappt es nur etwas
bedingt, Gegner mit den Fahrzeugen zu überrollen. Sowohl in der SP-Kampagne als auch Online
überleben diese den Angriff doch recht oft bzw. werden einfach nur vor einem hergeschoben. Ansonsten
ist das Spiel sehr übersichtlich gestaltet und mit wenigen Klicks erreicht man alle wichtigen
Punkte. Das Optionsmenü bietet eine ganze Reihe an Optionen zur Optimierung des Spiels. Spielstände
können jederzeit gespeichert werden, wenn auch hier ein kleines Vorschaubildchen eine feine
Sachen beim Laden des Spielstandes gewesen wäre, insbesondere in Anbetracht der langen Ladezeiten.
Ein Autosave an einigen Stellen wäre auch nicht schlecht gewesen.
Grafik & Hardware
Für die Grafik nutzt Tribes: Vengeance die aktuellste Version der Unreal Engine und
sieht dementsprechend gut aus. Insbesondere so manche großen Außenbereiche sind optisch sehr
gelungen. In den Innenleveln kann man sich über viel Bump-Mapping und etliche Physikeffekte
freuen. Im Kampf wird der Bildschirm dann von grellen Explosionen und Schüssen nur so erfüllt
und Gegner und Gegenstände fliegen durch die Luft. Etwas schlapp kommen da einige Animationen
rüber und auch an einigen Levelstellen fehlt irgendwie noch das ein oder andere Deco. Doch insbesondere
in den Außenabschnitten haben es die Entwickler mit der Masse an Polygonen und Details oftmals
etwas übertrieben. Im Gegensatz zu Unreal Tournament 2004 sind die Hardwareanforderungen ein
ganzes Stück weiter oben. So waren die Außenmaps des Einzelspielermodus überwiegend nur in 800
x 600 einigermaßen spielbar und selbst dann gab es einige Einbrüche bei der Framerate.
Sound & Musik
Die Akustik des Spiels teilt sich etwas mit dem Spielmodus. Hat man in der Kampagne eine
ganze Reihe sehr passender und abwechslungsreicher Soundtracks, welche sich meist sehr schön
dynamisch an das Spielgeschehen anpassen, so fehlt der Sound dagegen etwas im Mehrspielermodus.
Hier gibt es dann lediglich Schüsse, Explosionen, etc. zu hören. In der Einzelspierkampagne
gibt es lediglich englische Sprachausgabe zu hören. Auf eine komplette Lokalisierung wurde verzichtet
und es gibt lediglich Untertitel. Da die englischen Sprecher jedoch recht gute Arbeit leisten
(von ein oder zwei kleinen Aussetzern mal zu schweigen) ist es auch kein Beinbruch und allemal
besser als eine 08/15 Besetzung für die deutsche Version, insbesondere bei der doch recht großen
Menge an Text.
Meinung
Es ist wirklich erstaunlich was Tribes: Vengeance als ein Mehrspielershooter für den Einzelspieler
bietet. Hier gibt es eine sehr gelungene, abwechslungsreiche und sehr schön präsentiert Einzelspielerkampagne,
die so manchen Shooter locker in die Schranken verweist. Lediglich einige recht schwere Passagen
und die langen Ladezeiten fallen hier unangenehm auf. Der Einzelspielermodus bemüht sich sehr,
den Spieler auf das leider nur reine LAN bzw. Onlinegame vorzubereiten. Vielleicht wurde auch
etwas zu viel Augenmerk auf die Kampagne gelegt und so wurde beispielsweise an Maps, Bots oder
ordentlichen Anti-Cheat-Tools gespart. In der aktuellen Version macht es wenig Spaß, wenn auf
jedem zweiten Server ein Spielverderber sein Unwesen treibt. Wenn man die Cheats mal außer Acht
lässt, dann können Tribes-Fans auf jeden Fall zugreifen. Vengeance ist zwar kompakter und actionreicher,
doch bewahrt ansonsten viel der Ursprünge und wurde nicht komplett umgekrempelt. Doch selbst
mit funktionierendem Multiplay ist Tribes alles andere als ein Spiel für Einsteiger und Gelegenheitsspieler.
Hier muss man sich wirklich online reinarbeiten. Wer auch mal im kleinen Kreis oder allein Matches
spielen will, der ist definitiv mit Unreal Tournament 2004 besser beraten. Es ist daher dringend
anzuraten die entsprechenden Demos anzutesten, weil Tribes eben doch etwas anders ist und sich
so auch spielt. Wer auf der Suche nach einem guten, actionreichen Singleplay Abenteuer ist,
kann auch zugreifen.
Geschrieben am 24.11.2004, Testkonfiguration: AMD2700+, 1GB, GeForce 6800GT, SB Live 5.1
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