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Uncharted
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 | Info |
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| Autor | | 3+ |
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| Gesamt (11 votes) | | 2 |
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| Team (2 votes, siehe hier) | 3+ |
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| Name: | Uncharted - Drakes Schicksal |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2007/12 |
| Publisher: | Sony |
| Entwickler: | Naughty Dog |
| Offiz. Sites: | Game |
| Hardware: | PlayStation3 |
| System: | PlayStation3 |
| Sprache: | Multilingual |
| zensiert: | nein |
| USK: | 16 |
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 | | Herstellerscreens |
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| Uncharted - Drakes Schicksal (review von yak) |
Mehr oder weniger "unfreiwillig" gehöre ich nun auch zum Kreis der PS3 Besitzer. Unfreiwillig
deswegen, weil für mich die Abwärtskompatibilität der PS3 zu PS2 Spielen scheinbar einen höheren
Stellenwert besitzt, als die Sony-Marketing-Abteilung das nun verlautbaren lässt. Angeblich
legen die Kunden keinen Wert mehr darauf, alte Kamellen zu spielen. Da fragt man sich allerdings,
warum man diese Erkenntnis nicht schon bei der Konzeption der PS3 berücksichtig hat. Vielleicht
musste die Abwärtskompatibilität nicht nur wegen den höheren Produktionskosten dran glauben,
sondern einfach deswegen, weil sich nicht genügend PS3-only-Games verkauft haben. Parallelen
zum BluRay und HD Filmformat zwängen sich hier förmlich auf, wenn Kunden sich mit hochskalierten
Standard-DVDs zufrieden geben und den exorbitanten Mehrpreis zum technisch höherwertigeren Format
links liegen lassen.
Zwar sind die Unterschiede in der Graphik von der PS2 zur PS3 wesentlich auffälliger, aber
die God of War Teile sehen im hochskalierten Format mit Kantenglättung selbst auf einem 47 Zoll
Full-HD LCD noch atemberaubend aus, wenn dann noch das Gameplay stimmt, vergisst man die systembedingten
Graphikdefizite zum Next-Gen Format schnell. Da ich auf die Abwärtskompatibilität also nicht
verzichten wollte, führte nach dem jetzigen Wissenstands kein Weg daran vorbei, das "Auslaufmodell"
der PS3 inkl. PS2-Abwärtskompatibilität zu kaufen, auch wenn für mich bisher kein PS3-only Titel
auf der "Must Have Liste" stand. Eine Konsole also, deren Potential mich erst später erfreuen
sollte.
Die bisher erschienenen Titel waren für mich bisher keine Konsolenseller, allenfalls spielerische
Durchschnittsware mit besserer Graphik. Doch mit "Uncharted - Drakes Schicksal" schien ein Titel
in den Startlöchern zu stehen, der mir vom Gameplay und Setting vielversprechend erschien, zumal
er auch noch vom renommierten Studio Naughty Dog entwickelt wurde. Erste Gameplaytrailer ließen
dann auch ein modernes Indiana Jones Abenteuer vermuten. Ob der neue Held Nathan Drake es mit
dem peitschenschwingenden Archäologen oder Miss Croft aufnehmen kann, soll unser Review zeigen.
Technik
Technisch präsentiert sich "Uncharted" als wirkliches Next-Gen Erlebnis. Die Graphik
gehört zur absoluten Oberklasse. Stimmungsvolle Echtzeitlichteffekte, wenn der Schein der Taschenlampe
nur schemenhaft Einblicke in finstere Katakomben gewährt oder Sonnenstrahlen, die durch die
Baumkronen ihren Weg durch den Dschungel bahnen. Die Detailtiefe ist enorm. Angefangen bei den
Charakteren, die so gut gerendert werden, dass fast die Qualität erreicht wird, wie man sie
vor 3-4 Jahren noch in Kino-Renderfilmen wie Final Fantasy gesehen hat. Hier wurde wirklich
tolle Arbeit geleistet. Auch die Umgebung steht dem nicht nach. Der Detailgrad des Urwalds hat
wirklich organische Qualitäten und ist nicht mehr mit dem "Kästchengraphikdesign" vergangener
Tage zu vergleichen, auch wenn die Levelstruktur selbst noch dem alten Design nachempfunden
ist und man sich mehr oder weniger in einem begrenzten Areal bewegt. Doch das Gebotene ist wirklich
phantastisch realisiert. Wasserfälle und Bäche, in denen das Sonnenlicht glitzert, hochauflösende,
photorealistische Texturen, die besonders Gebäude und alte Tempelanlagen so realistisch aussehen
lassen, wie kaum in einem Titel zuvor. Ein kleiner Wermutstropfen ist jedoch, dass man es -
wie derzeit in vielen Next-Gen Titeln- ein wenig mit den Gegenlicht HDR Effekten übertrieben
hat. Das wirkt leider zu aufdringlich. Auch wirken einige Oberflächeneffekte sich negativ aus.
So sieht es zwar klasse aus, wenn man erkennen kann, ob ein Fels im Wasser nass ist, jedoch
hat dies bei einigen Oberflächen den Nachteil, ein wenig nach Plastik auszusehen.
Die Animationen der Figuren sind ebenso mehr als gelungen. Man hat versucht, den Figuren
nicht den üblichen wiederholenden Bewegungsablauf zu verpassen und so wurden auch mal kleine
"Patzer" eingebaut, wenn Nathan Drake mal keinen so ordentlichen Sprung hinlegt oder beim Rennen
auch schon mal stolpert. Hier hat man sich sehr viel Mühe gegeben, die Animation ebenso "organisch"
erscheinen zu lassen, wie die Levelgraphik.
Der Sound ist auf ebenso hohem Niveau. Die Geräuschkulisse unterstützt die graphische Präsentation
enorm, wenn Blätter im Wald rauschen, der Wasserfall imposant donnert oder der Sand von den
Katakomben auf den Boden rieselt. Die Sprecher sind gut gewählt und bringen ihren Part glaubwürdig.
Auch die Stimmen der Gegner sind gelungen und vor allem auch situationsabhängig. So schreien
sie sich gegenseitig zu, wenn dem Helden die Munition ausgeht (woher sie das auch immer wissen).
Gespart hat man aber eindeutig beim Vokabular der Gegner. So wird man den Standardspruch "Da
kommt er!" so oft zu Gehör bekommen, dass man ihn fast schon synchron mit den Gegnern zusammen
intoniert, was aber auch am repetiven Gameplay und den entsprechenden Wiederholungen liegt.
Der orchestrale Soundtrack ist gelungen und kommt auch bombastisch daher. Leider hat man
sich beim Hauptthema (mal wieder) am doch so gängigen Mediaventure (Hans Zimmer und Co) und
Michael Bay Blockbuster Einerlei orientiert und so ist ein Teil der Musik einfach nur ein Abklatsch
der austauschbaren Hollywood-Rums-Bums-Musiken. Das liegt sicher nicht am Können des Komponisten,
sondern vielmehr an den Vorgaben der Spieleproduzenten, die dem Komponisten für das Hauptthema
sicher "bekannte" Temptracks nahegelegt haben. Das es auch anders und besser geht, zeigt der
Komponist in den anderen Tracks. Hier arbeitet er viel eigenständiger und in einem völlig anderen
Stil, der eher an den minimalistischen Stil der Ennio Morricone Soundtracks aus den 80er erinnert.
Insgesamt ist der Soundtrack aber eine gelungene Vertonung des Spiels, der die Spielszenen auch
dynamisch begleitet.
Die Steuerung geht gut von der Hand und bereitet keine Probleme. Das Spiel beinhaltet einige
Sixaxis Funktionen, die jedoch mehr oder weniger aufgesetzt wirken. Details dazu gibt es im
Bereich Gameplay. Gespeichert wird automatisch an gut verteilten und fairen Checkpoints. Es
stehen vier unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, wobei der fürs Review gespielte
"normale" für geübte Spieler genug Herausforderung bieten sollte. Der vierte Schwierigkeitsgrad
"extrem schwierig" kann jedoch erst gespielt werden, wenn "schwierig" gemeistert wurde. Schön
ist, dass man beim Anlegen eines neu begonnenen Spieles die bisher in anderen Savegames (und
nicht zwingend beendeten Spiele) erzielten Boni und Schätze in den neuen Spielstand übernehmen
kann. Technisch gab es, bis auf einen Komplettabsturz mit notwendigem Hardreset, keine Probleme.
Das Spiel unterstützt die Auflösung bis 720P. Hin und wieder erscheint jedoch einen Bildversatz
durch evtl. fehlende vertikale Bildsynchronisation.
Gameplay
"Uncharted - Drakes Schicksal" beschreibt sich selbst als "Eine nervenaufreibende Mischung
aus Erforschung, Action und Abenteuer!". Genau das richtige für mich. Und alles fing auch recht
vielversprechend an. Ein erwachsenes 3rd Person Action Adventure auf einer Next-Gen Konsole,
statt des x-ten Shootereinheitsbrei ohne spielerische Weiterentwicklung. Der erste Eindruck
war dann auch gut. Ein kurzes Tutorial erklärt die Geschichte und vermittelt die grundlegende
Steuerung, während der Held der Story den Sarg von Sir Franics Drake an Bord seines Schiffes
zieht und darin lediglich dessen Tagebuch findet. Doch scheinbar ist nicht nur Nathan Drake,
angeblicher Nachfahre von Sir Francis, scharf auf den Nachlass, sondern auch Piraten, die sein
Schiff angreifen. Action ist angesagt. Schnell drückt Nathan seiner Begleitung, der Reporterin
Elena Fisher eine Pistole in die Hand und die Action auf dem Schiffsdeck kann beginnen. Nathan
geht hinter Kisten in Deckung und erledigt einige der Angreifer direkt auf deren Schiff mit
gezielten Schüssem oder er bricht ihnen im Nahkampf auf Deck mit gut getimten Kombos die
Knochen. Doch das Schiff ist nicht zu halten und gerade noch rechtzeitig trifft Nathans alter
Freund Victor Sullivan ein, um die beiden zu retten. Zum Glück hat Nathan noch das Tagebuch,
dessen Inhalt offenbaren soll, wo der Schatz von Sir Francis Drake zu finden ist. Und kurze
Zeit später stehen Nathan und Victor im tiefsten Dschungel, um den Schatz zu bergen.
Dort wird der Spieler auch mit den akrobatischen Fähigkeiten Nathan Drakes vertraut gemacht.
Er kann klettern, hangeln, springen, sich an Seilen schwingen und schwimmen, nur zum Tauchen
reicht es leider nicht. Hier wird nicht mehr als das Genreübliche geboten, wenn man vom Balancieren
auf Baumstämmen unter Nutzung der bewegungssensitiven Eigenschaften des Sixaxis-Kontrollers
einmal absieht. Diese Option ist ohnehin mehr oder weniger zu Vernachlässigen, da man den Einsatz
im Spiel locker an einer Hand abzählen kann, ebenso wie die Sixaxissteuerung, um einen Rückwärtssprung
machen zu können, dessen Möglichkeit sich mir auch nur im Handbuch offenbarte. Ebenso sinnfrei
ist die Option, einen Granatenwurf mit der Sixaxis-Option zu steuern, denn mit dem normalen
Analogstick geht das viel schnittiger.
Doch zurück zum Gameplay. Der erste Level im Dschungel und in der Tempelanlage lässt noch
auf einen differenzierten Spielablauf hoffen, da sich hier Kampf-, Kletter- und Rätseleinlagen
in einem wohl temperierten Verhältnis ergänzen. Nathan klettert an Pfeilern hoch, stößt einen
Felsbrocken herunter, der den Eingang zum Tempel öffnet, erledigt ein paar Bösewichte, kümmert
sich gemeinsam mit Begleiter Sully um ein paar Schalterrätsel, um in verborgene Bereiche zu
gelangen und sammelt zwischendurch noch ein paar Secrets ein. Wenn es so weiter geht, scheint
alles im grünen Bereich. Zwar gibt es nichts Innovatives, jedoch bietet das bisher Gebotene
zumindest ordentliche Standardkost und die Mischung aus Erforschung , Action und Abenteuer,
wie sie auf der Verpackung beschrieben wird, scheint zu stimmen. Doch das ändert sich rasch,
denn nachdem der erste Abschnitt bestanden ist, mutiert das Action-Abenteuer eindeutig zur reinsten
Massenschlacht. Kletter- und Sprungeinlagen sowie Rätselkost werden zur Seltenheit. Jetzt heißt
es hauptsächlich Gegner zu erledigen. Das ist zwar spannend inszeniert, aber wenn man sich von
einem Levelabschnitt zum nächsten kämpft, um dort wieder die selbe Aufgabenstellung vorzufinden,
wird es, trotz der geringen Gesamtspielzeit von nur knapp 10-11 Stunden, schnell langweilig.
Das Ganze wird zudem auch noch viel zu berechenbar. Findet man einen Abschnitt vor, an dem mal
wieder viel Munition herumliegt und die üblichen Steinquader platziert sind, hinter denen man
Deckung nehmen kann, weiß man spätestens, dass wieder eine Massenschlacht ansteht. Dazu kommt
noch, dass man hier einen Spielablauf inszeniert hat, der wirklich nicht mehr zeitgemäß ist.
Eine bestimmte Anzahl von Gegner, die dazu noch an den blödsinnigsten Stellen spawnen, muss
erledigt werden, damit sich die Tür zum nächstem Abschnitt öffnet oder schlimmer noch, sie kommen
aus Levelbereichen, die man vorher schon durchquert und "gereinigt" hatte: Gameplay aus dem
alten Jahrtausend, dass eigentlich auf den Next-Gen-Konsolen und deren technischen Möglichkeiten
keine Berechtigung mehr haben sollte.
Die Kämpfe sind zwar fordernd und spannend, aber das Drumherum ist einfach nur aufgesetzt
und unglaubwürdig. Den Gameplaydesigner ist hier wirklich nichts mehr eingefallen. Ganze Herscharen
von Gegner auf der Jagd nach einer Person? Das Ganze wird storytechnisch dann oft so dumm, wie
in einem B-Movie. So bahnt sich Nathan Drake durch Katakomben und unterirdische Höhlen einen
Weg zu einem verborgenen Schatz, dessen Eingang sich nur mit Hilfe der geheimen Tagebucheinträge
seines Vorfahren öffnen lässt, um direkt dahinter (mal wieder) auf eine Miniarmee zu stoßen.
Dann heißt es wieder, eine Gegnerwelle nach der anderen zu besiegen, gegen Munitionsarmut zu
kämpfen, um im nächsten Abschnitt wieder das Gleiche zu erleben. Da nutzten auch die verstreuten
Einlagen, in denen man mit Fahrzeugen zu Lande und zu Wasser umherziehen darf, wenig, denn auch
hier ist nicht viel mehr gefordert, als alles niederzuballern. Das geht vielleicht für 2-3 Stunden
gut, danach wird es aber stinkelangweilig. Zwar gibt es hin und wieder einige Kletter- und Rätseleinlagen,
doch die sind meist viel zu einfach zu bewältigen. Dazu kommt dann noch die eingebaute Hilfeoption,
die dem Spieler anzeigt, sollte er sich mal ein wenig zu lange an einer Stelle aufhalten, wo
es weitergeht, obwohl der Levelaufbau ohnehin höchst linear ist und keine Optionen für alternative
Wege bietet.
Das Waffenarsenal reicht von Pistolen, MPs, Granaten bis hin zum Raketenwerfer. Nathan kann
zwei Waffen je Gattung gleichzeitig tragen und auch vom Gegner hinterlassene Waffen und Munition
aufnehmen. Gesundheitspacks werden nicht benötigt, denn Nathan Drake ist einer der Konsolenhelden
mit Selbstheilungsgenen. Lange genug in Deckung bleiben reicht aus, um wieder zu genesen. Die
Kämpfe müssen schon taktisch geplant werden und so ist es wichtig, die richtige Deckung zu finden
und die Bösewichte gezielt aufs Korn zu nehmen, wenn man für einen Moment das sichere Versteck
verlässt. Dazu kann Nathan sich aus der Deckung heraus lehnen und sich sogar an einem Vorsprung
hängend kurz hochziehen, um den Gegnern einzuheizen. Das klappt auch alles ohne Probleme und
wurde steuerungstechnisch gut realisiert. Es gibt aber ein paar ärgerliche Details. So kommt
es vor, dass in der Zoom/Schulteransicht für gezielte Schüsse ein Bildbereich angezeigt wird,
der nicht der eigentlich gezeigten 3rd Person Ansicht entspricht, was zur Folge hat, dass man
den Gegner, den man in der normalen 3rd Person Ansicht sehen und er den Helden ebenfalls sehen
und treffen kann, in der Schussansicht nicht sieht und etwas doof vor eine Wand starren muss.
Das kommt leider öfters vor und macht es notwendig, die Position komplett wechseln zu müssen.
Zum größten Teil sinnfrei sind leider die Nahkämpfe. Selbige sollte man nur anwenden, wenn
sich lediglich ein Gegner in der Nähe befindet (was selten vorkommt) oder man einmal in der
Nähe völlig vom Gegner überrascht werden sollte, bzw. ohne Munition dasteht. Letzteres sollte
man möglichst vermeiden, denn meistens endet das mit dem Ableben. Ein Faustkampf inmitten von
mehreren Feinden ist ohnehin glatter Selbstmord, die warten nämlich nicht mit dem Feuern, bis
man fertig ist. Faustkämpfe sehen mit ihren tollen Animationen zwar erstklassig aus, aber spielerisch
machen sie aus vorgenannten Gründen selten Sinn. Enttäuschend ist leider das Finale. Hier
wird das vorher gelernte und praktizierte Gameplay vollkommen von den Designern beschnitten.
So gibt es an Wänden, die man sonst zur Deckung nutzen konnte, Gegenstände, die das Anlehenen
verhindern und man kann so nur hinter ein paar zerbrechlichen Kisten Deckung nehmen. Unfair,
da die Gegner selbst hinter unzerstörbaren Kisten hocken. Dazu gibt es auch noch eine "Todeslinie",
die man nicht überschreiten darf, denn sonst fällt man einfach tot um, bzw. ein Headshot hindert
daran, dass man sich weiter vorwagen darf. Den finalen Kampf bestreitet man dann, wie auch vereinzelt
im Spiel immer wieder vorkommend, mit den mittlerweile seit "God of War" wieder etablierten
Quick-Time Events. Es ist schon komisch, dass sich ein solches Prinzip, das ja eher mit den
spielerischen Herausforderungen eines Laserdiskspiels der Bauart "Dragon's Lair" vergleichbar
ist, bei den heutigen technischen Möglichkeiten wieder durchgesetzt hat. Ich finde es einfach
nur albern, zum rechten Zeitpunkt die richtige Taste drücken zu müssen, obwohl ich zugeben muss,
dass es bei God of War höchst gelungen intergiert wurde. Das kann man aber nicht für alle Spiele
sagen kann, die sich dieses Spielelement jetzt auf die "Must have" Liste setzen.
Im Prinzip besteht Uncharted dann auch zu 80 % aus reinen Ballerorgien mit immer den gleichen
Gegnertypen (und Skins). Zwar gibt es im letzten Viertel dann noch mal eine kleine Wendung,
die nicht verraten werden soll, jedoch ändert es nicht viel am eigentlichen Spielverlauf.
Uncharted kommt mit einer USK16 Freigabe in der ungeschnittenen Version, was wirklich bemerkenswert
ist, denn es zeigt mehr Gewalt, als ein geschnittener 18er Shooter. So gibt es massig Ragdoll-
und Blut-Effekte. Dazu gibt es ein Bonisystem, ähnlich den Achievements auf der Xbox360, das
bestimmte Handlungen mit Boni belohnt, zu denen u. a. auch gehört, eine vorgegebene Anzahl Gegner
mit Headshots niederzustrecken. Hier ist die USK16 Entscheidung nicht nachvollziehbar, wenn
das Spiel Inhalte zeigt, die nicht einmal in einem Shooter ohne Jugendfreigabe toleriert werden,
vor allem auch deswegen, wenn man berücksichtigt, dass das Spielprinzip von Uncharted hauptsächlich
aus Ballerorgien besteht.
Uncharted zeigt sich von den Boni von einer höchst vielfältigen Seite. So kann durch das
Finden von Secrets oder dem Erfüllen bestimmter Vorgaben jede Menge freigeschaltet werden: Entwicklerinterviews,
Videos oder neue Gameplayeinstellungen, so z.B. ein Sepiamodus, schnellers Gameplay oder das
auf "Linksdrehen" der Levels.
Fazit
"Uncharted - Drakes Schicksal" ist leider eine Mogelpackung, Mogelpackung deswegen,
weil hier ein Spiel abgeliefert wurde, das von technischer Seite alle Next-Gen Anforderungen
erfüllt, jedoch beim Gameplay den Sprung nicht schafft. Erstklassige Graphik, toller Sound und
eine eingängige Steuerung, doch das Gameplay hängt völlig hinterher. Statt Abenteuer, Erforschung
und Action sollte man besser schreiben: Viel Action mit ein wenig Erforschung und Abenteuer.
Von den 10-11 Spielstunden sind locker 8 Stunden Ballerorgien angesagt. Dazu auch noch nach
dem Prinzip. Gegnerspawnen und der Letzte lässt die Tür auf. Ein etwas antiquiertes Spielprinzip,
das nicht so ganz zur Next-Gen-Präsentation des Spieles passen mag. Zwar sind die Kämpfe dennoch
spannend und fordernd inszeniert, aber nach so viel Dauerballern wird es schneller langweilig,
als es einem lieb ist. Die Story und die Charaktere sind jedoch stimmig, wenn auch klischeehaft
umgesetzt, doch geht das Geschehen durch die immer wiederholenden Baller-Gameplayelemente leider
im Kugelhagel unter. Zu kurz kommen hier eindeutig die Rätsel und Kletteraufgaben, um für ausreichend
Abwechslung zu sorgen. Uncharted ist daher eher für Ballerfreunde interessant. Tomb Raider Fans
werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. Somit ist es, auch aufgrund der kurzen Spielzeit,
erst nach einer Preisreduzierung zu empfehlen. Der große Wurf ist Sony und Naughty Dog damit
jedoch nicht gelungen und insgesamt gibt es dafür nur eine schwache 3+.
Geschrieben am 19.12.2007, Testkonfiguration: PlayStation3
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