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Undying
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 | Info |
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| Autor | | 2+ |
 |   | | 2.5 |
 |   | | 1 |
 |   | | 3 |
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| Gesamt (84 votes) | | 1+ |
 |   | | 2.1 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 2.6 |
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| Name: | Clive Barkers Undying |
| Genre: | Ego- Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2001/03 |
| Publisher: | Electronic Arts |
| Hardware: | 400Mhz, 64MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 350 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, DX8 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Deutsch/Englisch |
| zensiert: | nein |
| Patch: | 1.1 |
| USK: | 16 |
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| Clive Barkers Undying (review von yak) |
Langsam das Licht runterdrehen, Knabbersnacks neben den Bildschirm legen, Leute mit starken
Nerven zünden Kerzen an, malen mit Kreide auf ihrer rutschfesten, pizza- und schreibtischstuhlsicheren
Teppichauflage (eigentlich ein Muss für alle Zocker) Beschwörungsformeln und drehen die 4 Kanalboxen
bis zum Anschlag auf. Es darf gegruselt werden. Dreamworks und Electronic Arts bringen mit Undying
einen Egoshhoter der besonderen Art heraus. Nach dem finanziellen Fiasko und der von Presse
etwas ungerecht behandelten Umsetzung von Jurrassic Park TRESPASSER, wollte man in Spielbergs
Spieleschmiede die Sache nun richtig machen. Obwohl Trespasser in meinen Augen kein schlechtes
Spiel war. Die geniale Physikengine sucht heute noch ihres gleichen. Leider war die KI und die
Steuerung vermurkst und die Werbung verkaufte es als EGO Shooter, wobei es der Bezeichnung Simulation
eher gerecht wurde.
Nun aber zum neusten Werk der Entwickler. Dreamworks war schlau genug,
Clive Barker
mit aufs Schiff zu nehmen. Das ursprüngliche Spiel schien in einer Sackgasse
zu stecken und wurde durch neue, frische Ideen zu dem, was es jetzt ist.
Barker straffte die Story und machte die Charaktere interessanter. Clive
Barker, vorrangig bekannt als Horrorschriftsteller mit dem gewissen Hang
zum... sagen wir mal Extraordinären, erregte erstmalig mit den Büchern
des Blutes Aufmerksamkeit. Barker ist jedoch ein Multitalent und so gab
der gebürtige Engländer sein Regiedebüt, basierend auf seiner eigenen
Vorlage, mit dem Film Hellraiser,
dem noch die Filme
Nightbreed und Lord
of Illusions folgten. Der auch als Schauspieler tätige Schriftsteller
hat aber auch noch andere Talente. So ist er auch als Maler tätig, hat
ein selbst illustrierstes Kinderbuch namens The Thief of Always geschrieben
und produzierte Filme. Zuletzt das von den Kritkern hochgeschätze Drama
Gods & Monsters,
das die letzten Tage der Hollywoodregiseurrs James Whale (Frankenstein
/Frankensteins Braut) eindrucksvoll schildert. Nun begab sich der Tausendsassa
Barker in für ihn neue Gefilde. Der multimedialen Welt von Computerspielen.
Ob es ein gelungener Versuch war, zeigt der Test.
Zur Story: Undying spielt in Irland des Jahres 1922. Der Held, Patrick
Galloway, kommt seinem Kriegskameraden Jeremiah Covenant auf seinen Wunsch
zur Hilfe. Covenant rettete Galloway einst das Leben und nun war es an
Patrick, seinem Freund zu helfen. Galloway, erfahren im Bereich des Okkultismus,
soll Jeremiah helfen, den Fluch, der auf seiner Familie liegt, zu bannen.
Die fünf Geschwister wurden einst, als sie vor 20 Jahren auf einer Insel
mit stehenden Steinen ein unheimliches Ritual durchführten, verflucht.
Nun, wo Jeremiah sein nahes Ende kommen sah, wollte er den Bann, der auf
der Familie liegt, für alle Zeit abwenden. Sie erfahren in der Story,
dass die vier jüngeren Geschwister auf mysteriöse Weise verschwunden sind
oder sich selbst dem Bösen zugewandt haben und hier beginnt die abenteuerliche
Geschichte. Betretet das Anwesen der Covenant Familie und lasst euch in
den Bann der Geschichte ziehen. Mehr wird nicht verraten, wir wollen den
Spass und die Gänsehaut ja nicht verderben.
Zur Technik. Warum etwas Neues machen, wenn es mit bewährter Technik
geht. Die Entwickler von Undying entschieden sich für die aufgepeppte
Unreal Enigne, die immer noch einen hervorragenden Look hat. Auflösungen
in 16 und 32 Bit stehen je nach Graphikkarte von 640 x 480
bis hin zu 1600 x 1200 zur Verfügung. Der Sound kommt dank 3D Audio
stimmungsvoll aus 4 Boxen. Gespielt wird vorzugsweise mittels Wheel-Maus
und Tastatur, die frei definierbar ist. Die Graphik ist ein echter Genuss.
Die Locations wurden so umgesetzt, wie man es sich in der Realität vorstellt.
Irland sieht aus wie Irland und nicht wie irgendein fiktiver Fantasyort.
Dies ist ein entscheidender Pluspunkt bei Undying, da gerade bei dem Genre
Horror eine perfekt nachempfundene Welt viel glaubwürdiger ist und der
dann einsetzende Horror um Längen stärker zur Geltung kommen kann, als
an einem Ort, dessen Locations schon nicht aus der Realität stammen könnten.
Cutszenen werden mit der Engine dargestellt und somit kommt es nie zu
einem Bruch im Spielfluss und der graphischen Aufmachung. Man taucht einfach
ind die Welt von Undying ein, wenn man vor dem Covenant Mansion den Gärtner
begrüsst, durch das grosse Portal in die Vorhalle tritt und die beeindruckende
Innenarchitektur bewundern darf. Die Detailverliebtheit und Graphikqualität
ist hier enorm. Leider gibt es auch eine Achillesferse in dem Spiel, was
besonders deutlich beim Umherwandern im Covenant Haus auffällt. Dies kann
durch die nun doch schon betagte Architektur der Unreal Engine begründete
sein und mit einer Limitierung der Polygonenzahl zu tun haben. Im Covenant
Haus ist es leider oft so, dass der Spielfluss durch ständiges (oft schon
nach ein paar Metern) Nachladen mit Einblendung des "LOADING" Screens
gebremst wird und man so leider völlig aus der "Undyingwelt" gerissen
wird. Hier hätten die Designer gut daran getan (wie es auch auf Konsolen
üblich ist), evtl. eine Animation einzublenden, wie das Alter Ego z. B.
durch die Türe schreitet und somit die Ladezeit überbrückt, ohne den Eindruck
einer Unterbrechung zu bieten. Dies Problem fällt aber nur massiv im Covenant
Haus auf. In den anderen Leveln ist es eher selten der Fall. Dafür hat
man aber im Haus eine Detailverliebtheit, die ihres Gleichen sucht. Stühle,
Kaminfeuer, Regale, Ritterrüstugen, Dachbalken, Statuen, wehende Vorhänge,
alles, was man genretypisch erwarten darf. Das sieht alles phantastisch
und glaubwürdig aus. Die Figuren sehen realistisch aus und die Sprache
ist weitesgehend lippensynchron. Leider "schweben" die Figuren noch unrealtechnisch
bedingt beim Laufen etwas ohne Bodenkontakt. Die Gesichtsanimationen sind
hervorragend und stehen denen von Deep Space 9 The Fallen (auch Unrealtechnik)
nicht nach. Bei Undying scheint mir auch die Ausleuchtung der Gesichter
etwas besser gelungen.
Aber kein Licht ohne Schatten. Es gibt auch einige kleine Details, die
mir absolut nicht gefallen haben. Ärgerlich finde ich dies insbesondere,
weil es sich hierbei wohl nicht um techische Probleme handelt, sondern
um etwas Nachlässigkeit im Design, denn die Unrealtechnik ist dazu technisch
in der Lage . Die Figuren wirkten im Verhältnis zur Innenausttaung der
Gebäude etwas zu klein. Das fällt besonders auf, wenn Patrick vor einem
der vielen Spiegel steht und dabei nur etwas grösser als eine mittlere
Schreibtischlampe wirkt. Der Himmel besteht nur aus einer einfachen Bitmaps.
Hier, gerade bei einem Horrorgame, wo der Himmel eine wichtige atmosphärische
Rolle spielt, hätte ich mir mehr gewünscht. Ein wolkenverhangener Mond
oder düstere Nebelschwaden. Desweiteren wirkte der Schnee in der Zeitreisemission
wie eine vorgehängte ADO-Gardine. Es wirkte eher wie ein zweidimensionaler
Schleier und hat nichts plastisches an sich. Hier sollten die Designer
mal auf die Schneewehen von DS9 achten, die grandios gemacht waren. Komischerweise
war der Regeneffekt bei Undying deutlich besser als der Schnee. Auch schlecht
umgesetzt waren viele der Hintergrundbitmaps, die teilweise farblos und
aufgesetzt wirkten, so dass man da den Eindruck einer einfachen gemalten
Theaterkulisse hatte (besonders die Küstenbitmap). Auch fehlte mir in
manchen Locations richtiger 3 D Nebel. Sowas gehört einfach zu einem
guten Horrorszenario. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass Undying trotz
meines Gemeckers schlecht ist. Vielmehr soll es nur die Kleinigkeiten
aufzählen (und es sind nur Kleinigkeiten, der Spielspass wird daruch
nicht getrübt), die das Spiel noch hätten verbessern können und aus dem
ohnehin schon tollen Game ein grandioses hätte werden lassen. Die in Deutschland
verkaufte Version entspricht dem US Original. Leider hat man es bei EA
unterlassen, die doch grosse Anzahl an Texten und Dialogen (die dazu noch
mit Akzent gesprochen werden und dadurch für sprachunkundige problematisch
werden, da auch viele Puzzelelemente dort beschrieben werden) einzudeutschen
bzw. zu untertiteln. Hier hat man am falschen Ende gespart und somit geht
die Story an einigen leider etwas vorüber, da in den gefunden Artefakten
viel Hintergrund und Story erzählt wird, was viel zu allgemeinen Gruselstimmung
beiträgt. Die Geräusche in Undying sind einfach eine Klasse für sich.
Einmalig ist das Geräusch, wenn sie im Dunkeln die Knochen von klappernden
Skeletten hören, Monster kreischen oder sich gar von hinten heranschleichen.
Die Musik ist auch grandios, leider für meinen Geschmack etwas zu wenig.
Gerade das Horrogenre lebt von Unterstützung durch einen Soundtrack. Hier
hätte etwas mehr Musik sein können. Was aber zu hören ist, hat Filmqualität.
So ist der Chor, der in dem Auswahlmenue zu hören ist, vergleichbar mit
Christopher Youngs genialem Soundtrack zu Hellbound (Hellraiser2) und
Jerry Goldsmith's "AVE SATANI" aus "DAS OMEN". Das alles untestützt durch
3D Audio, also sicher nichts für schwache Nerven. Und eins zu den nun
mittlerwiele immer wichtigeren Features (sollte man mal auf der Packung
vermerken). Ich habe keine Bugs in dem Spiel finden können. Lediglich
ein kleines Logikproblem. In einem Puzzel musste ein Feuer gestartet werden,
welches zwanghaft nur mit der Schädelwaffe gelang, wobei ein Phosporprojektil
oder eine Stange Dynamit einen ähnlichen Effekt hätte haben müssen. Auch
hatte ich keinen einzigen Programmabsturz/abbruch. In einigen Spieleforen
wurde jedoch von Problemen berichtet, die in dem Level entstehen, wo man
den Phönix bekommt und sich danach die notwenidge Türe nicht öffnet. Dies
habe ich jedoch nach mehrmaligem Versuch nicht feststellen können. Positiv
ist auch eine eingebaute Savefunktion. Stirbt man, startet man automatisch
im letzen Levelabschnitt. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn man beim
"freien Fall" statt der Quickload Taste die Quicksave-Variante drückt.
Das hat man nun davon, im abgedunkelten Raum zu spielen ;). Durch
diese Option braucht man das jedenfalls nicht mehr zu fürchten. Da haben
die Designer mitgedacht.
Nun zur eigentlichen Stärke von Undying- dem Gameplay. Schon die Anfangssequenz
ist hervorragend gemacht und erinnert von der Gestaltung/Kameraführung
an die alten Horrorfilme der Universal Studios aus den 30-40er Jahren.
Man wird direkt in die Geschichte gezogen und kann sich ihrem Bann kaum
erwehren. Man beginnt das Abenteuer in Covenenat Haus, was auch im ganzen
Spiel der zentrale Handlungsmittelpunkt ist. Dies ist vom Levelaufbau
und Design gut gewählt. So hat man niemals, wie in eingen anderen Egoshootern
das Gefühl, nur "durchzurennen". Vielmehr hat man hier den Eindruck, wirklich
zentral im Geschehen zu stehen, was einer Filmhandlung viel näher kommt
und sich auch positiv auf die gesamte Spielatmosphäre auswirkt. Eine Punkt
jedoch hat mich doch etwas geärgert. Da ich mich ja immer gerne auf Secretsuche
mache, durchforste ich immer alle Räume und Locations genau. Bei Undying
ist es aber oft so, dass sich Türen hinter einem verschliessen, obwohl
man noch nicht alles durchsuchen konnte (und auch nicht weiss, welche
Türe sich hinter einem für diesen Levelabschnitt für immer verschliesst)
. So ist man entweder gezwungen, oft zu speichern oder man muss in Kauf
nehmen, dass man einige Secrets nicht erreichen kann. Dafür gibt es aber
einen Grund, der besonders Newbies zu Gute kommt. Durch diese Methode
erhält der Spieler immer einen roten Faden durch das Spiel und kann sich
somit kaum im Riesenanwesen der Familie Covenant verirren. Somit war diese
Methodik eine Gameplayentscheidung, die für viele Spieler den Frustlevel
senken wird, was durchaus nachvollziehbar ist. Die Story führt uns vom
Covenanthaus unter anderem auf eine kleine Insel, unterirdische Höhlen,
ein fremdes Anwesen, ein Schloss in einer anderen Zeit, eine andere Dimension
und vieles mehr.
Abwechslung gibt es genug. Die Spannung im Spiel ist genial. Gegner sorgen
für nächtliche Schockeffekte, wenn sie durch das Glasdach im Wintergarten
einbrechen und angreifen, dann gelangt man beispielsweise in einen Keller,
an dessem Wand zwei Kerzen leuchten, nur um festzustellen, dass ein naher
Windzug (gemein ist, dass man den Wind vorher hört und sich das Ergenis
schon erahnen lässt) dann für Dunkelheit sorgt und die Stille durch nahes
Knochengeklapper durchbrochen wird. Solche Stellen gibt es häufig in Undying.
Oder eine meiner Lieblingsgruselszenen, kurz vor der Begegnung mit dem
ersten Endboss. Man sieht hinten in eine Art Speisesaal, der durch Kaminfeuer
erhellt ist und hört eine, scheinbar dem Wahnsinn verfallende, singende
Frauenstimme. Ja, so muss das sein und nicht anders. Ab jetzt frage ich
mich wirklich, warum es so wenig Horroregoshooter gibt. Hier steckt doch
echtes Potential und Undying setzt dafür die Messlatte gleich ziemlich
hoch. Ich will Horror aus der ICH-Perspektive und nicht wie in vielen
Games aus der Resident Evil 3rd Person Sicht. Aus der eigenen Sicht ist
das alles viel bedrohlicher und gruseliger. Unterstützt wird das bei Undying
noch durch gute Detailarbeit. Wird man z. B. von einem Monster im Nahkampf
angegriffen, wird der Treffer auf dem Bildschirm entsprechend umgesetzt.
So kann es sein, dass man durch den Angriff nach hinten geschleudert wird
und kurzzeitig den Blick durch den Treffer auf die Decke oder den Boden
richtet. Jetzt muss man sich zum Angriff erst schnell neu orientieren
und zielen. Das steigert das "Liveerlebnis" ungemein und ist eine hervorragende
Idee. Die Waffen und die Magie tun ihr übriges zur Stimmungssteigerung
. Bei Undying hat man grundsätzlich zwei Waffenvarianten zur gleichzeitigen
Nutzung. Eine Hand ist für Zauberkräfte, die andere für "konventionelle
Waffen" (auch ein paar nicht ganz so konventionelle wie die tibetanische
Kriegskanone im Drachenlook). Von Shotgun, Pistole bis zu meiner Lieblingswaffe
der Keltischen "2 in 1" Sense (Köpfe zwei Gegner zum Preis von einem)
bietet das Spiel alle genreüblichen Varianten, nur in anderer "Verkleidung ".
Die magischen Kräfte tun ihr übriges. Diese können im Spiel durch gefundene
Steine der Macht nach Benutzerwünschen verstärkt werden. Von Schild, Geschwindigkeit,
Totenbeschwörung , Hellsehen usw. bietet es genügend Abwechslung.
Einige der magischen Fähigkeiten werden auch zum Puzzlelösen benötigt.
So hört man des öfteren im Spiel eine gruselige Stimme, die einem "Look"
zuruft. Hier sollte man seine hellseherischen Fähigkeiten aktivieren,
denn so kann man teilweise Dinge sehen, die in der Vergangenheit stattfanden
(und die sind meist blutig ;)). Durch das Upgraden wird z. B. aus der
normalen Hellseherfähigkeit später ein "higtech" Nachtsichtgerät mit Monsterinfrarotdetektor.
Der Spannungsfaden wird stetig aufrecht erhalten. So ist es z.B nur möglich,
Skelette für immer ins Jenseits zu befördern, nachdem man sie mit anderen
Waffen kurzzeitig bewegungsunfähig gemacht hat und dann zu Staub verwandelt.
Hier geht der Adrenalinspiegel wirklich nach oben, denn bei mehreren Skeletten
ist es ein Wettlauf gegen die Zeit und die Manaregeneration, denn sonst
nehmen diese wieder ihr Untotendasein selbst in die Hand. Übel wird das,
wenn man drei Skelette gleichzeitig vor sich hat und jeweils nur einen
zerbröseln kann. Oft bedeutet das, besser die Flucht zu ergreifen, bis
die Manakraft wieder vollständig aufgeladen ist. Etwas unausgewogen finde
ich jedoch das Verhalten der Gegner im Verhältnis zu der Waffenreaktionszeit.
Die Gegner sind teilweise zu schnell und die Waffen laden dafür etwas
zu langsam auf, bzw. der Waffenwechsel dauert zu lange. Abhilfe schafft
hier nur die vorherige, richtige Waffenwahl zu den entsprechenden Leveln/
Gegnern. Die Puzzles im Game gehen über das normale in Ego Shooter gewohnte
Niveau hinaus. Undying ist hier am ehesten mit dem Klassiker Hexen II
zu vergleichen. Hier muss man sich auf anspruchsvolle und logische Art
und Weise sein Fortkommen, jenseits der "Drücke-Schalter-und-öffne-Tür-Methode"
verdienen. Die Rätsel gehen eher schon in Richtung Adventure, bleiben
aber jeweils fair und lösbar. Das ist sehr passend und damit setzt sich
Undying positiv von anderen Games ab. Ebenso sind die Endbosse nicht einfach
durch brutale Massenattacken zu besiegen. Hier muss man sich schon etwas
einfallen lassen. Bei Aaron z. B. , der von seinem Aussehen und der Levelgestaltung
aus Hellraiser entsprungen sein könnte, muss man versuchen, der Kettenattacke
von ihm geschickt auszuweichen und erreichen, dass er sich mit seiner
Kette in den anderen verfängt, nur dann ist er verletzbar. Dem Spieler
stehen drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung und ich empfehle Anfängern
und Halbprofis, den leichtesten zu probieren. Der mittlere ist schon ziemlich
starker Tobak. Die Gegner KI ist sehr gelungen. So kann es passieren,
dass man über weite Strecken verfolgt wird oder angreifende Monster
auch schon mal Feinde wie Piraten zuerst angreifen, nur, um sich dann
später um uns zu kümmern. Es gibt Angriffe im Rudel und man
darf auch hin und wieder beobachten, wie Kreaturen, wenn sie plötzlich
alleine dastehen, die Flucht ergreifen.
Abschliessend kann ich Undying nur jedem Shooter und Actionadventure
Fan ans Herz legen. Der Spielspass ist für ca. 20 Stunden gesichert, der
Handlungsfaden bleibt immer interessant, es gibt genug Secrets, die das
Forscherherz erfreuen und genügend unerwartete Wendungen im Spielverlauf.
Alles wirkt aus einem Guss, vom Menü bis zur Inneneinrichtung des
Covenant Anwesens. Ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung geben wird.
Durch die kleineren oben beschriebenen Mängel geht Clive Barker's Undying
nur ganz, ganz knapp an der Höchstwertung vorbei. Kaufen, Installieren,
Gruseln! Das Programm wird in der US Originalversion in DVD Hülle ausgeliefert
und ist erstaunlicherweise USK 16 freigegeben und ungeschnitten, obwohl
Patrick des öfteren von seinen Gegnern das Herz herausgerissen bekommt
und auch sonst die Köpfe gerne rollen.
Die Anleitung ist in deutscher Sprache und enthält eine Art Tagebuch
von Jeremiha Covenant und seiner Familie. Dies kompensiert etwas die fehlende
deutsche Übersetzung und somit kann man, auch wenn man der engl. Sprache
nicht zu sehr mächtig ist, das Spielgeschehen verfolgen. Ich hoffe abschliessend,
dass dies nicht Clive Barker's letzter Abstecher ins Spielegeschäft war.
Interesse an neuen Projekten hat er bereits verkündet. Undying ist zumindest
ein sehr gelungener Einstand und vermag Ego-Shooter-Fans zu begeistern
und evtl. auch genrefremde Spieler den Einstieg in diesen Genre-Misch
zu erleichtern. Auf einen Multiplayermode, der mir angesichts des ganzen
Konzepts auch ungeeignet scheint, wurde verzichtet. Besser alles in einen
guten Singlemode stecken, als Resourcen für ein unnötiges Feature zu verballern,
nur, damit es sich "schön" auf der Packungsbeschreibung liest. Das hätte
dem so schon grandiosen Undying imagemässig eher geschadet und das allgemein
gute Bild nur verschlechtert. Das Fazit ist also, dass man mit Undying
einen Singleplayershooter erster Klasse mit abwechselungsreichen Optionen
erhält.
Durch die kleineren oben beschriebenen Mängel geht Clive Barker's Undying
nur ganz, ganz knapp an der Wertung 1 vorbei.
Anmerkung: Dies ist eine überarbeitete Version meines Reviews, der
bereits auf der Seite GUN veröffentlicht wurde.
Geschrieben am 30.03.2001, Testkonfiguration: AMD1200, Geforce-3, 512MB Ram, SB Audigy
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