 | Info |
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| Name: | Wizardry 8 |
| Genre: | Rollenspiel |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2001/12 |
| Entwickler: | Sirtech |
| Offiz. Sites: | Game, Demo |
| Links: | Dt. Fanübersetzung |
| Hardware: | 233Mhz, 64MB RAM, 16MB 3D-Karte D3D, HD 1200 MB, Sound: DX zertifizierte Soundkarte |
| System: | Win 95/98/ME, NT/2000/XP, DX7 |
| Steuerung: | Maus/ Tastatur |
| Sprache: | Englisch |
| Patch: | 1.2.4 |
| USK: | 12 |
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Hiermit möchte ich ein umfassendes Geständnis ablegen. Ich bekenne mich
im Sinne der Anklage der Ignoranz und Missachtung in einem besonders schwerwiegenden
Fall für schuldig. Ich bin mir der Reichweite meines Vergehens bewusst
und bereue zutiefst, dass ich mich nicht schon viel früher aktiv um Aufklärung
sowie die Bekämpfung der Ausbreitung organisierter Stupidität bemüht habe.
Angesichts der Schwere meiner Schuld kann ich es auch nicht als Entschuldigung
gelten lassen, dass widrige ökonomische Umstände und offensichtliche Blindheit
gegenüber wirklicher Qualitätsarbeit deren Umsetzung für den lokalen Markt
forciert haben. Im Folgenden möchte ich nun, zur Abschreckung, aber auch
als Mahnung für künftige Generationen von RPG-Fans, den Tathergang so
ausführlich wie möglich schildern.
Alles begann damit, dass ich eines Morgens über den Karton mit der Aufschrift
"Andys Resterampe" stolperte, den der Hund zum wiederholten Male unter
meinem Bett hervorgezerrt hatte. Während ich unter dem Ausstoßen diverser
altägyptischer Fluchformeln die gebrauchte Unterwäsche, die Sammlung schwedischer
Nudistenzeitschriften und diverse Happy Hippo-Figuren in den Behälter
zurückzustopfen versuchte, fiel mir eine DVD-Hülle mit der Aufschrift
"Wizardry VIII" in die Hände. Ich begann zu überlegen. Hatte ich dieses
Spiel schon mal gesehen? Wizard and Warriors.....Might and Magic.....Blizzardry....nein,
ich musste es installieren, um mir die Frage zu beantworten.
Schnell stellte sich heraus, dass das Spiel schon fast zwei Jahre alt und irgendwie völlig
an mir vorübergegangen war, was ich mir im Nachhinein nicht erklären kann, aber trotzdem nicht
als Entschuldigung zählt. Entwickelt wurde es von Sirtech, die vor allem wegen ihrer Jagged
Alliance-Serie einen gewissen Kultstatus genießen. Die ersten 5 Wizardry-Titel erschienen bereits
in den 80ern und gehörten zu den ersten graphischen Rollenspielen für den PC. Anfang der 90er
folgten dann Wizardry VI und VII, beide hochgelobt, aber mir persönlich nicht bekannt (eine
weitere Erhöhung des Strafmaßes ist fällig). Die Hintergrundgeschichte des Spieles schließt
sich zumindest an die der beiden Vorgänger an, man kann sogar die Charaktere aus Wizardry VII
importieren. Ansonsten funktioniert das Spiel jedoch auch eigenständig, Informationen über die
Vergangenheit findet man durch Gespräche mit NPCs auch teilweise selbst heraus.
Für die Welt, in der Wizardry spielt, ist der Begriff Universum in der
Tat wörtlich zu nehmen. Schon zu Beginn des Spieles muss man sich zunächst
mühsam aus den Trümmern seines abgeschossenen Raumschiffes schaufeln,
somit wird schnell klar, dass es hier allein mit Schwertern und Zauberstäben
nicht getan ist. Der Übeltäter, dem neben der Ober- und Untertassensektion
auch der Besitzer des Schiffs, der Mook (eine vor allem auf Wissenschaft
spezialisierte Rasse) Grimpak, zum Opfer fiel, ist der die Handlung wesentlich
mitbestimmende Dark Savant. Dieser ist, wie der Spieler selbst und unzählige
andere, auf der Jagd nach einem vom Cosmic Lord Phoonzang geschaffenen
Artefakt, welches in einer unter noch nicht geklärten Umständen stattfindenden
Zeremonie (der "Ascension") den Aufstieg in den Kreis der Götter ermöglichen
können soll. Da der Dark Savant am Ende des Vorgängers das Artefakt an
sich bringen konnte, war die Warp-Verfolgung nötig geworden und glücklicherweise
fand die Reise erst am gemeinsamen Ziel, dem Planeten Dominus, auf dem
die Ascension stattfinden wird, ihr unsanftes Ende. Ziemlich schnell (also
in einer Zeit, in der andere Spiele bereits mehrfach durchgespielt sind)
findet man heraus, dass es insgesamt 3 Artefakte gibt und man sie alle
benötigt, um eventuell in den Genuss von Nektar und Ambrosia zu gelangen.
Wie schon angedeutet, gibt es jedoch verständlicherweise noch mehr als
nur die beiden Fraktionen, welche an derart mächtigen Gegenständen interessiert
sind, und so trifft man auf Dominus neben den humanoiden Ureinwohnern,
den Higardi, noch die ebenfalls dort lebenden Trynnies, eine Art mutierter,
aber sehr netter Eichhörnchen, die von einer Dämonin beherrschten Kriegerrasse
der Rapax sowie verschiedene zugewanderte Aliens. Speziell die T`Rang
und die Umpani sind sich nicht besonders grün, bekämpften sich schon auf
anderen Welten und hatten auch Kontakt und Allianzen mit den Dark Savant,
der aber so ziemlich jeden schon mal hereinlegte und sich daher nicht
gerade besonderer Beliebtheit erfreut. Nachdem man sich zur ersten - und
im klassischen Sinne eigentlich einzigen - Stadt durchgeschlagen hat,
erfährt man, dass der Dark Savant inzwischen die Einwohner versklavt und
gleich in der Nähe einen von Außen zunächst uneinnehmbaren Turm erbaute,
der außerdem mit einer großen Bombe versehen ist, die zu explodieren droht,
sobald man sich unbefugt nähert. Soweit der Anfang der Story, der im Lauf
des Spiels immer neue interessante Facetten hinzugefügt werden.
Die Verquickung von Fantasy und Science-Fiction wirkt sich natürlich
außer auf die Umgebung auch auf die Charaktere und Gegenstände aus. "Wizardry
VIII" ist ein Party-RPG, zu Beginn stellt man sich daher eine zunächst
aus maximal 6 Personen bestehende Gruppe zusammen. Genauere Informationen
zu den einzelnen Rassen/Klassen und Fähigkeiten kann man dem detaillierten
Bericht
des Gerichtsgutachters entnehmen. Hervorzuheben ist auf jeden Fall,
dass neben den allgemein bekannten Klassen wie Barde, Priester, Magier
auch beispielsweise ein Gadgeteer gewählt werden kann, der sich aus verschiedenen
Gegenständen selbst Waffen u.ä. zusammenbastelt. Auch für die Freunde
asiatischer Kampfkunst ist mit Ninja und Samurai gesorgt, Wagner-Verehrern
dürfte die unverwüstliche Walküre schnell ans Herz wachsen. Während des
Spiels trifft man zusätzlich verschiedene NPC´s, durch deren Rekrutierung
die Party auf bis zu 8 Personen aufgestockt werden kann. Das Skill- und
Levelsystem folgt einem eigenen Regelwerk, für genauere Informationen
verweise ich auch hier wieder auf beigefügtes Gutachten.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Steigerungen der Charakterwerte allein
bei einem Levelaufstieg möglich sind, die Fertigkeiten allerdings auch
durch Gebrauch verbessert werden. In Maßen ist also wie auch bei Morrowind
die indirekte Erstellung hybrider Charaktere möglich, allerdings eben
nur eingeschränkt. So kann eine Magierin, die regelmäßig mit ihrem Stab
im Nahkampf zuschlägt, zwar ihre Fähigkeiten im Umgang mit demselben verbessern,
wird aber im Vergleich zu einem Kämpfer eben nur eingeschränkt Stärke
und somit den Schaden steigern können, es sei denn, man vernachlässigt
die Werte für ihren "Hauptberuf". Es ist jedoch schlicht schon psychologisch
geschickt, dass der Spieler nach eigentlich jedem Kampf lesen kann, dass
Charakter X soeben Fähigkeit Y erhöht hat. :-)
Gespielt wird in einer First-Person-Sicht, die auch nicht veränderbar
ist. Das kann unter Umständen irritierend wirken, vor allem, wenn man
die Kämpfe rundenbasiert ablaufen lässt. Der Kontrast zwischen der eigentlich
realistischsten Optik in PC-Spielen und dem dann doch wieder sehr abstrakt
wirkenden theoretisch minutenlangen Warten der Horden von Gegnern auf
den nächsten Zug des Spielers mag vielleicht für manche zu groß sein.
Mich hat es eigentlich nicht wirklich gestört, zudem kann man auch jederzeit
in einen anderen Kampfmodus wechseln, in dem nicht nach jeder Runde eine
automatische Pause eingelegt wird, sondern alles mit den zuletzt gewählten
Optionen weitergeht. Auch in diesem System lässt sich aber mit der PAUSE-Taste
per Hand alles unterbrechen und wieder neu planen. Im Gegensatz zur sonst
meist üblichen schachbrettartigen Draufsicht, die auch taktische Rückzüge
schwächerer Charaktere aus der Frontlinie ermöglicht, ist dies in der
Ego-Perspektive natürlich nicht so leicht möglich. Allerdings lässt sich
in einer Extraoption die Formation der Gruppe jederzeit, auch während
des Kampfes verändern, somit ist hier ein wenig Abhilfe geschaffen. Die
Monster versuchen nämlich auch gerne, hinter die Gruppe zu gelangen und
so die traditionell in der letzten Reihe stehenden Magier zu erledigen.
Angriffe von hinten bekommen zudem einen Bonusschaden, das wirkt sich
auch auf fliehende Feinde aus. Die AI finde ich ziemlich gelungen, sowohl
was die Gegner, als auch, was die eigene Party betrifft. Waffen werden
automatisch gewechselt, der schwächste Gegner bzw. der, bei dem man im
Moment potentiell den meisten Schaden machen kann, anvisiert. Es ist also
nicht immer nötig, in jeder Runde jedem Partymitglied detailliert das
Ziel und die auszuführende Aktion vorzuschreiben, speziell bei den nichtmagischen
Charakteren geht das weitgehend automatisch. Bei der großen Fülle an Kämpfen
gegen oft auch zahlenmäßig weit überlegene Gegner wäre das sowieso wahnsinnig
aufwendig. Auch die gegnerischen Monster nutzen ihre Fähigkeiten gut aus,
so schützen und heilen sie sich gegenseitig und Magier bemühen sich immer
um einen hübschen Abstand zu unseren Helden. Das ist nahezu das einzige,
was ich manchmal zu kompliziert fand, denn während des Kampfes den Abstand
zu den Gegnern zu verringern, ist etwas mühselig. Vor allem, da ich meist
mit eher nahkampflastigen Parties spiele. Befindet man sich nämlich im
Kampfmodus (der wird automatisch eingeschaltet, wenn ein Gegner in Sichtweite
kommt), muss man, um sich zu bewegen, zunächst das entsprechende Symbol
auswählen und kann dann eine bestimmte Strecke zurücklegen, das bleibt
jedoch dann die einzige Aktion in dieser Runde, man kann sich nicht heilen,
auch keinen Angriffszauber sprechen, es sei denn, man bricht die Bewegung
ab und verwendet seine restlichen "Aktionspunkte" eben anderweitig. Allerdings
hat man dann eben wieder das Problem, dass man immer noch zu weit weg
vom Gegner ist, welcher derweil weiter munter Wirbelwinde und Giftwolken
auf uns zaubert. :)
Aber prinzipiell finde ich das Spiel sehr gut durchdacht, nach einer
kurzen Eingewöhnungsphase spielt es sich fast von selbst, die Steuerung
ist effektiv und lässt sich über Hotkeys oder auch per Mausklick ausführen.
Die eigenen Charaktere können eine Primär- und Sekundärwaffe tragen, zwischen
denen, wie oben erwähnt, auch während des Kampfes automatisch je nach
Lage gewechselt wird. Will man jedoch einen Gegenstand aus dem Inventar
benutzen oder eine andere Waffen anlegen, muss man dafür einen kompletten
Zug in der folgenden Runde opfern. Ausnahmen sind beispielsweise Barden
(und ich nehme an, auch der Gadgeteer), sie können alle im Inventar befindlichen
Instrumente jederzeit nutzen und trotzdem noch die beiden Waffen zusätzlich
ausrüsten.
Wizardry VIII ist ein sehr kampflastiges Spiel. Man kann eigentlich keine
Gegend komplett von Monstern säubern, es sei denn, sie gehören speziell
zu einem bestimmten Ort, wie die Wachmannschaft in einer Festung oder
bestimmte höhere Monster mit ihren Untergebenen. Sie sind in der Regel
nach einmaliger Entsorgung für immer verschwunden, aber es gibt trotzdem
überall immer wieder neue Monster, die beim Betreten der Karte generiert
werden. Der Großteil der Monster wird von "klassischen" Gegnern gestellt,
die Benutzer moderner Waffen oder auch Roboter sind eher unterrepräsentiert.
Solange man also seine eigene Party nicht entsprechend zusammensetzt und
skillt, überwiegt der Fantasy- über den Science-Fiction-Anteil. Die sehr
guten Gegenstände sind allerdings an bestimmte Monster oder Orte gebunden,
eine Jagd auf Unique-Items wie in Diablo ist also trotz der nie ausgehenden
Gegner im Prinzip nicht möglich bzw. macht nicht viel Sinn. Einerseits
wird das Spiel nahezu komplett von der Hauptstory bestimmt bzw. hängen
die weitaus meisten Quests irgendwie damit zusammen, gleichzeitig lässt
das Spiel jedoch sehr viele Freiheiten. Theoretisch kann man fast alle
Gegenden jederzeit betreten und so die Welt auf eigene Faust erkunden.
Die für die Geschichte relevanten Ereignisse geschehen trotzdem bzw. ist
es auch nie ein Problem, wenn man questrelevante Dinge nebenbei schon
erledigt, bevor man den eigentlichen Auftrag überhaupt bekommen hat. Mir
ist zumindest kein einziger Logikfehler in dieser Hinsicht aufgefallen,
man muss also auch keine "Angst" haben, etwas aus Versehen für immer zu
ruinieren.
Wie bei vielen RPGs in dieser Spielperspektive wird der Bildschirm von
der Abbildungen der Partymitglieder und der Steuerleiste eingerahmt, der
Rest zeigt die Umgebung, durch die man sich bewegt. Bestimmte Steuerelemente
können aus- oder eingeblendet werden, um dieses Sichtfenster etwas zu
vergrößern. Basierend auf einer eigens entwickelten Engine, präsentiert
sich Wizardry VIII in echtem 3D-Look. Sicher, die Grafik ist prinzipiell
nicht mehr auf dem neuesten Stand der Entwicklung, aber entscheidend ist
eben nicht die Überladung der Szenerie mit Spielchen und Effekten, sondern
die Schaffung einer eigenen Welt. Dies ist den Entwicklern, gemessen an
den Möglichkeiten, meines Erachtens sehr gut gelungen. Die Texturen sind
innerhalb der einzelnen Gebiete zwar nicht so wahnsinnig abwechslungsreich
und lebendig, gerade die Außenlevel mit Bäumen und Gras zeigen die Grenzen
der Engine auf, aber es hat mich persönlich nie gestört. Im Vergleich
zum neueren Might and Magic 9, das zwar auf der bekannten Lithtech-Engine
basiert, aber lediglich die Auflösung 800x600 unterstützt, sieht "Wizardry
VIII" immer noch besser aus. Bei den einzelnen Arealen hat man sich sehr
viel Mühe gegeben, um ihnen eigenes Aussehen zu verleihen, und auch, wenn
die Grafik insgesamt vielleicht einen Tick zu bunt und glatt aussieht,
ist dies hervorragend gelungen. Besonders eindrucksvoll in dieser Hinsicht
ist der schöne Tempel in Arnika, die Sumpfgegend oder auch der - die moderne
Technik macht's möglich - per Taucherausrüstung begehbare Meeresboden.
Auch bei der Kreation der Monster haben sich die Entwickler keine Blöße
gegeben. Das gesamte Spektrum von Flora und Fauna ist irgendwie integriert
worden und man schreckte auch vor Nessie nicht zurück (das Vieh gibt es
also wirklich! - ok, inzwischen nicht mehr :)). Besonders witzig sind
die langhälsigen Picus-Vögel, oder die Swallower, die ihrem Namen alle
Ehre machen und Partymitglieder verschlucken, was nach dem Ende des Kampfes
zu Beschwerden führt. :-) Man sieht den durch fachmännische Bearbeitung
des gegnerischen Körpers erreichten Fortschritt übrigens auch direkt,
werden diese doch zunehmend mit Narben und Wunden bedeckt und zerplatzen
unter Umständen auch recht eindrucksvoll. Die Regel sind in der Tat Massenschlachten,
in die sich unter Umständen auch noch neutrale Gruppen, beispielsweise
Patrouillen der jeweiligen Bewohner des Gebietes einmischen, was die Kämpfe
zusätzlich verlängert. Die Effekte der Zauber, welche in mehrere Schulen
unterteilt sind, wirken im Rahmen der Möglichkeiten ebenfalls sehr plastisch
und eindruckvoll, speziell die Flächenmagie.
Auch wenn die Musik das Spiel in angenehmer Art und Weise begleitet,
obwohl eigentlich wegen des Stilmixes ein paar moderne Stücke neben der
orchestriert-klassischen Themen durchaus denkbar gewesen wären, ist bei
"Wizardry VIII" im Soundbereich die Synchronisation besonders hervorzuheben.
Die Charaktere unterhalten sich zwar nicht direkt, aber sind nie um Kommentare
zum Geschehen verlegen. Diese sind zum einen absolut professionell sowie
glaubwürdig gesprochen und außerdem oft urkomisch. Besonders angetan hatte
es mir meine Bardin, die als femme fatale ständig zweideutige Anspielungen
macht und dies zudem mit einer tollen Stimme, in die ich mich schon bei
Freedom Force verliebt hatte (dieselbe Sprecherin). Sätze wie "This hurts
more than when they tell you how much they love their wives!" oder ein
mehr gehauchtes als gesprochenes "Ready and willing…" oder "Honey, I just
keep getting better and better." beim Levelup sind die Regel :-), nicht
weniger witzig ist aber auch meine Ninja-Dame, die jedoch komischerweise
einen eher deutschen als asiatischen Akzent besitzt: "Siehs sings come
from everywhere!". Wenn sie die Entdeckung verborgener Schätze mit einem
lakonischen und schriftlich unmöglich adäquat wiederzugebenden "Valuables!"
vermeldete, lag ich regelmäßig unter dem Tisch. Neben diesen sich wiederholenden
Kommentaren gibt es auch eine ganze Reihe spezieller Aussagen, die sich
auf besondere Spielsituationen beziehen. So verdient man sich nach der
erfolgreichen Erledigung mehrer zusammenhängender Quests eine Nacht mit
einer Dämonin, wofür man einen seiner männlichen und möglichst robusten
Charakter auswählen muss. Mein geistig etwas zurückgebliebener Lizardman-Krieger
meinte danach nur "She nice, for a demon.". Der ebenfalls im Laufe des
Spieles rekrutierbare Robotermönch (!) muss seine Wahl leider mit der
Begründung, dass ihm das entsprechende Equipment fehlen würde und er ein
Upgrade benötigte, ablehnen. :-) Für einige weitere Beispiele empfehle
ich den Besuch von: http://www.geocities.com/bigorrin/wiz2.htm.
Da die Hardwareanforderungen vergleichsweise gering sind, dürfte Wizardry
VIII auch auf etwas älteren Systemen recht flüssig laufen. Nur die manchmal
unglaublich langen Ladezeiten für die Überblickskarte haben mich etwas
irritiert, aber ansonsten waren Bugs oder Abstürze erfreulicherweise nicht
zu bemerken. Die Spielzeit ist extrem lang, ich würde ca. 60 Stunden als
absolutes Minimum einschätzen, in der Regel dürfte es aber eher einiges
mehr sein, nimmt man sich Zeit und "verschwendet" sie auch, indem man
die Welt selbst erkundet. Das einzig wirklich Traurige, was ich im Zusammenhang
mit dem Spiel feststellen muss, ist die Tatsache, dass sich dafür kein
deutscher Vertrieb hat erwärmen können, so dass nur die englische Originalfassung
existiert, abgesehen von einem von Fans in liebevoller Kleinarbeit selbst
hergestellten Sprachpatch. Es ist schlicht eine Schande, dass ein solch
großartiges Spiel wegen der Sprachhürde eventuell ignoriert wird und angesichts
der vielen schrottigen bis durchschnittlichen Spiele, die ich in letzter
Zeit testen musste/durfte oder manch gehypter Meterware wird es noch unverzeihlicher,
dass Sirtech ewig nach einem Publisher suchen musste und es wohl außerdem
nie eine weitere Fortsetzung geben wird, da die Firma nach dem letztendlich
doch geglückten Release ihre Pforten schließen musste. So ist das Spiel
im Moment wegen der letzten Gesetzesänderungen nur noch als reine Importversion
erhältlich.
Angesichts der Tatsache, dass "Wizardry VIII" ohne Zweifel eines der
besten Singleplayer-RPG´s ist, die ich je gespielt habe, kann ich demzufolge
nur in Selbsterkenntnis für das maximale Schuldmaß plädieren. Wegen der
fesselnden und an den richtigen Stellen alles auch nicht zu ernst nehmenden
Story, einem immer äußerst durchdacht und dabei unglaublich vielseitig
wirkenden Gameplay in guter grafischer und hervorragender akustischer
Umsetzung hätte Sirtech mit Preisen überhäuft werden müssen, anstatt
aus finanziellen Gründen aufgelöst zu werden. Ich hätte daher von diesem
Spiel schon vor zwei Jahren 5 Kopien kaufen und verschenken, sowie eine
nur als Review getarnte Werbebroschüre veröffentlichen müssen. Dies unterlassen
zu haben wird für ewig auf meinem Gewissen lasten
XXXXXXX, den 10.12.2003
XXXXX XXXXX (Name der Redaktion bekannt)
P.S.: Ich erkläre hiermit, dass ich dieses Geständnis aus freien Stücken
und bei voller geistiger und körperlicher Gesundheit abgelegt habe (der
an meinen Kopf gehaltene Vaporizer hatte darauf KEINEN Einfluss).
Geschrieben am 10.12.2003, Testkonfiguration: AMD2000, GeForce3, 512MB Ram
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