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Tsunami 2265
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 | Info |
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| Autor | | 4 |
 |   | | 1.5 |
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 |   | | 1.5 |
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| Gesamt (5 votes) | | 3 |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 1 |
 |   | | 1.6 |
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| Name: | Tsunami 2265 |
| Genre: | Arcade Action |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2002/09 |
| Publisher: | Got Game Entertainment |
| Entwickler: | Prograph Research |
| Hardware: | 300Mhz, 128MB RAM, 3D-Karte, HD 1 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/XP, DX7 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Englisch |
| USK: | 12 |
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| Tsunami 2265 (review von yak) |
Wir schreiben das Jahr 2118.
Apokalyptische Fluten zwangen die Menschheit in die Knie, ausgelöst von
einem riesigen Unterwasserbeben. Die Überlebenden vereinten sich gemeinsam
unter neuer Führung, der Terrestrial Rebublic. Das erste Mal in der Geschichte
der Menschheit, daß sich Ost und West vereinten. Doch der Frieden
hielt nicht lange, denn ein neues Feudalsystem erwuchs aus den ehemaligen
Führern großer Konzerne, die ihre eigenen Königreiche regieren wollten.So
begann der Kampf um Macht, Territorialen und Ressourcen.
Hört sich mächtig nach 'nem Manga Comic an, oder?
Stimmt auch, betrachtet man Charaktere, Namen und Biographien.
Neon, Sohn eines Samurai und von seinem Vater in der Kampftechnik ausgebildet,
wurde streng nach den Richtlinien der Samurai erzogen und diente, wie
schon sein Vater, dem Meister Kenji Sugiyama. Doch dieser wurde, während
Neons Abwesenheit, heimtückisch von seinem eigenen Neffen Tetsuo ermordet.
Neon wurde nun zum Samurai ohne Meister, einem Ronin, und schwor Rache
für die Bluttat. Doch er wurde überwältigt, gefangengenommen und im Gefängnis
von Angkor-8 inhaftiert.
Naoko, die von kaiserlicher Abstammung war, wurde von ihrem Vater großgezogen,
der dem Imperialen Rat angehört und den Shoguns nahe steht. So erzog
er seine Tochter im Sinne des Bushido und sie wurde bald zu einer der
besten Kämpferinnen. Naoko brach auf, um Neon aus seinem Gefängnis zu
befreien um mit ihm gemeinsam den Untergang der Welt zu verhindern. Doch
sie stand im Kampf nicht allein da. Ein kraftvoller Mech steht ihr dabei
zur Seite.
Wie es den Anschein hat, griff die italienische Softwareschmiede Prograph
Research auf enge landesbezogene Kulturgüter zurück :-).
Tsunami 2265 ist ein Arcade-Shooter mit kleinen Rätseleinlagen, der sich
im Groben an klassischen Arcadegames orientiert. Gespielt wird aus der
3rd Person Sicht wechselweise die menschliche Figur oder ein Mech-Roboter,
wobei sich die Parts Mech-Roboter zumeist auf pure Action beschränken,
gewürzt mit kleinen Intermissionen. So darf man beispielsweise Reaktoren
niederballern oder Dämme sprengen, jedoch wird nichts gefordert, was das
Hirnschmalz zu sehr verflüssigen könnte.
Die Level, in denen man die Mech-Führer selbst steuert, beinhalten dafür
ein wenig mehr an Interaktion mit dem Umfeld. So muss man beispielsweise
mit Naoko einen geheimen Stützpunkt infiltrieren und Neon aus dem Gefängnis
befreien oder ein Laborkomplex finden, um das Geheimnis um E.L.EN.A zu
lüften. Neon muss beispielsweise in einer Mission unbeschadet seinen Mech
Katana erreichen, was ihm durch Sicherheitstüren und Wachen erschwert
wird.
Realisiert wurde das Game mit der 3D Truman Space Engine, die es ermöglicht,
große Areale ad hoc im Rechner zu verwalten und diese mit ausreichender
Sichtweite zur Verfügung stellt. Leider wurden die Texturen recht trist
und eintönig gehalten und die Auflösungen entsprechen nicht mehr dem derzeitigen
Stand der Technik. So sind die Außenlevel zumeist braune Felslandschaft
und Felslandschaften in Braun, was jedoch nicht ganz so tragisch ist,
passt es doch zur Story. Jedoch hätten mehr Abwechslung und ein wenig
mehr Detailverliebtheit hier Wunder wirken können. Dafür hinterlassen
die Raketeneffekte mit ihrer Rauchspur einen guten Eindruck. Die Level
in denen man Neon oder Naoko spielt, sind da schon besser gestaltet, wenn
auch nicht überragend. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass man
sich an einem Comic-Stil orientieren wollte, denn im Gegensatz zu der
Levelgraphik, wurden die Charaktere, wie an den Screenshoots zu sehen
ist, aufwendig, liebevoll und detailreich, mit außergewöhnlich guter Gesichtsausleuchtung
und Cel-Shading Verfahren realisiert. Alles im Manga-Stil, was bedeutet;
Figuren mit großen Heidi-Augen und gutaussehenden jungen Helden. Die Bewegung
und die Gesichtsanimationen der Protagonisten sind zumindest in den mittels
Gameengine erzählten Zwischensequenzen beeindruckend. Leider im Spiel
nicht mehr ganz so schön, so scheinen die Figuren etwas zu sehr über den
Boden zu gleiten und wenig Bodenhaftung zu besitzen. Hollywood on Ice
lässt grüßen.
Was graphisch leider schlecht und unglaubwürdig realisiert wurde, ist
das Größenverhältnis der Figuren zu den Mechs. Laufen unsere Helden durch
riesige Lagerhallen und Andockstationen, um ihren Mech zu besteigen, wirkt
dies hier noch sehr eindrucksvoll. Spielt man jedoch den Mech, geht der
gegensätzliche Eindruck, den man jetzt empfinden sollte, komplett flöten.
Man hat niemals das Gefühl, in einem riesigen Metallboliden durch die
Gegend zu stapfen, eher glaubt man, ein Power Ranger Kostüm übergestülpt
zu haben. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass man auf graphische
Details, die diesen Eindruck glaubwürdiger vermitteln könnten, verzichtet
hat. Bei SHOGO (ja, das Spiel, in dem man kleine schnuckelige Passanten
treten konnte :-) oder Slave Zero konnte man dies viel besser realisieren.
Erschwerend kommt noch hinzu, daß sich der Mech fast geschmeidiger durch die Bergschluchten
steuert, als Neon oder Naoko, die viel zu träge reagieren, wobei wir beim Kritikpunkt der Steuerung
angelangen. Zwar muss man von dem Spielkonzept Arcade-Shooter nicht erwarten, hier eine Sim-Steuerung
vorzufinden, jedoch sollte sie dann so zugänglich, schnell und präzise reagieren, wie man es
von einem 3rd Person Action Game erwarten dürfte. So spielen sich die "kleinen" Spielfiguren
viel zu träge und zu zeitverzögert und ihr Sprung läuft viel zu unkontrolliert und unbeeinflussbar
ab. Auch wenn man z. B. kleine Erhöhungen mittels Sprungeinlage überwinden möchte, muss
man oft erst einen Schritt zurück gehen, damit man nicht gegen "Wand klatscht", um wieder davor
zu landen. Der alte "Tomb Raider Effekt". Auch das Sprungverhalten der Mechs war oft
ärgerlich und gerade in dem Level, wo man den Staudamm sprengen musste, gab es diffizile Sprungeinlagen,
die oft ein Leben kosteten, einfach deswegen, weil die Verzögerung einen zu lange die Taste
gedrückt halten ließ, mit dem Effekt, dass unser Mech gleich zum nächsten (Todes-) Sprung ausholte.
Ärgerlich, weil man nur zu Levelbeginn speichern kann und man, ganz Arcade-like, nur 5 virtuelle
Leben zur Verfügung hat. Eigentlich nichts Schlimmes, aber bedenkt man die ziemliche Länge der
Tsunami-Level, ist dies schon sehr ärgerlich und motivationshemmend, besonders wenn man 3 Mechs
gegen Ende des Levels durch die ärgerliche Sprungsteuerung auf den virtuellen Schrottplatz verbannt
oder das Programm uns, wie einige Male passiert, ungefragt zum Desktop befördert. Savepoints
innerhalb der Level wären hier ein Muß gewesen. Anzumerken ist noch, dass man die "Steuerungs-Achsen"
nicht invertieren kann.
Sehr gut gelungen ist die Sprachausgabe des Spieles, wenn auch leider
nicht immer lippensynchron. Die orchestrale Musik innerhalb der Zwischensequenzen
ist gelungen umgesetzt und erinnert an gute Filmscores, wobei hier auch
reichlich von Filmklassikern "entliehen" wurde. Jedoch genügend eigenständig,
um dennoch überzeugen zu können. Leider ist die In-Game Musik nicht in
gleicher Qualität gehalten. Schnell wiederholende Loops können bald nervig
werden. Stilistisch erinnert hier die Musik eher an billige 80ziger Jahre
Fernsehserien. Entschädigen kann aber hier die durchweg spannend gemachte
und gut inszenierte Story.
Leider gibt es keinen wählbaren Schwierigkeitsgrad. So wird es in der
zweiten Spielhälfte in den Leveln, in denen man als Naoko oder Neon spielt,
extrem schwer und durch die schwammige Steuerung verspürt man mehr als
einmal den innigen Wunsch, etwas kaputt machen zu müssen ;-).
Eine recht nette Idee hat man jedoch umgesetzt. So darf man den "Rätselteil"
etwas einfacher gestalten und kann zu Beginn des Spieles wählen, ob man
Action oder Adventure spielen möchte. Am Spielprinzip ändert sich nichts,
jedoch erhält man bei Action-Wahl einen Kompass, der die jeweils notwendige
"Marschrichtung" vorgibt, auch wenn er manchmal etwas wirre
Daten anzeigt.
Die Gegner KI ist nicht erwähnenswert. Sie orientiert sich halt am klassischen
Arcade-Modus. Ballern was das Zeug hält. Damit passt sie eigentlich zum
Spielprinzip und sollte deswegen nicht zu negativ bewertet werden. Jedoch
hätte man zumindest ein paar Verfolgungsroutinen integrieren können. Die
Gegner bleiben oft einfach in der Nähe ihres Ursprungsortes stehen.
Ansonsten gibt es zwar ein paar unterschiedlich gestaltete Gegner wie
Mechs, Soldaten, Riesenspinnen, aber ihr Verhaltensmuster ist weitesgehend
identisch.
Tsunami 2265 ist ein netter Versuch, das Genre Arcadegame zu reanimieren.
Leider jedoch gibt es, trotz guter Ansätze und toller Geschichte, zuviel
Defizite. Die Shooterlevel sind eindeutig zu lang und das Leveldesign
hier viel zu langweilig und gleichförmig, so dass man praktisch minütlich
von Deja Vu's geplagt wird, weil einem die Gegend nur mehr als bekannt
vorkommt. Einmal im Kampf in einem Canyon gedreht, verliert man die Orientierung
und weiß nicht mehr, aus welcher Richtung man ursprünglich kam, was
man erst bemerkt, wenn man wieder am Anfangsort angelangt ist. Im letzten
Drittel hat man dann scheinbar immer wiederkehrende Locations per Copy
& Paste zusammengeschustert, was mehr an eine gestreckte, dünne Suppe
ohne Einlage erinnert, als an durchdachtes und innovatives Leveldesign.
Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen. Der Gesamteindruck wäre dann
viel positiver.
Tsunami 2265 fehlt es eindeutig an Feinschliff. Dinge, die man mit einem
Arcade-Shooter verbindet, fehlen komplett und hätten zumindest in den
langen Shooterleveln für Abwechslung sorgen können. Wo sind die beliebten
Power-Ups Marke R-Type, wo sind unterschiedliche Waffen, die man aufnehmen
kann, um den Gegnern richtig Feuer unter der Mechbatterie zu machen? Auch
die Steuerung vermisst das Arcade-Feeling, denn gerade hier zeichneten
sich die Spielhallengames immer aus. Tsunami 2265 ist dennoch kein schlechtes
Spiel, doch als Vollpreisprodukt sicher nicht zu empfehlen. Wer unkomplizierte
Arcadeballergames mit kleinen Adventure-Einlagen mag und für den Detailschwächen
in der Steuerung verzeihbar sind, wird vielleicht seinen Spaß daran haben.
Jedoch sollte jeder, der den Kauf plant, zuvor die Demo probespielen.
Tsunami 2265 hätte mit etwas mehr Detailarbeit ein viel besseres Spiel
werden können. Die Vorraussetzungen dafür wurden zwar geschaffen, jedoch
nicht konsequent ausgeführt. Manga-Anhänger sind hier eindeutig mit
Bungie's Oni besser bedient.
Geschrieben am 23.01.2003, Testkonfiguration: AMD2100+, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
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