 |
Zelda: The Wind Waker
|
|
 |
 | Info |
|---|
| Autor | | 1+ |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 1.5 |
 |   | | 3 |
 |  |  |  |
| Gesamt (106 votes) | | 1+ |
 |   | | 1.8 |
 |   | | 1.7 |
 |   | | 2.3 |
 |  |  |  |
| Team (2 votes, siehe hier) | 1+ |
|---|
|
| Name: | The Legend of Zelda - The Wind Waker |
| Genre: | 3rd Person Action Adventure |
| Produkt: | Vollversion |
| Release: | 2003/05 |
| Publisher: | Nintendo |
| Offiz. Sites: | Game |
| Links: | Indie Zelda |
| Hardware: | GameCube |
| System: | GameCube |
| FFeedback: | ja |
| Sprache: | Deutsch |
| Serie: | ja |
| USK: | 6 |
|
|
| The Legend of Zelda - The Wind Waker (review von yak) |
Wie wird man einem Spieleklassiker gerecht?
Es sich so einfach zu machen und zu sagen: "Geht raus und kauft es
Euch!" scheint da kaum eine Hilfestellung, denn dann könnte man es
sich bei Rezensionen von Spielegurken genauso einfach machen und "Finger
weg!" schreiben. Schwieriger wird es dann noch, wenn der Autor dieser
Zeilen diese Spieleserie schon seit seinen Ursprüngen ins Herz geschlossen
hat und daher auch ein nostalgischer Blick zurück auf die "gute, alte
Zeit" vielleicht das Urteilsvermögen geschickt zu beeinflussen weiß.
Dass aber der Fortsetzungwahn nicht immer Blüten trägt, zeigten in letzter
Zeit immer mehr Sequels zu einstmals guten Spielen und hierbei fällt komischerweise
auf, dass die meisten Fortsetzungsserien aus Japan dieses Schicksal nicht
teilen. So steigerte sich oftmals die Produktqualität und Ideenvielfalt
mit jeder Versionsnummer, bzw. blieb auf gleichem Niveau, was in der heutigen
Zeit schon eher die Ausnahme ist. Serien wie Final Fantasy, Breath of
Fire oder Resident Evil fallen dazu ein. Im Besonderen aber auch die "The
Legend of Zelda" Serie, die an Ideenreichtum und Spielspass eine für mich
bis heute unschlagbare Kombination vereint und zu meinen persönlichen
All-Time-Favorits zählt. Und so war damals meine Einstiegsdroge "The Legend
of Zelda: A Link to the Past" auf dem Super Nintendo (gibt es auch in
einer wunderbaren Gameboy Advance Version), gefolgt von allen GameBoy
Teilen und den für mich bis heute immer noch unschlagbaren Höhepunkt der
Serie auf dem Nintendo 64 namens "Ocarina of Time", das für mich eindeutig
zu den besten Spielen aller Zeiten zählt. Die Fortsetzung "Majora's Mask",
ebenfalls für das Nintendo 64 setzte dies auf ähnlich hohem Niveau fort.
Was zeichnet nun die Zelda Spiele aus, dass sie eine so hohe Faszination
ausüben und was unterscheidet sie von den anderen auf dem Markt befindlichen
Spielen und macht sie zu etwas ganz Besonderem. Rollenspielelement, Actionadventure,
großartige Story, kniffelige Rätsel, Detailverliebtheit und unschlagbare
Atmosphäre kombiniert mit aufregenden Schauplätzen, Musik, liebevollen
Charakteren und Phantasiereichtum sind nur die Teilaspekte, die sicher
auch andere Spiele für sich in Anspruch nehmen könnten, doch bei der Zelda
Serie vereint sich die Qualität dieser Aspekte zu einem regelrechten Gesamtkunstwerk.
Warum das so ist, soll unser Review zeigen.
Vor langer Zeit existierte ein Königreich, in dem die Goldene Macht verborgen
war, doch eines Tages kam ein vom Grunde auf böser Mann, der diese Macht
entdeckte und für sich nutzen wollte und stürzte das Königreich in Dunkelheit.
Doch, als die Bewohner bereits alle Hoffnung verloren hatten, wandte sich
ein kleiner in Grün gekleideter Junge gegen die Machenschaften des Bösen,
erhob die Klinge und brachte Licht und Hoffnung zurück ins Land. Die Zeit
verging und die Geschichte des heldenhaften Jungen wurde als Legende von
Generation zu Generation weitergegeben, geriet aber fast in Vergessenheit.
Doch eines Tages wehte ein unheilvoller Wind über die Lande und es schien,
als ob sich das Böse erneut erheben würde. Wird sich erneut ein Held erheben,
um das Land zu retten?
Auf einer kleinen abgelegenen Insel namens Präludien erreichte ein Junge
die Schwelle zum Erwachsenwerden und bekam, pünktlich zu seinem Geburtstag
ein grünes Gewand von seiner Großmutter überreicht. Mit diesem Ritual
erhoffte man sich, dass wieder ein neuer Held "erwacht", um dem Bösen
gegenüberzutreten...
Zur Technik:
Im Vorfeld zum neusten Teil der Zelda Serie war jedoch das Geschrei groß,
als man sich von der geplanten "Next Generation Konsolen" üblichen Realo-Graphik
trennte und beschloss, das Spiel im bis dato eher unüblichen Cell Shading
Look zu präsentieren. Der Sprung von einem realistisch aussehenden Link
hin zu einer eher an Zeichentrick erinnernden Figur war für viele eine
Enttäuschung- ebenso für mich. Doch vielleicht ist es Zeit, Computerspiele
nicht als Abbild der Realität zu betrachten, sondern vielmehr als eine
Kunstform. Auch wenn die Akzeptanz von Cell Shading Look Games bei den
Spielern scheinbar nicht so hoch im Rennen steht und es nur zaghafte Versuche
und Veröffentlichungen in diesem Graphikstil gibt (Tsunami
2265, Dragon's
Lair 3D, XIII),
steht jedoch eines ohne Zweifel fest. Dieser Graphikstil, der sich an
Zeichentrickfilmen oder Comicbuchdarstellungen orientiert, ist zeitlos
und damit hat Nintendo eine gute Wahl getroffen, denn "Zelda The
Wind Waker" wird graphisch dadurch ein ebenso zeitloses Spiel. Kaum
jemand wird sagen, dass ein Comicbuch aus dem Jahre 1950 "altmodisch"
aussieht oder Disney's Bambi nicht mehr den heutigen Ansprüchen eines
Trickfilmes entspricht. Bei auf Realismus ausgelegten Hightech Engine-Games
sieht dies in 1-2 Jahren schon ganz anders aus. Zudem hat die Art des
Graphikstils noch einen ganz anderen Vorteil. Die Figuren erhalten dadurch
in ihrer Gestik ganz andere Möglichkeiten, gerade durch die Reduzierung
auf das Wesentliche können Zeichentrickfiguren ihre Emotionen wesentlich
ausdrucksstärker, schneller und direkter vermitteln. Und somit präsentiert
sich unser kleiner, in grün gekleideter Held, wie auch das gesamte Umfeld,
wie Figuren aus einem Zeichentrickfilm. Hat man anfangs noch ein eher
mulmiges Gefühl bei der Präsentation, weil sie vielen für zu kindisch/kindlich
erscheint, ist dies jedoch schnell verflogen, denn die Qualität ist über
jeden Zweifel erhaben. Die Engine präsentiert das Spiel wie aus einem
Guss und man bewegt sich in der gesamten Welt übergangslos, ohne dass
ein Nachladen bemerkbar ist. In der Ferne sieht man am Horizont die Schemen
einer Insel, zu der man dann auch wirklich reisen kann. Die Animationen
sind butterweich und detailliert. Beispielsweise bewegen sich die Verzierungen
an den Lanzen der Gegner physikalisch richtig zu deren Laufbewegungen.
Die Spezialeffekte sind phantastisch. So sieht man an den brennenden Fackeln
die erhitzte Luft schimmern und es wird höchst künstlerisch und stilvoll
mit dem Tiefenschärfeeffekt gearbeitet, der Dinge etwas unscharf erscheinen
lässt, die nicht im Fokus des aktuellen Geschehens stehen. Auch auf aufwendige
Feuer-, Licht- und Schattendarstellung braucht man nicht zu verzichten,
jedoch wird dies alles streng im Zeichentricklook präsentiert. So sehen
riesige Flammen beim Lavaboss aus, als ob sie auf Papier gezeichnet und
koloriert wurden, dennoch in einer Pracht und so eindrucksvoll inszeniert,
dass man wirklich mit offenem Mund vor dem Screen hockt, was nicht zuletzt
auch an der Größe der Levelbosse liegt. Faszinierend wurden die Wetteränderungen
und der Tag- und Nachwechsel in Szene gesetzt, was besonders schön bei
den Reisen zu See auffällt, wenn der Wellengang höher wird, der Himmel
sich verdunkelt und Wolken aufziehen, es zu regnen beginnt und am Horizont
Blitze niedergehen. Ebenso schön ist es dann, wenn wir nach durchsegelter
Nacht langsam die Sonne aufgehen sehen, die ersten Möwenschwärme an unserem
Drachenschiff vorbeiziehen und uns eine wunderbare Musikbegleitung, die
an morgentliche Zwitschern von Vögeln erinnert, den beginnenden Tag
ankündigt, womit wir auch gleich beim Sound angelangt wären.
Schon immer war Musik, wie in vielen Spielen aus Japan, auch elementarer
Bestandteil der Zelda Serie und wie immer wurde auch die Musik einmalig
mit ins Gameplay eingebunden. Sie gehört also sozusagen mit zum Spielerlebnis
und ist nicht einfach nur zur Untermalung gedacht. Jeder, der Zelda kennt,
kann natürlich auch das bekannte Zelda Thema rauf und runter singen, pfeifen
oder brummen, je nach Begabung und auch in Wind Waker muss man darauf
natürlich nicht verzichten. Schon im Intro des Spiels haben die Komponisten
etwas Großartiges geleistet. Sehr melancholisch und minimalistisch per
Soloinstrument untermalt das Zelda Thema die bisherigen Ereignisse, bis
es zum Ende wieder in das bekannte, heroische Heldenthema mit vollem Orchester
transformiert. Ebenso gelungen und eingängig ist das neue Thema, dass
zu Gehör kommt, wenn unser Held bei schönstem Wetter über die See in seinem
Drachenboot die Wellen durchbricht und mit Volldampf und gutem Wind im
Rücken seinen Abenteuern entgegensegelt. Das ist so gelungen, dass man
sich oft dabei ertappt, einfach mal so zum Spaß ein wenig durch die Meere
zu brausen, ohne ein eigentliches Ziel vor Augen zu haben. Gute Geräusche
dürfen daher auch nicht fehlen und auch hier enttäuscht Wind Waker nicht.
Möwen schreien, wenn man sich der Küste nähert, Lava brodelt in den Tiefen,
die Gegner grunzen, das Meer rauscht und der Wind braust uns um die Ohren.
Auf Sprachausgabe muss man jedoch weiterhin verzichten, was aber für mich
absolut kein Problem ist, denn wer will schon einen sprechenden Link ?
;) Man ist schließlich selbst der Held und hört "sich" dann auch ungern
mit einer fremden Stimme reden. Außerdem ergibt sich hier dann nie das
Problem, was mich oft bei vollvertonten Spielen stört. Man ist im Lesen
der Textboxen zumeist immer schneller, als die Sprachausgabe, die man
dann oft schon vor Beendigung "abwürgt", was nicht der Atmosphäre
dient und auch nicht dem Spielfluss, sollte man sich "gezwungen" fühlen,
alles bis zu Ende anhören zu wollen. Mir gefällt da ansonsten als Alternative
auch eine ausgedachte "Brabbelsprache", wie man sie z. B. noch aus Rayman
2 kannte.
Im Bereich der Steuerung macht Wind Waker keinerlei Probleme. Wie immer
springt der Held an benötigten Stellen automatisch oder greift nach einem
Vorsprung zum Hangeln. Alle Funktionen wurde optimal und gut durchdacht
am Gamepad belegt und der kleine Grünling reagiert auch entsprechend gut.
Ab und an gibt es ein paar Kameraprobleme, die jedoch sehr selten sind
und nie den Spielspass trüben. Technisch ist Zelda Wind Waker ein absolutes
Vorzeigeprodukt. Kleine Anmerkung zu den "Framerateneinbrüchen", die in
einigen Reviews moniert wurden. Wer Zelda länger als ein paar Stunden
spielt, wird definitiv selbst feststellen, dass dies keine technischen
"Aussetzer" sind, sondern vielmehr ein künstlerisches Mittel, da sie nur
im Kampf und kurz vor einem Schlag von Link auftreten, praktisch kurz
innehalten, um dann fortzusetzen. Dies wirkt keinesfalls störend, sondern
verstärkt die Atmosphäre, wenn der kleine Held zeitgleich noch seinen
Kampfruf ertönen lässt.
Gespeichert werden kann jederzeit, jedoch wir man beim Ableben oder Neustart
an den jeweiligen Ausgangsort "zurückteleportiert", wobei aber alle bis
dahin erreichten Aufgaben Bestand haben.
Zum Gameplay:
Das Gameplay und besonders die Atmosphäre von Zelda zu beschreiben, fällt
nicht ganz leicht, ist es doch in etwa so, jemanden beschreiben zu wollen,
warum man ein Buch besonders gut findet. Der beste Tipp kann da nur lauten:
Selbst probieren! Schnell wird man dann feststellen, dass man alles um
einen herum vergisst und das Spiel einfach nur erlebt und genießt. Eintauchen,
wäre wohl die passende Beschreibung. Die Spielwelt ist umfangreich, man
erlebt selten Grenzen und kann fast alles ausprobieren. Alles bleibt durchweg
interessant und es lohnt sich, nach jedem neu erhaltenen Gegenstand, diesen
an andere Stelle auszuprobieren. Ist man erfolgreicht, freut man sich
fast wie ein kleines Kind. Zelda lässt den Spieler eine "neue" Welt entdecken,
doch der Reihe nach.
Zelda ist im Prinzip ein klassisches 3rd Person Action Adventure mit
Rollenspielanteil und Charakterupgrade. Zu Beginn ist man noch kein "richtiger"
Held, sondern will erst einer werden. So lernt man bereits in seiner Heimatwelt
in Form eines kleinen Tutorials, wie man mit Waffen umgeht, ein Schild
einsetzt, sich anschleicht oder Gegenstände zum Einsatz bringt. So darf
man seine Anschleichfähigkeiten darin üben, kleine Ferkelchen einzufangen,
um sie dann zurück in ihr Gehege zu bringen (und später im Spiel
den Erfolg von guter Fütterung zu bewundern ;)). Man macht sich
auf die Suche nach versteckten Gegenständen und Schatztruhen, die mit
Geld oder im schönsten Falle auch mit einem Stärkeupgrade belohnt werden.
Doch das spielerische sorgenfreie Leben findet abrupt ein Ende, als die
kleine Schwester von unserem Helden entführt wurde. Jetzt wird es Zeit,
sich als Held zu beweisen und der Tradition der grünen Kleidung gerecht
zu werden! Mit Hilfe einer Piratin erreicht Link den Ort, an den der große
Vogel seine Schwester entführt hat, ein Eindringen scheint jedoch so gut
wie unmöglich. Doch die pfiffige Piratin schießt unseren Helden mit einer
Kanone direkt in den Hort des Übels, um die Sicherheitsvorkehrungen so
zu umgehen. Prinzipiell eine gute Idee, doch leider verliert Link während
des Kanonenritts seine Waffe und ist den Gegnern schutzlos ausgeliefert,
es sei denn, er findet sein Schwert wieder. Und so schleicht er, immer
darauf bedacht, nicht ins Blickfeld der Gegner zu geraten, an ihnen vorbei,
weicht den Suchscheinwerfern aus und schlüpft in ein Fass, um sich so
"verkleidet" vorsichtig vorbei zu pirschen. Er muss einen Weg zur Spitze
der Bastion finden, wo er seine Schwester vermutet. Doch der Weg dorthin
ist nicht einfach. Es gilt die Suchscheinwerfer auszuschalten, die den
Turm beleuchten, an dem er hinaufklettern muss. Einfacher gesagt als getan,
ohne Waffen. Doch die Gesellen, die die Scheinwerfer bedienen, sind nicht
solche Hünen wie die Wachen im Hof und so kann Link ihnen mittels eines
Stocks, den er findet, die Flötentöne beibringen und sich so langsam zur
Turmspitze vorarbeiten. Doch es klappt nicht immer so, wie man es sich
wünschen würde und so gerät er ein paar mal in Gefangenschaft und landet
im Gefängnis der Bastion. Aber was ein guter Held ist, der sucht die Zelle
nach Fluchtmöglichkeiten ab und so findet er einen kleinen Gang, verborgen
hinter einer Vase, den er kriechend zur Flucht nutzt, um einen erneuten
Versuch zu wagen. Doch sein Bemühen scheitert dennoch und er kann seine
Schwester nicht befreien. Ein Hinterhalt hinderte ihn an der Befreiungsaktion.
Rettung kommt jedoch in allerletzter Minute durch das Drachenboot. Ein
Boot, das sprechen kann und einen Drachenkopf besitzt. Das Boot war nicht
nur Rettung in letzter Minute, sondern ist jetzt auch der Zugang zu der
gesamten Welt, denn unser Held hat nun ein verlässliches Transportmittel,
das ihn über die Meere der Welt transportiert. Das Abenteuer kann beginnen...
Doch was tun, wenn die Winde schlecht stehen und man mangels der nötigen
Brise nicht in die Richtung segeln kann, in die man gerne möchte? Dafür
gibt es den Taktstock des Windes. Spielt man damit die Melodie des Windes,
kann man die Windrichtung beeinflussen und sich so praktisch den nötigen
Schub besorgen. Der Taktstock des Windes spielt generell eine zentrale
Rolle, ist er doch ein magisches Objekt, das nicht nur die Winde beeinflussen
kann. Später im Spiel erlernt man noch jede Menge andere Melodien, die
man darauf spielen kann. So z. B. um den Tag zur Nacht werden zu lassen,
magisch verschlossene Höhlen zu öffnen, mit der Melodie des Puppenspielers
die Kontrolle über andere Spielfiguren zu erlangen oder einen Wirbelsturm
herbeizurufen, der uns schnell über die Weltkarte teleportiert. Die Magie
des Taktstocks wird somit elementarer Bestandteil des Spieles und auch
für die Rätseleinlagen notwendig. Hier zeigen die Japaner wieder, wie
man Musik gekonnt in ein Spiel integriert und nicht zum passiven Stilmittel
degradiert. Man erhält fast schon ein wenig Musikerziehung, denn die Melodie
muss vom Spieler selbst eingegeben werden. Das ist jedoch so gelungen
und schön in Szene gesetzt, dass man die Melodie des Windes schon mitsummt
und sich auf die Passage freut, wenn das Spiel dann aus der simplen einstimmig
vorgegebenen Melodie die orchestrale Fassung erklingen lässt und eine
Animationssequenz die Änderung der Windrichtung in einer tollen Kamerafahrt
präsentiert.
Doch zu Anfang setzt Link die Segel in Richtung der Hafenstadt Port Monee. Zuvor kauft er
noch bei einem der an vielen Inseln vorbeifahrenden Händlern ein wenig Proviant, denn, wie Link
erfahren hat, treibt sich in jeder Kartenregion ein Fisch herum, der ihm hilfreich sein könnte,
dafür jedoch ein Leckerli erwartet. So setzen wir also mit ihm die Segel und strotzen den Wellen
und Gefahren der See, gleiten über die Wellen, atmen die salzige Meeresluft und halten das Ruder
fest in der Hand. Langsam sind die Umrisse einer Insel am Horizont erkennbar und wir sehen einen
dicken Fisch aus dem Wasser springen, dem wir uns jetzt mit halber Kraft langsam nähern., Ein
wenig Futter ins Wasser gestreut bewirkt auch gleich, dass er auf uns aufmerksam wird und er
begrüßt uns mit einem freundlichen "Spääääahh", das wir im Laufe unserer Abenteuer richtig ins
Herz schließen werden. Hilfsbereit, wie Fische nun mal sind, zeichnet er uns auf unserer Weltkarte
die Region ein und wir erhalten damit die Details zu diesem Sektor. Freund Fisch gibt uns noch
ein paar Tipps mit auf den Weg, die uns noch beim Erledigen von Quest oder dem Auffinden von
Geheimnissen nützlich sind. In Port Monee angekommen, machen wir uns erst mal mit den Gegebenheiten
vertraut, lernen die Bürger und ihre Probleme kennen und versuchen ihnen auch bei der Lösung
selbiger zu helfen. Frau Lehrer hat Probleme mit ihren Schülern, ein Dieb treibt sich Nachts
durch die Strassen, der Leuchtturm ist defekt usw. Aber ebenso erfährt Link hier, dass mehrere
Kinder entführt wurden und scheinbar auf der Bastion gefangengehalten werden. Um mehr darüber
zu erfahren, befragt Link natürlich die Mitbürger und schließt dadurch neue Freundschaften.
So hilft er dem etwas verwirrten Tingle, dessen größter Wunsch ist, eine Fee zu werden, aus
dem Gefängnis und vom Photographen erhält Link einen Photoapparat, mit dem er den Dieb überführen
soll. Doch Ziel ist es, seine Schwester zu befreien und die Informationen, die er bisher erhalten
hat, führen ihn zur Insel Drakonia, auf dem die Vogelmenschen leben.Er erfährt dort von den
Problemen, die die Bewohner mit dem einst friedlichen Drachen haben, der jetzt scheinbar böswillig
geworden ist. Ein Fall für Link den Retter und so betritt er seinen ersten Dungeon, dem Drako
Sanktuarium.
Die Dungeons stellen die Action und Knobelelemente in Zelda dar. Hier
gilt es nun, Gegner zu bekämpfen, Rätsel zu knacken, Wege und Secrets
zu finden um schließlich am Ende den Dungeonboss zu besiegen. Dies ist
aber einfacher gesagt als getan, denn die Zelda Spiele sind immer schon
Garant für genialen Levelaufbau und vertrackte Rätsel, auch wenn sich
Wind Waker im Gegensatz zum Vorgänger "Ocarina of Time"
hier etwas einfacher gestaltet. Dennoch sind die Level einfach eine Wucht.
Hier müssen Steine an die richtige Position gerückt werden, Schalter aktiviert
oder Fackeln angezündet werden, damit sich verschlossene Türen öffnen.
Ziel ist es zumeist, den Ausgang eines Raumes zu erreichen bzw. neue Wege
zugänglich zu machen. Erscheint dies zu Beginn noch recht einfach, nimmt
es im fortlaufenden Spiel jedoch an Anspruch mehr und mehr zu, was nicht
zuletzt an den neuen Gegenständen liegt, die Link bekommt. So findet er
einen Greifhacken, der es ihm ganz Indiana-Jones-Like ermöglicht, sich
an bestimmten Stellen über Abhänge zu schwingen. Dann erhält er ein Dekublatt,
das er dazu benutzen kann, einen Windstoss zu produzieren, um entfernte
Gegenstände zu manipulieren oder er nutzt es als Paragleiter, um kurzzeitig,
je nach seinem Manavorrat, durch die Luft zu gleiten oder sich in einem
Aufwind nach oben zu befördern. Ein Enterhacken, ein Bumerang und andere
Goodies gesellen sich später dazu und ermöglichen es ihm, weitere Spezialaktionen
durchzuführen. So kann er mit dem Bumerang zeitgleich mehrer Feinde attackieren
oder mit Pfeil und Bogen bewaffnet auch mal einen entfernten Schalter
aktivieren. Hier sind wirklich alle Sinne gefragt und man muss jeden Level
ausgiebig untersuchen, um sein Fortkommen zu sichern. Eine Statue muss
dahin geschoben werden, Lichtstrahlen werden mit dem Lichtschild so über
Spiegel reflektiert, dass sie bestimmte Levelbereiche erhellen und somit
eine Tür öffnen. Link versteinert mit dem Lichtstrahl Gegner, die er dann
dazu benutzt, um sie auf Schaltern zu platzieren, die dauerhaft gedrückt
werden müssen, damit die Tür geöffnet bleibt usw. Später im Spiel muss
Link sogar noch einen zweiten Charakter parallel mit der Puppenspielermelodie
steuern, da er die Fähigkeiten dieser Charaktere nutzen muss und beide
Figuren dann in Kombination die Dungeons durchwandern müssen. So kann
das Vogelmädchen Medolie ihn z.B ein Stück über Abhänge transportieren.
Aber nicht nur für den reinen Leveldurchmarsch sind Gegenstände notwendig.
So findet man auch jede Menge verborgener Secrets. Eine Bombe an einer
brüchigen Wand platziert, füllt oft den Geldbeutel wieder auf. Secretsuchfetischisten
werden hier definitiv nicht enttäuscht.
Die oft schwierig erreichbaren Stellen, die nur mit viel Elan und Ausdauer
erreichbar sind und die viele andere Spieler gar nicht registrieren, werden
immer gut belohnt und somit macht es einfach Spaß, jede Ecke erkunden
zu wollen. Auf Drakonia gibt es z. B. eine versteckte Höhle, die man nur
schwer erreichen kann. So klettert man zuerst auf den höchsten Punkt der
Insel, setzt unterstützend die Windrichtung passend dazu, damit man auch
genug Aufwind hat und gleitet mit dem Dekublatt auf einen schmalen Felsen,
der im Meer herausragt. Ein wenig weiter entfernt ragt ein weiterer hoher
und schmaler Fels empor, jedoch in entgegengesetzter Windrichtung. Also
wieder den Taktstock des Windes gezückt und eine neue Windrichtung gewählt,
um mit dem Dekublatt hinüber zu gelangen. So arbeitet man sich langsam
von einem Fels zum nächsten, um eine verborgene Höhle mit Schätzen auszunehmen.
Jetzt fragt man sich natürlich, wie kommt auf so versteckte Dinge? Ganz
einfach. Man kauft sich beim Händler eine bestimmte Frucht, die Möwen
anlockt und die zugleich bewirkt, dass man diese Möwe eine Zeit kontrollieren
kann und mit ihr auf Erkundungsflug geht ;)
Die Gegenstände, die Link erhält, sind jedoch nicht nur für das Bestehen
in den Dungeons notwendig, sondern auch elementar für den Kampf gegen
die Levelbosse, die nie einfach mit der Hau Ruck Methode zu besiegen sind.
Der arme Drache auf Drakonia wird z. B. von dem Lavamonster gequält, was
seine schlechte Laune erklärt, da sein Schwanz im Felsen eingeklemmt ist
und bis in die Höhle des Lavamonsters baumelt, das ihm auch gut von unten
einheizt. Hier schwingt Link nun geschickt den Greifhaken in Richtung
Drachenschwanz und schwingt sich über dem Lavamonster hin und her, bis
die Decke einkracht und der Drache auf das Lavamonster fällt und es eine
Zeit benommen umhertaumelt. Zeit für Link, sich ihm mit dem Schwert zu
nähern :).
Die zusätzlichen Gegenstände, die man erhält, reizen auch enorm, jeden
Ort erneut aufzusuchen. Waren da auf Drakonia nicht riesige Felsbrocken,
die Link vorher nicht verschieben konnte? Wozu hat er denn jetzt sein
Kraftring? Also zurück. Unser Drachenboot ist mit dem Greifhaken das gefunden
Schatzsucherboot. Also die durch Subquest erhaltenen Schatzkarten aufmerksam
studieren und die Segel setzen, um dann auf offener See den Greifhaken
im Meer zu versenken und den Schatz zu bergen. Waren einige Seegebiete
vorerst noch zu gefährlich, weil sich dort gemeine Piraten, Monster und
Kanonenboote herumtreiben? Nachdem wir Bomben besitzen, kein Problem mehr,
denn unser Drachenboot kann dann eine Kanone benutzen und wir dringen
in Gebiete vor, die bisher noch nicht zugänglich waren. So findet man
neue Geheimnisse, kann Feeninseln besuchen und seine Lebenskraft wieder
auffüllen oder, sollte man eine Glasflasche besitzen, eine Fee einfangen,
die uns dann, sollten wir im Kampf einmal erlegen sein, wiederbelebt.
Zelda sprüht nur so vor Ideen und besonders die Vielzahl an Subquest und
Minispielchen machen es niemals langweilig. So kann man eine Photosammlung
von allen Bewohnern machen und sie in einem VIP Shop als Statue erstellen
lassen, man kann an Wettrennen mit dem Drachenboot oder einem Dekublattflugwettbewerb
teilnehmen. Die Anzahl ist praktisch unerschöpflich. Warum nicht versuchen,
die auf der ganzen Welt verstreuten Treiblinge des Dekubaumes mit frischen
Wasser aus Tanntopia zu kurieren? Für die Lehrerin Schmuckstücke sammeln
oder dem Photographen Photos von außergewöhnlichen Schauplätzen besorgen.
Elixire brauen lassen, die Mana oder Lebenskraft regenerieren- kein Problem.
Seine eigene kleine Insel besuchen oder die Stadt mit exotischen Pflanzen
verschönern? An einer nächtlichen geheimen Versteigerung teilnehmen oder
ein Geisterschiff ausmachen, das nur bei Vollmond an bestimmten Orten
erscheint? Den Horizont einfach mal mit dem Fernglas betrachten oder ab
und zu mal an einem Briefkasten vorbeischauen, um nachzusehen, ob Oma
uns einen Brief geschrieben hat ?
Während des Spiels erhält unser Held kontinuierlich ein Charakterupgrade
durch die Herzcontainer, die seine Lebenslinie verlängern. Aber auch sein
Equipment verbessert seine Möglichkeiten. Später erhält er Feuer-
und Frostpfeile, die, genügend Manaenergie vorausgesetzt, gegen die Feinde
zum Einsatz kommen. Auch die Schwertwirbelattacke leistet im Kampf oft
gute Dienste. Jedoch ist nicht jeder Gegner mit der gleichen Taktik besiegbar
und bestimmte Typen sind resistent gegen einen normalen Schwertangriff,
andere wiederum sind so gut gepanzert, dass man sie nur dann schwächen
kann, wenn man genau zum rechten Zeitpunkt ihren Wunden Punkt trifft.
Geisterwesen verwirren nach dem Ableben unseren kleinen Helden, wenn sie
versuchen, sich ihm zu bemächtigen. Dann gibt es kleine ekelige Kletten,
die sich an ihn heften und je mehr es werden, desto unbeweglicher wird
er. Hier nützt meist nur eine Wirbelattacke, um die Plagegeister los zu
werden.
Ein besonderes Feature hat man noch mit den Tingleceiver verwirklicht.
Hier kann man, einen Gameboy Advance an den GameCube angeschlossen vorausgesetzt,
Kontakt zu dem kleinen Zwerg aufnehmen, der einem oft Tipps gibt. Man
kann als "Tingle" mit dem Gameboy Advance Bomben platzieren
und zur Detonation bringen. So wird aus dem Singleplayerspiel ein interessantes
Spiel für zwei Personen, aber ehrlich gesagt macht alleine "nur"
das Zusehen Spaß ;)
Kritik:
Oh, stimmt, fast vergessen, eigentlich habe ich nichts zu kritisieren,
was äußerst selten vorkommt, es gibt ein paar Kleinigkeiten, die stören,
aber niemals den Spielspass trüben. So gab es sehr selten ein paar Probleme
mit der Kamera und gegen Ende des Spiels gab es einen Dungeon, in dem
man sich durch 30 Räume mit Monsterhorden "wühlen" musste und nahe daran
war zu glauben, in einem Star Trekschen Raum Zeit Kontinuum zu hängen
;), ohne vorher davon in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Die Kritik,
die einige andere Reviews bezgl. der langen Seereisen äußerten, kann ich
absolut nicht nachempfinden, zumal später ja auch das Teleportieren innerhalb
der Karte möglich war. Gerade die Seereisen machen einen unglaublichen
Spaß und vermitteln viel von der Atmosphäre, vor allem auch, weil man
dabei immer Schätze heben und evtl. neues entdeckt. Wer denkt, dass das
Zeitverschwendung ist, sollte von diesem Spiel lieber die Finger lassen,
denn Wind Waker ist ein Spiel, für das man sich Zeit nehmen sollte und
sicher kein Titel, den man mal eben "durchzocken" will. Viele bemängelten
ein fehlendes Questlogbuch, was mich jedoch nicht sonderlich störte,
denn die wirklich spielrelevanten notwendigen Dinge wurde zumeist auf
der Karte als nächstes Ziel markiert. Wären QUests und Bonusziele
in einem Questlogbuch aufgeführt, hätte der kleine Link für
mich eher den Charakter eines Finanzbuchhalters gehabt, der streng nach
Liste arbeitet. Dass Zwischensequenzen nicht abbrechbar waren, hat mich
ebensowenig gestört, da sie meist nur kurz, dafür aber schön
gemacht wurden (z. B. Windrichtungswechsel). Sequenzen wie z. B. der Auftritt
des Levelbosses werden nur einmalig gezeigt, sollte man scheitern und
den Gegner neu angehen müssen, wird sie nicht wiederholt.
Fazit:
"The Legend of Zelda: The Wind Waker" ist ein Spiel zum Verlieben. Eintauchen, abschalten
und genießen wäre wohl die richtige Beschreibung. Die liebevolle zeitlose Gestaltung, die Menge
an Quests und das unschlagbare Zelda-Gameplay verweist auch im neusten Teil die Konkurrenz wieder
in die Schranken. Es gibt nichts vergleichbares in dieser Qualität und damit rechtfertig sich
schon alleine der Kauf eines GameCubes, auch wenn es nur dieses eine Spiel geben würde. Die
einzige Konkurrenz kommt daher aus eigenen Reihen und aus gleicher Serie mit Namen "Ocarina
of Time", dessen Geschichte etwas spannender ist und der Schwierigkeitsgrad und die Komplexität
der Dungeons höher liegt. Aber wer noch die Chance hat, die Limited Edition von "Wind Waker"
sein Eigen nennen zu dürfen, bekommt "Ocarina of Time" als Bonus Disk mit dazu. Mehr Spielspaß
geht nicht. Zelda ist ein Spiel, das viele Genre miteinander vereint und das vor allem auch
von den Spieler Mitdenken bei den Rätseln erfordert. Niemals wird man aber wie oft bei
anderen Spielen ins kalte Wasser geworfen und so erlernt man ständig nach Erhalt eines
neuen Gegenstandes dessen Einsatzmöglichkeiten, lässt aber dennoch genug Spielraum
und nimmt niemals zuviel vorweg. Hier trennt sich eindeutig die Spreu vom Weizen und zeigt,
wie ein Spieldesign auszusehen hat. Jeder Wanne-Be Gamedesigner sollte sich Zelda ansehen, um
dann festzustellen, was er bisher falsch gemacht hat :). Die liebevollen und phantasiereichen
Figuren wie die Blattwesen im Dekubaum, die Vogelmenschen auf Drakonia oder die riesigen Bildschirm-füllenden
Levelbosse machen es dem Spieler auch mit den aufregenden Schauplätzen wie Lavahöhlen und einer
Stadt unter dem Meer, schwer, von diesem Spiel loszukommen und es stimmt einen wirklich traurig,
wenn man es nach ca. 40-50 Stunden durch hat, auch wenn man dann längst noch nicht alle Geheimnisse
und Schätze gefunden hat. Als kleinen Ausgleich erhält man dann aber die Chance, ein spezielles
Savegame anzulegen und das Spiel in leicht veränderter Form (andere Fundorte der Gegenstände)
erneut zu spielen. "The Legend of Zelda: The Wind Waker" gehört für mich definitiv zu einem
der besten Spiele aller Zeiten. Vielfalt, Abwechslungsreichtum und Atmosphäre sind unglaublich.
Ich bin begeistert. Dafür die Höchstnote.
Geschrieben am 20.12.2003, Testkonfiguration: GameCube
|